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Rittberger

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Vorlage:Hinweisbaustein Der Rittberger ist ein Kantensprung beim Eiskunstlauf und beim Rollkunstlauf (Rollsport). Der Sprung ist nach Werner Rittberger benannt, im englischsprachigen Raum hat sich der Name „Rittberger“ nicht durchgesetzt, dort wird der Ausdruck „loop (jump)“ (Schleifensprung) verwendet.

Durchführung

Der Läufer gleitet erst mit beiden Beinen rückwärts auf dem Eis. Dann verlagert er sein Gewicht auf das rechte Bein, das in der Rechtskurve fest ins Eis gepresst werden muss, um nicht abzurutschen. Schließlich springt der Läufer nach hinten ab und dreht sich einmal oder mehrfach um jeweils 360 Grad (einfacher, zweifacher, dreifacher oder vierfacher Rittberger). Der Rittberger wird auf jenem Bein gelandet, auf dem er abgesprungen wird.

Geschichte

Zur Entstehung des Sprungs und den Zeitraum gibt es verschiedene Versionen. Eine Version besagt, dass Werner Rittberger 1909 den Sprung im Berliner Eispalast bei einem Schaulaufen zu Musik von Walter Kollo zufällig ausführte, als ein plötzlicher Trommelschlag ihn instinktiv dazu veranlasste, sich von der hinteren Außenkante abzustoßen, sich vollständig zu drehen und auf derselben Kante zu landen.<ref>Volker Kluge: Gillis Grafström – the Artist among the Figure Skaters. (PDF) 2018, abgerufen am 23. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In der anderen Darstellung soll der Sprung sich auf eine Unebenheit auf dem Eis im Eispalast 1910 zurückführen lassen, die Werner Rittberger überraschte und er erschrocken in die Luft sprang, sich drehte und auf seiner rückwärts gerichteten Außenkante landete.<ref>Werner Rittberger, The Inventor of The Loop Jump. 15. Dezember 2024, abgerufen am 23. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Rittbergers Enkel Michael geht davon aus, das der Sprung im Training entwickelt wurde und sieht in der Anektdote eine „geschickte Werbestrategie“. Bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften 1910 in Davos soll Rittberger den Sprung erstmal in einem internationalen Wettkampf gezeigt haben.<ref name="lvr">Werner Rittberger. In: Portal Rheinische Geschichte. Landschaftsverband Rheinland, abgerufen am 23. Februar 2026.</ref><ref>Michael von Lehmden: Opa war ein Eislaufstar. 2008, abgerufen am 23. Februar 2026.</ref>

Den ersten dreifachen Rittberger bei den Männern stand Richard Button bei den Olympischen Spielen 1952 und bei den Frauen Gaby Seyfert im Jahr 1968. Éric Millot zeigte 1996 als Erster eine Dreifach-Rittberger-Dreifach-Rittberger-Kombination.

Am 30. September 2016 landete der Japaner Yuzuru Hanyū beim Autumn Classic International 2016 in Pierrefonds-Roxboro als erster Eiskunstläufer einen vierfachen Rittberger erfolgreich in einem internationalen Wettbewerb.<ref>Yuzuru Hanyu SP - 2016 Autumn Classic. In: dailymotion.com. 1. Oktober 2016, abgerufen am 16. März 2024.</ref>

Evolution des Sprunges

Die Tabelle zeigt die Daten der ersten Male, in denen der jeweilige Rittberger in einem Wettbewerb erfolgreich gestanden wurde.

Abkürzung Sprungart Eiskunstläufer Nation Jahr / Wettbewerb / Ort Ref
1Lo Einfacher Rittberger (Herren) Deutsches ReichDatei:Flag of Germany (1867–1919).svg Deutsches Reich 1910 / Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften 1910 / Davos <ref name="lvr" />
Einfacher Rittberger (Damen)
2Lo Doppelter Rittberger (Herren)
Doppelter Rittberger (Damen)
3Lo Dreifacher Rittberger (Herren) Vereinigte StaatenDatei:Flag of the United States.svg Vereinigte Staaten Olympische Winterspiele 1952 <ref name="mediaguideISU" details="S.20" />
Dreifacher Rittberger (Damen) Deutschland Demokratische Republik 1949Datei:Flag of East Germany.svg Deutsche Demokratische Republik 1968 <ref name="mediaguideISU" details="S.20" />
4Lo Vierfacher Rittberger (Herren) JapanDatei:Flag of Japan.svg Japan Skate Canada Autumn Classic International 2016 <ref name="mediaguideISU" details="S.21" />
Vierfacher Rittberger (Damen) RusslandDatei:Flag of Russia.svg Russland 2022 / Russische Eiskunstlauf-Meisterschaften <ref name="mediaguideISU" details="S.21" />

Galerie

Literatur

  • Waltraud Witte: Eiskunstlauf-Basics. Meyer & Meyer Verlag, Aachen 2008 (Neuauflage), ISBN 3-89899-331-0.
  • Carole Shulman: The Complete Book of Figure Skating. Human Kinetics, Illinois 2002, ISBN 0-7360-3548-6.
  • Ellyn Kestnbaum: Culture on Ice: Figure Skating & Cultural Meaning. Wesleyan University Press, Middletown 2003, ISBN 0-8195-6642-X.
  • Lynn Kirby: A Perfect Landing (= Winning Edge Series, Band 1). Thomas Nelson Inc., Nashville 1998, ISBN 0-8499-5835-0.
  • Kristi Yamaguchi, Christy Kjarsgaard-Ness, Jody Meacham: Figure skating for dummies. John Wiley & Sons, Foster City 1997, ISBN 0-7645-5084-5.

Einzelnachweise

<references responsive> <ref name="mediaguideISU"> ISU Figure Skating Media Guide 2025/26. (PDF) International Skating Union, 21. August 2025, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 18. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).@1@2Vorlage:Toter Link/isu-d8g8b4b7ece7aphs.a03.azurefd.net (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive ) </ref> </references>

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