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Nevado del Ruiz

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Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 21. Dezember 2025 um 06:42 Uhr durch imported>Kalorie (Vulkanausbruch 1985: Fachbegriff Lahar früher eingeführt und verlinkt).
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Nevado del Ruiz
La Mesa de Herveo
Nevado del Ruiz im Juli 2007
Nevado del Ruiz im Juli 2007
Höhe 5321 m
Lage Kolumbien
Gebirge Anden
Koordinaten 4° 53′ 0″ N, 75° 19′ 0″ WKoordinaten: 4° 53′ 0″ N, 75° 19′ 0″ W
 {{#coordinates:4,8833333333333|−75,316666666667|primary
dim=5000 globe= name=Nevado del Ruiz region=CO-TOL type=mountain
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Typ Schichtvulkan
Letzte Eruption 2012
Erstbesteigung 1936 durch M. Rapp und Gefährten

Nevado del Ruiz ist ein Vulkan im südamerikanischen Staat Kolumbien, der zweithöchste<ref name="Global Volcanism Program">Nevado del Ruiz im Global Volcanism Program der Smithsonian Institution (englisch)</ref> aktive Vulkan auf der nördlichen Erdhalbkugel.

Ursache für den Vulkanismus in dieser Region ist das Abtauchen der ozeanischen Nazca-Platte, die sich in nordöstlicher Richtung bewegt, unter die kontinentale südamerikanische Platte, die sich nach Nordwesten schiebt. Als Folge kommt es am Westrand des Kontinents immer wieder zu Erdbeben und aktivem Vulkanismus.

Obwohl der Nevado del Ruiz nur etwa 500 km nördlich des Äquators liegt, ist er durch seine Höhe von einer Kappe aus Eis und Schnee bedeckt. Die Eiskappe schmilzt, bis in die 1980er Jahre betrug ihre Größe noch über 20 km². Durch einen Ausbruch 1985 taten sich Risse und Kanäle in der Eiskappe auf.<ref>Barry Voight: The 1985 Nevado del Ruiz volcano catastrophe: anatomy and retrospection. In: Journal of Volcanology and Geothermal Research. Band 44, 1990.</ref> Im Zuge der weltweiten Gletscherschmelze geht die Eisbedeckung weiter zurück, 2016 waren noch 10,11 km² übrig.<ref name="rabatel2017">Antoine Rabatel, Christian Huggel u. a.: Toward an imminent extinction of Colombian glaciers? In: Geografiska Annaler: Series A, Physical Geography. 2017, doi:10.1080/04353676.2017.1383015.</ref> Bis 2022 schwand der Gletscher weiter auf 7,68 km².<ref name="ideam2023">IDEAM (Hrsg.): Informe del Estado de los Glaciares Colombianes 2023. 2023, ISSN 2806-0261, S. 81 (archive.org [PDF]).</ref>

Auf Grund von Gesteins- und Bodenproben wird der älteste Ausbruch des Vulkans auf einen Zeitpunkt 4660 Jahre v. Chr. datiert. Nach der Eroberung Südamerikas durch die Spanier ist ein erster Ausbruch aus dem Jahr 1570 überliefert.

Der Hauptkrater Arenas des Vulkans liegt am Nordostrand der Eiskappe. Da die drei letzten Eruptionen vom Arenas-Krater ausgingen, gingen jeweils als Folge des Ausbruchs in nordöstlicher Richtung große Schlammlawinen aus geschmolzenem Schnee und Eis ab, so genannte Lahare.

