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Jordsand

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Jordsand
Schrägluftbild des Jordsand (westlicher Teil)
Schrägluftbild des Jordsand (westlicher Teil)
Schrägluftbild des Jordsand (westlicher Teil)
Gewässer Sylt-Rømø-Wattenmeerbucht, Deutsche Bucht, Nordsee
Geographische Lage 55° 1′ 32″ N, 8° 34′ 14″ OKoordinaten: 55° 1′ 32″ N, 8° 34′ 14″ O
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Die Sandbänke Jordsands Flak (Satellitenbild von Sentinel-2)
Die Sandbänke Jordsands Flak (Satellitenbild von Sentinel-2)
Die Sandbänke Jordsands Flak (Satellitenbild von Sentinel-2)

Jordsand ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) war eine kleine dänische Hallig im Wattenmeer südlich von Rømø und östlich von List auf Sylt. Der Orkan Anatol von 1999 ließ sie in den Fluten der Nordsee versinken; seither bildet sie einen Hochsand.

Geschichte

Die Insel wurde 1231 im Erdbuch König Waldemars verzeichnet, auf ihr habe ein Hof namens Hjortsand (vgl. dän. hjort „Hirsch“ und sand „Sand“) existiert. In frühgeschichtlicher Zeit war sie vermutlich sowohl mit dem Festland als auch mit dem Gebiet der heutigen Insel Sylt verbunden gewesen. Im 17. Jahrhundert war die Insel noch von zwei Personen bewohnt, die Landwirtschaft betrieben.<ref name=":0">Margot Jespersen, Erik Rasmussen: Jordsand – ein Bericht über die Vernichtung einer Hallig im dänischen Wattenmeer. In: Seevögel, Bd. 10, 1989, Heft 2, S. 17–25, hier S. 17. (Digitalisat auf zobodat.at, abgerufen am 24. Oktober 2025)</ref>

Als das Königreich Preußen 1867 die Herzogtümer Schleswig und Holstein annektierte und die die Provinz Schleswig-Holstein bildete, wurde Jordsand preußisch und 1920 infolge der Volksabstimmung in Schleswig wieder dänisch. Die Hallig gehörte zur Gemeinde Jerpstedt.<ref>Kort over Tønder Amt (1828), Link</ref> Nachdem 1895 eine Sturmflut die letzte Warft überflutet hatte, diente Jordsand nur noch als Weideland und dann zur Vogelbeobachtung.

Die mit mehreren Warften besetzte Hallig verlor durch Sturmfluten kontinuierlich an Größe. Maß sie im Jahr 1805 noch 43 Hektar, so schrumpfte sie bis 1873 auf 18 Hektar, 1936 auf 8 Hektar und 1976 auf 2 Hektar; 1986 war es nur noch 1 Hektar.<ref name=":1">Margot Jespersen, Erik Rasmussen: Jordsand – ein Bericht über die Vernichtung einer Hallig im dänischen Wattenmeer. In: Seevögel, Bd. 10, 1989, Heft 2, S. 17–25, hier S. 24. (Digitalisat auf zobodat.at, abgerufen am 24. Oktober 2025)</ref> Der letzte Rest der ursprünglichen Marsch wurde aber 1983 vom Meer weg gespült.<ref name=":1" /> 1976 von der dänischen Wildverwaltung begonnene Küstenschutzmaßnahmen wurden wegen des geringen Nutzeffekts 1987 wieder aufgegeben.<ref name=":1" /> Die noch verbliebenen Vegetationsreste wurden im Winter 1998/99 von der See ganz überspült. Seit 2001 ist die Hallig Jordsand nicht mehr amtlich registriert. Ihre Überreste bilden einen Teil der Sandbank Jordsands Flak.

Historische Karten

Verein Jordsand

Der noch heute bestehende Verein Jordsand zum Schutz der Seevögel und der Natur e. V. hat seinen Namen nach der Hallig Jordsand. Er wurde 1907 in Hamburg als Verein Jordsand zur Begründung von Vogelfreistätten an den deutschen Küsten gegründet und übernahm dazu die seit 1898 dem Hamburger Privatmann August Wasmuth<ref name=":0" /> gehörende Hallig als sein erstes Schutzgebiet.<ref name=":2">Die Chronik des Verein Jordsand. In: jordsand.de. Abgerufen am 24. Oktober 2025.</ref> Die Hallig war eine bedeutende Brutkolonie der Küsten- und Flussseeschwalbe mit mehreren hundert Paaren.<ref name=":0" /> Um das Vogelleben studieren zu können, wurde eine kleine Hütte auf vier sturmflutsicheren Pfählen errichtet.<ref>Margot Jespersen, Erik Rasmussen: Jordsand – ein Bericht über die Vernichtung einer Hallig im dänischen Wattenmeer. In: Seevögel, Bd. 10, 1989, Heft 2, S. 17–25, hier S. 18. (Digitalisat auf zobodat.at, abgerufen am 24. Oktober 2025)</ref> 1910/1911 war Jens Wand Vogelwart auf Jordsand und berichtete von der völligen Zerstörung der Hütte bei einer schweren Sturmflut am 6. November 1911.<ref>Dr. F. Dietrich in Ornithologische Monatsschrift Bd. 37, Jahrgang 1912, S. 33</ref> Seit der Brut der ersten Silbermöwe im Jahre 1917 und ihrer Zunahme in den nachfolgenden Jahren nahm der Bestand der Seeschwalben stetig ab.<ref name=":0" /> Als die Hallig Jordsand 1920 Dänemark zugesprochen wurde, musste die vogelkundliche Betreuung durch den deutschen Verein aufgegeben werden.<ref name=":2" />

Jordsand in den Medien

  • Carola M. Lowitz, Susanna Mewe: Jordsand, Hörserie, Audible 2019.

Literatur

  • Margot Jespersen, Erik Rasmussen: Jordsand. Erosion und Akkumulation einer Hallig. In: Geografisk Tidsskrift (Danish Journal of Geography). Band 75, 1976, S. 13–23. (Digitalisat auf tidsskrift.dk, abgerufen am 24. Oktober 2025)
  • Margot Jespersen, Erik Rasmussen: Jordsand – ein Bericht über die Vernichtung einer Hallig im dänischen Wattenmeer. In: Seevögel, Bd. 10, 1989, Heft 2, S. 17–25. (Digitalisat auf zobodat.at, abgerufen am 24. Oktober 2025)
  • Palle Uhd Jepsen: Wattenmeerbilder. Varde 2000.

Weblinks

Commons: Jordsand – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

<references />

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