Zum Inhalt springen

Attilio Nicora

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 25. Januar 2026 um 00:57 Uhr durch imported>Jordi (lf).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Attilio Nicora.jpg
Attilio Kardinal Nicora (Mai 2008)
Datei:Coat of arms of Attilio Nicora.svg
Kardinalswappen

Attilio Kardinal Nicora (* 16. März 1937 in Varese; † 22. April 2017 in Rom<ref>Italienischer Kurienkardinal Nicora gestorben. In: kathpress.at. 23. April 2017, abgerufen am 23. April 2017.</ref>)<ref>Lutto. Morto il cardinale Attilio Nicora, pastore e insigne giurista. In: avvenire.it. 22. April 2017, abgerufen am 23. April 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> war ein italienischer Kirchenrechtler und Kurienkardinal der römisch-katholischen Kirche.

Leben

Attilio Nicora absolvierte 1959 zunächst ein Studium der Rechtswissenschaften an der Università Cattolica del Sacro Cuore in Mailand. Anschließend trat er in das Priesterseminar der Diözese Mailand ein und studierte Philosophie sowie Katholische Theologie an der Universität Mailand. Am 27. Juni 1964 empfing er das Sakrament der Priesterweihe durch den Erzbischof von Mailand, Giovanni Umberto Colombo. Am Päpstlichen Lombardischen Priesterseminar in Rom absolvierte er ein Studium des Kirchenrechts; an der Päpstlichen Universität Gregoriana wurde er nach einem Studium des Kanonischen Rechts promoviert. Nicora wurde daraufhin zum Professor für Kanonisches Recht und Allgemeines Kirchenrecht am Priesterseminar von Mailand berufen, dem er auch ab 1970 als Regens vorstand.

Papst Paul VI. ernannte ihn am 16. April 1977 zum Titularbischof von Furnos Minor und zum Weihbischof im Erzbistum Mailand. Die Bischofsweihe spendete ihm am 28. Mai desselben Jahres Giovanni Umberto Kardinal Colombo; Mitkonsekratoren waren Bernardo Citterio, Weihbischof im Erzbistum Mailand, und Giulio Oggioni, Bischof von Bergamo. In der Italienischen Bischofskonferenz leitete er die Kommission für Fragen der Caritas. 1992 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Bischof des Bistums Verona ernannt. Er war ab 1997 in der Kurie tätig und unter anderem Italiens Vertreter bei der Europäischen Kommission der Bischöfe für Fragen der Europäischen Gemeinschaft. Zudem hatte er die Leitung Recht beim Präsidium der Italienischen Bischofskonferenz inne. Er galt als Experte der komplizierten Rechtsfragen zwischen der Republik Italien und dem Vatikan und war 1984 „Architekt“ der Neuordnung des italienischen Konkordats.<ref name="KNA">Kurienkardinal Nicora gestorben. Katholische Nachrichtenagentur KNA, 23. April 2017, abgerufen am 24. April 2017.</ref> Erzbischof Kardinal Carlo Maria Martini ernannte Nicora zudem zum Pro-Generalvikar der Diözese Mailand.

Am 21. Oktober 2003 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Kardinal im Rang eines Kardinaldiakons mit der Titeldiakonie San Filippo Neri in Eurosia ernannt. Am 12. Juni 2014 wurde er von Papst Franziskus zum Kardinalpriester erhoben.<ref>Konsistorium: Interne Kardinalsbeförderungen. Radio Vatikan, 12. Juni 2014, abgerufen am 1. Januar 2023.</ref>

2002 wurde Nicora Präsident der Güterverwaltung des Apostolischen Stuhls (APSA).<ref>Leiter der päpstlichen Güterverwaltung gibt Aufgabe ab. kipa/apic, 7. Juli 2011, abgerufen am 19. Juli 2016.</ref> Damit verbunden war seine Erhebung zum „Erzbischof ad personam“. 2011 trat er als Präsident der APSA zurück und wurde von Papst Benedikt XVI. am 19. Januar 2011 zum Präsidenten des Verwaltungsrates der neu geschaffenen vatikanischen Finanzaufsichtsbehörde AIF (Autorità d’informazione finanziaria).<ref>Kardinal Nicora wird Chef der Finanzaufsichtsbehörde. kipa/apic, 21. Januar 2011, abgerufen am 19. Juli 2016.</ref> ernannt. Nicora war wesentlich in die Neuordnung im vatikanischen Wirtschafts- und Finanzsektor involviert und in die Umsetzung von Maßnahmen im Bereich der Bekämpfung der Geldwäsche und dem Dialog mit den internationalen Institutionen eingebunden. Papst Franziskus entband ihn am 30. Januar 2014 auf seinen Wunsch vom Amt des Präsidenten des AIF und ernannte Kurienbischof Giorgio Corbellini zum Interimspräsidenten.<ref>Rinuncia del Presidente dell’Autorità di Informazione Finanziaria e Nomina del Presidente ad Interim. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 30. Januar 2014, abgerufen am 19. Juli 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Januar 2015 erfolgte die Berufung durch Papst Franziskus zu einem von acht Mitgliedern eines neuen Kuriengremiums, das Missbrauchsverfahren an der Glaubenskongregation beschleunigen soll.<ref name="KNA" />

Kardinal Nicora war bis zu seinem Tode Päpstlicher Legat für die Basilika San Francesco und Basilika Santa Maria degli Angeli, beide in Assisi. Er engagierte sich viele Jahre für die Päpstliche Stiftung Centesimus Annus Pro Pontifice.

Mitgliedschaften

Kardinal Nicora war Mitglied folgender Einheiten der Römischen Kurie:

Weblinks

Commons: Attilio Nicora – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

VorgängerAmtNachfolger
Giuseppe AmariBischof von Verona
1992–1997
Flavio Roberto Carraro
Agostino Kardinal CacciavillanPräfekt der Güterverwaltung des Apostolischen Stuhls
2002–2011
Domenico Kardinal Calcagno

Vorlage:Hinweisbaustein