Geologie und Geographie

Nevado del Ruiz, der etwa 129 km westlich von Bogotá liegt, gehört zur Gebirgskette der Anden. Der Vulkan ist Teil des Ruiz-Tolima-Vulkanmassivs (auch Cordillera Central genannt), einer Gruppe von fünf vergletscherten Vulkanen, zu der auch die Vulkane Tolima, Santa Isabel, Quindío und Machín gehören<ref>J.-C. Thouret, J.M. Cantagrel, R. Salinas, A. Murcia: Quaternary eruptive history of Nevado del Ruiz (Colombia). In: Journal of Volcanology and Geothermal Research. Band 41, Nr. 1–4, Juli 1990, ISSN 0377-0273, S. 225–251, doi:10.1016/0377-0273(90)90090-3.</ref><ref>Javier González-Garcia, Mark Jessell: A 3D geological model for the Ruiz-Tolima Volcanic Massif (Colombia): Assessment of geological uncertainty using a stochastic approach based on Bézier curve design. In: Tectonophysics. Band 687, September 2016, ISSN 0040-1951, S. 139–157, doi:10.1016/j.tecto.2016.09.011.</ref>. Das Massiv befindet sich am Schnittpunkt von vier Verwerfungen, von denen einige noch aktiv sind<ref>Christian Huggel, Jorge Luis Ceballos, Bernardo Pulgarĺn, Jair Ramírez, Jean-Claude Thouret: Review and reassessment of hazards owing to volcano–glacier interactions in Colombia. In: Annals of Glaciology. Band 45, 2007, ISSN 0260-3055, S. 128–136, doi:10.3189/172756407782282408.</ref>.

Der Nevado del Ruiz gehört zum Pazifischen Feuerring, einer Region, die den Pazifischen Ozean umgibt und einige der aktivsten Vulkane der Welt beherbergt. Er ist der drittnördlichste Vulkan der Nordvulkanischen Zone des Andenvulkanischen Gürtels, in dem 75 der 204 südamerikanischen Vulkane aus dem Holozän liegen<ref>Jennie Gilbert: Simkin, T. & Siebert, L. 1994. Volcanoes of the World, 2nd ed. xi + 349 pp. Tucson: Geoscience Press for the Smithsonian Institution. […] ISBN 0 945005 12 1. In: Geological Magazine. Band 134, Nr. 1, Januar 1997, ISSN 0016-7568, S. 121–142, doi:10.1017/s001675689730613x (Review des Buches).</ref>. Der Andenvulkanische Gürtel entsteht durch die Subduktion der ozeanischen Nazca-Platte unter die kontinentale Südamerikanische Platte<ref>M. Tsili, D. Zacharopoulos: Does Temperature Effects Propagation and Grow of Cracks in a Submarine Volcano That is under a Hot-spot? In: American Journal of Mechanical Engineering. Band 5, Nr. 2, 26. August 2017, ISSN 2328-4102, S. 58–63, doi:10.12691/ajme-5-2-4 (sciepub.com [abgerufen am 15. Juli 2025]).</ref>. Wie bei vielen Subduktionszonen-Vulkanen kann der Nevado del Ruiz explosive plinianische Eruptionen erzeugen, die pyroklastische Ströme auslösen und Schnee sowie Gletscher am Gipfel schmelzen lassen – was wiederum zerstörerische Lahare (Schlamm- und Gerölllawinen) verursachen kann<ref>Nevado del Ruiz Volcano, Colombia 1985. In: SpringerReference. Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg, doi:10.1007/springerreference_332415.</ref>.

Wie viele andere Andenvulkane ist der Nevado del Ruiz ein Schichtvulkan: ein mächtiger, annähernd kegelförmiger Vulkan, der aus zahlreichen Schichten aus erstarrter Lava und Tephra (einschließlich Vulkanasche) besteht<ref>Walter Sullivan: Plate Under a 'Ring of Fire'. In: The New York Times. 13. Juni 1991, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 15. Juli 2025]).</ref>. Seine Laven sind andesitisch-dazitischer Zusammensetzung<ref>Volcanoes: Principal Types of Volcanoes. Abgerufen am 15. Juli 2025.</ref>. Der heutige Vulkankegel umfasst fünf Lavadome, die alle innerhalb der Caldera eines früheren Ruiz-Vulkans entstanden sind: Nevado El Cisne, Alto de la Laguna, La Olleta, Alto la Pirana und Alto de Santano<ref>Global Volcanism Program | Nevado del Ruiz. Abgerufen am 15. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>. Er erstreckt sich über eine Fläche von mehr als 200 km² und misst in Ost-West-Richtung etwa 65 km<ref name=":0">Read "The Eruption of Nevado Del Ruiz Volcano Colombia, South America, November 13, 1985" at NAP.edu. (nationalacademies.org [abgerufen am 15. Juli 2025]).</ref>. Der breite Gipfel des Berges beherbergt den Arenas-Krater, der einen Durchmesser von 1 km und eine Tiefe von 240 m aufweist<ref name="Global Volcanism Program" />.

Der Nevado del Ruiz liegt – ebenso wie seine Nachbarvulkane Nevado El Cisne und Nevado de Santa Isabel im Südwesten – über der Palestina-Verwerfung, die das darunterliegende El-Bosque-Batholith durchschneidet, dessen Alter auf 49,1 ± 1,7 Millionen Jahre datiert wird<ref>Servicio Geológico Colombiano SGC: Zonificación de la susceptibilidad y la amenaza relativa por movimientos en masa escala 1:100.000. Plancha 225 Nevado del Ruiz. Producto. Servicio Geológico Colombiano, Bogotá 1. Juli 2014, doi:10.32685/4.7.2014.261.</ref>.

Der Gipfel des Vulkans weist steile Hänge mit Neigungen zwischen 20 und 30 Grad auf. In niedrigeren Lagen werden die Hänge flacher (etwa 10 Grad Neigung). Von dort erstrecken sich Ausläufer fast bis zum Río Magdalena im Norden und zum Río Cauca im Westen.<ref>The Eruption of Nevado del Ruiz volcano, Colombia, South America, November 13, 1985 (= Natural disaster studies. v. 4). National Academy Press, Washington, D.C 1991, ISBN 0-309-04477-4.</ref> An zwei Hauptseiten des Gipfels zeigen Abbruchkanten, wo in der Vergangenheit Felsstürze stattfanden. In einigen Fällen schmolz das Eis am Gipfel und löste verheerende Lahare aus – darunter den tödlichsten Vulkanausbruch des Kontinents im Jahr 1985<ref name="Global Volcanism Program" /><ref name=":0" /><ref name=":1" />. Am südwestlichen Hang des Vulkans befindet sich der pyroklastische Kegel La Olleta, der derzeit nicht aktiv ist, aber möglicherweise in historischer Zeit ausgebrochen ist<ref name="Global Volcanism Program" />.

Vulkanische Aktivität

Vulkanausbruch 1985

Für weltweites Aufsehen sorgte der Nevado del Ruiz am 13. November 1985, als zweieinhalb Stunden nach dem Ausbruch des Vulkans ein Lahar (Schlammlawine) die 47 km entfernte Stadt Armero erreichte und mehr als 5000 Gebäude und über 22.000 Menschen unter sich begrub.<ref name=":1">Robert L. Schuster, Lynn M. Highland: Socioeconomic and Environmental Impacts of Landslides. In: U.S. Geological Survey Open-File Report 01-0276. 7. Dezember 2016, abgerufen am 13. November 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
Günter Haaf: Vulkanausbruch in Kolumbien: Vermeidbares Desaster? In: Die Zeit. 22. November 1985, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 13. Dezember 2017; abgerufen am 13. November 2020.</ref>

Besondere Aufmerksamkeit erfuhr die 13-jährige Omayra Sánchez, die drei Tage lang in einer Schlamm- und Schuttgrube feststeckte und deren Todeskampf weltweit in den Medien mitverfolgt wurde.<ref>Wolfgang Kunath: Kolumbien: Die verschwundene Stadt. In: Frankfurter Rundschau. 12. November 2015, abgerufen am 13. November 2020.</ref>

Schlammlawinen dieser Art an diesem Vulkan sind aus den Jahren 1595 und 1845 bekannt; die Stadt Armero war auf den Ablagerungen eines dieser früheren Lahars errichtet.

Vulkanaktivität 2012

Seit April 2012 zeigte der Nevado del Ruiz wieder verstärkte Aktivität. Nach einer Reihe von Erdbeben begann der Vulkan Ende Mai 2012 wieder Asche auszustoßen. 1500 Menschen wurden evakuiert.<ref>Kolumbianischer Vulkan Nevado del Ruiz spuckt Asche. In: derStandard.at. 30. Mai 2012, abgerufen am 13. November 2020.</ref> Ende Juni 2012 brach der Nevado del Ruiz aus und spuckte eine 8 Kilometer hohe Aschenwolke in den Himmel. 2000 Menschen wurden evakuiert.<ref>Nevado del Ruiz spuckt wieder: Tausende Menschen fliehen. In: n-tv.de. 1. Juli 2012, abgerufen am 13. November 2020.</ref>

Unruhe 2023

Nach dem 24. März 2023 nahm nach Behördenangaben die Aktivität deutlich zu, und die Warnstufe wurde auf die zweithöchste (Orange) erhöht, weil ein größerer Ausbruch unmittelbar bevorzustehen schien. Mit der Evakuierung eines kleinen Dorfes wurde bereits begonnen. Von einem Ausbruch wären 57.000 Menschen betroffen. Diese siedeln überwiegend auf Flächen, welche durch Lahare bedroht sind, die durch das Schmelzen von Eis und Schnee auf dem Gipfel des Vulkanes ausgelöst werden könnten.<ref>Zweithöchste Warnstufe – Kolumbien rechnet mit Ausbruch des Nevado del Ruiz. Stern, 5. April 2023, abgerufen am 7. April 2023.</ref> Der Vulkan war schon seit geraumer Zeit mit Aschewolken und Erdbeben aktiv. Diese Aktivität verstärkte sich aber nun. Es ergab sich ein Bild, als würde sich unter dem Vulkan ein Bereich mit Magma füllen.<ref>Marc Szeglat: Vulkan Nevado del Ruiz – News am 01.04.23. www.vulkane.net, 1. April 2023, abgerufen am 7. April 2023.</ref><ref>Marc Szeglat: Vulkan-News 06.04.23: Nevado del Ruiz. www.vulkane.net, 6. April 2023, abgerufen am 7. April 2023.</ref> Die kolumbianische Katastrophenschutzbehörde (UNGRD) stellte am 14. April 2023 die Evakuierungspläne für 22 Gemeinden in einem 15 km Umkreis um den Vulkan herum vor. Des Weiteren wurden vorsorglich einige Hubschrauberlandeplätze angelegt. Die Bürger wurden aufgefordert, sich mit den offiziellen Notfall- und Evakuierungsplänen vertraut zu machen und darauf ausgerichtet, eigene Notfallpläne herzustellen. Ebenso sollten Notfallkoffer für die Flucht bereitgehalten und Trinkwasservorräte gegen eine Kontaminierung durch Vulkanasche abgedeckt werden.<ref>UNGRD presenta rutas de evacuación ante posible erupción del volcán Nevado del Ruiz. UNGDR (kolumbianische Katastrophenschutzbehörde), 13. April 2023, abgerufen am 16. April 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Obwohl der Ausbruch 1985 23.000 Opfer kostete, weigerten sich aber viele Anwohner, ihr Land zu verlassen. Der Grund war, dass beim letzten Ausbruch ebenfalls gewarnt und evakuiert worden war, die Lahare dann aber ausblieben, den Evakuierten stattdessen das Vieh und anderer Besitz gestohlen worden waren und sie so ebenfalls in ihrer Lebensgrundlage bedroht.<ref>Emma Räuschel: Anwohner weigern sich zu evakuieren: Warnung vor Vulkanausbruch mit schrecklichen Folgen. Tag24, 15. April 2023, abgerufen am 19. April 2023.</ref><ref>Stefano Pozzebon: A deadly volcano could erupt ‘within days or weeks’ in Colombia. But only a small fraction of locals have evacuated. Cable News Network, 15. April 2023, abgerufen am 19. April 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In einem Bulletin vom 27. April 2023 teilte der Kolumbianische Geologische Dienst (SGC) mit, dass sich die Erdbebenaktivität durch die Gesteinsbewegungen an den Bruchstellen weiter leicht verstärkt hätte. Diese Erdbebenaktivitäten fanden hauptsächlich in den nördlichen und nordöstlichen Bereichen des Vulkans in Tiefen von 2 bis 3,5 km statt. Die Erdbebenaktivität durch fließendes Magma war auf dem gleichen Niveau wie an den Vortagen geblieben. Dieses passte zur Beobachtung der gleichbleibenden Aktivität durch in Abständen ausgestoßene Aschewolken von maximal 1800 m Höhe. Zwei beobachtete Wärmeanomalien am Grunde des Kraters bestanden weiter fort. Daher war weiter davon auszugehen, das der Vulkan weiterhin sehr instabil ist. Eine Veränderung im Rhythmus der Eruption deutete nicht darauf hin, dass die Aktivität des Vulkanes zurückgegangen war. Ein größerer schwerer Ausbruch war in den nächsten Tagen oder Wochen weiter sehr wahrscheinlich, daher verblieb für diesen Vulkan die Warnstufe auf Orange.<ref>Boletin extraordinario - Del seguimiento de la actividad del volcan NEVADO DEL RUIZ. (PDF) Kolumbianisches Ministerium für Bergbau und Energie über Kolumbianischer Geologischer Dienst, 27. April 2023, abgerufen am 28. April 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Is Colombia’s deadly Nevado del Ruiz on the verge of a major eruption? eurekalert.org - AAAS, 28. April 2023, abgerufen am 29. April 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Einem Aktivitätsbulletin des Kolumbianischen Geologischen Dienstes vom 8. August 2023 war dann zu entnehmen, dass sich der Vulkan etwas beruhigt hat, und deshalb auf die Warnstufe „Gelb“ (ungewöhnliche Aktivität) zurückgestuft wurde. Es werden aber weiterhin Aschewolken ausgestoßen, und es finden leichte Erdbeben statt.<ref>Boletín semanal de actividad volcán Nevado del Ruiz. (PDF) Kolumbianisches Ministerium für Bergbau und Energie über Kolumbianischer Geologischer Dienst, 8. August 2023, abgerufen am 13. August 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Diese leichte Aktivität setzte sich über 2023 und 2024 hinweg fort. In einem Bulletin vom 7. Januar 2025 berichtet der kolumbianische geologische Dienst für den Zeitraum vom 31. Dezember 2024 bis zum 6. Januar 2025 von andauernder seismischer Aktivität und ausgestoßenen Aschewolken, die Höhen bis maximal 2,2 km erreichten. Die Erdbeben wurden meistens im Bereich des Arenas-Kraters und an den nordöstlichen, östlichen, südöstlichen, südwestlichen und nordwestlichen Flanken des Vulkans registriert. Die meisten davon waren dichter als 5 km am Vulkan und in Tiefen von 1 bis 7 km vom Gipfel aus. Die Satellitenüberwachung zeigte mehrere heiße Stellen am Boden des Arenas-Kraters. Es wird empfohlen, die Nähe des Arenas-Kraters zu meiden und sich auch nur so kurz wie möglich auf der Straße von Murillo nach Cerro aufzuhalten. Ferner sollten die Täler der Flüsse Gualí, Azufrado und Lagunilla, die am Vulkan entspringen, gemieden werden, da sie sich in der Zone mit hoher vulkanischer Gefährdung insbesondere durch Lahare, befinden. Der Nevado del Ruiz befindet sich als aktivster Vulkan in Kolumbien seit 2012 in einem Eruptionsmodus, der durch kleinere Eruptionen mit Ascheemissionen gekennzeichnet ist. Die aktuelle Warnstufe ist weiterhin „Gelb“, was die zweite Stufe in der vierstufigen Skala bedeutet.<ref>Boletín semanal de actividad volcán Nevado del Ruiz. (PDF) Kolumbianisches Ministerium für Bergbau und Energie über Kolumbianischer Geologischer Dienst, 7. Januar 2025, abgerufen am 13. August 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Gletscher

Der Nevado del Ruiz ist von Gletschern bedeckt, die sich vor mehreren Jahrtausenden gebildet haben und seit dem Letzten Glazialen Maximum allmählich zurückgehen. Vor 28.000 bis 21.000 Jahren bedeckten die Gletscher noch etwa 1.500 km² des Ruiz-Tolima-Massivs. Selbst vor 12.000 Jahren, als sich die Eisdecke der letzten Eiszeit bereits zurückzog, erstreckten sie sich noch über 800 km². Während der Kleinen Eiszeit (ca. 16.–19. Jahrhundert) bedeckten sie etwa 100 km².<ref>Jean-Claude Thouret, Thomas Van der Hammen, Barry Salomons, Etienne Juvigné: Paleoenvironmental Changes and Glacial Stades of the Last 50,000 Years in the Cordillera Central, Colombia. In: Quaternary Research. Band 46, Nr. 1, Juli 1996, ISSN 0033-5894, S. 1–18, doi:10.1006/qres.1996.0039.</ref>

Seitdem schrumpfen die Gletscher weiter aufgrund der globalen Erwärmung.<ref name=":2">Christian Huggel, Jorge Luis Ceballos, Bernardo Pulgarĺn, Jair Ramírez, Jean-Claude Thouret: Review and reassessment of hazards owing to volcano–glacier interactions in Colombia. In: Annals of Glaciology. Band 45, 2007, ISSN 0260-3055, S. 128–136, doi:10.3189/172756407782282408.</ref> Im Jahr 1959 war die vergletscherte Fläche bereits auf 34 km² reduziert.<ref>Jennifers N. Morris, Alan J. Poole, und Andrew G. Klein: Retreat of Tropical Glaciers in Colombia and Venezuela from 1984 to 2004 as Measured from ASTER and Landsat Images. In: 63rd Eastern Snow Conference. Newark, Delaware, USA 2006.</ref> Nach dem Ausbruch von 1985, der etwa 10 % der Gipfeleisdecke zerstörte, halbierte sich die Fläche von 17–21 km² (unmittelbar nach dem Ausbruch) auf ca. 10 km² im Jahr 2003. Während die Gletscher 1985 noch bis auf 4.500 m hinabreichten, lagen Anfang der 2000er Jahre ihre unteren Grenzen nur noch bei 4.800–4.900 m.<ref name=":2" /> Im Jahr 2022 waren noch 7,6 km² vergletschert.<ref name="ideam2023" />

Das dicke Eis des Gipfelplateaus könnte eine Caldera verbergen, da fünf Lavadome sichtbar wurden, als das Eis zurückging.<ref>J.C. Thouret, J. Ramírez C., B. Gibert-Malengreau, C.A. Vargas, J.L. Naranjo, J. Vandemeulebrouck, F. Valla, M. Funk: Volcano–glacier interactions on composite cones and lahar generation: Nevado del Ruiz, Colombia, case study. In: Annals of Glaciology. Band 45, 2007, ISSN 0260-3055, S. 115–127, doi:10.3189/172756407782282589.</ref>

Das Schmelzwasser speist die Flüsse Cauca (Westen) und Magdalena (Osten).<ref>The Eruption of Nevado del Ruiz volcano, Colombia, South America, November 13, 1985 (= Natural disaster studies. v. 4). National Academy Press, Washington, D.C 1991, ISBN 0-309-04477-4.</ref> Die Gletscher versorgen 40 Gemeinden mit Trinkwasser, weshalb Wissenschaftler und Behörden besorgt sind über die zukünftige Wasserversorgung, falls die Gletscher vollständig verschwinden.<ref>The Thawing of the Peaks. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. September 2008; abgerufen am 16. Juli 2025.</ref>

Siehe auch

Weblinks

Fotos und Videos

Commons: Nevado del Ruiz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wissenschaftliche Beiträge

Einzelnachweise

<references />

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