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Oberweser

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Datei:Oberweser in KS mit Labels.svg
Lage von Oberweser im Landkreis Kassel
Datei:DEU Wesertal COA.svg
Wappen der Gemeinde bis 2019

Oberweser war eine Gemeinde im Landkreis Kassel in Hessen, die von 1971 bis 2019 existierte. Sie fusionierte mit ihrer Nachbargemeinde Wahlsburg zur Gemeinde Wesertal.

Geographie

Oberweser lag im äußersten Norden von Nordhessen zwischen dem Solling (im Norden), dem Höhenzug Kiffing (im Osten), dem Bramwald (im Südosten) und dem Reinhardswald (im Westen). Die Gemeinde befand sich am Oberlauf der Weser zu beiden Seiten des Flusses zwischen Hann. Münden und Bad Karlshafen. Auf einer Fläche von 41,16 km² lebten 3158 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2018).

Nachbargemeinden

Oberweser grenzte im Norden an die Gemeinde Wahlsburg (Landkreis Kassel in Hessen), im Osten an die Gemeinde Uslar (Landkreis Northeim in Niedersachsen), im Südosten an den Flecken Adelebsen (Landkreis Göttingen in Niedersachsen) sowie an die zu Uslar gehörende Exklave Fürstenhagen, im Süden an die Stadt Hann. Münden (Landkreis Göttingen) sowie im Westen an das gemeindefreie Gebiet Gutsbezirk Reinhardswald (Landkreis Kassel). Außerdem grenzt die Gemeinde durch ihre Exklave Gewissenruh an die Gemeinde Bodenfelde (Landkreis Northeim in Niedersachsen).

Gemeindegliederung

Datei:Gieselwerder 01.jpg
Rathaus von Oberweser in Gieselwerder

Die Gemeinde Oberweser bestand aus den Ortsteilen Arenborn, Gewissenruh, Gieselwerder, Gottstreu, Heisebeck und Oedelsheim. Der Sitz der Gemeindeverwaltung war Gieselwerder.

Geschichte

Gewissenruh und Gottstreu sind Waldensersiedlungen, die beide von Landgraf Karl von Hessen-Kassel im Jahre 1722 als französische Kolonie mit je 12 Familien angelegt wurden. Oedelsheim wurde 1084 erstmals urkundlich erwähnt, die drei anderen Orte folgten bis zum 13. Jahrhundert. Es gilt jedoch als sicher, dass sie zwischen 400 und 800 n. Chr. entstanden sind.

Gemeindebildung 1971

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten am 1. Februar 1971 die bis dahin selbständigen Gemeinden Arenborn, Gewissenruh, Gieselwerder, Gottstreu und Oedelsheim freiwillig zur neuen Gemeinde Oberweser.<ref>Gemeindegebietsreform: Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 29. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 7, S. 286, Punkt 362, Abs. 1 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 5,1 MB]).</ref> Am 1. August 1972 kam noch kraft Landesgesetz Heisebeck hinzu.<ref></ref> Sitz der Gemeindeverwaltung wurde Gieselwerder.<ref name="lagis" />

Fusion mit Wahlsburg

Am 28. Oktober 2018, parallel zur hessischen Landtagswahl, stimmte eine Mehrheit der Bürger von Oberweser im Rahmen eines Bürgerentscheids für die Fusion mit der Nachbargemeinde Wahlsburg zu einer neuen Gemeinde Wesertal.<ref>Fusion von Oberweser und Wahlsburg: Bürger stimmten über Namen ab. Abgerufen am 7. Juni 2019.</ref> Die Bürger von Wahlsburg stimmten in einem parallel stattfindenden Bürgerentscheid ebenfalls für den Zusammenschluss. Die Fusion fand zum 1. Januar 2020 statt.<ref>Bürgerentscheid zur Fusion. Abgerufen am 11. November 2018.</ref>

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Oberweser 3343 Einwohner. Darunter waren 42 (1,3 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 55 Einwohner unter 18 Jahren, 1236 zwischen 18 und 49, 768 zwischen 50 und 64 und 763 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 1467 Haushalten. Davon waren 366 Singlehaushalte, 423 Paare ohne Kinder und 507 Paare mit Kindern, sowie 153 Alleinerziehende und 21 Wohngemeinschaften. In 291 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 903 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

Vorlage:Einwohner B Diagramm

Religionszugehörigkeit

• 1987: 3024 evangelische (= 83,4 %), 409 katholische (= 11,3 %), 192 sonstige (= 5,3 %) Einwohner<ref name="Z2011S" />
• 2011: 2507 evangelische (= 75,0 %), 289 katholische (= 8,6 %), 547 sonstige (= 16,4 %) Einwohner<ref name="Z2011S" />

Politik

Gemeindevertretung

Die letzte Kommunalwahl fand am 6. März 2016 statt, nach der Fusion von Oberweser zu Wesertal gibt es seit der Kommunalwahl am 14. März 2021 nur eine Gemeindevertretung in Wesertal.

Die Wahlergebnis bis 2016 sind hier aufgelistet:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
<ref>Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen im April 2016.</ref>
Sitze
2016
%
2011
<ref>Vorlage:KW11-Hessen</ref>
Sitze
2011
%
2006
<ref>Vorlage:KW06-Hessen</ref>
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 57,7 13 59,6 14 57,6 13 54,7 12
UWG Unabhängige Wähler-Gemeinschaft 26,9 6 22,1 5 20,9 5 17,0 4
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 15,4 4 18,3 4 21,4 5 20,6 5
FDP Freie Demokratische Partei 7,7 2
Gesamt 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23
Wahlbeteiligung in % 54,3 53,3 53,8 75,0

Bürgermeister

Nach der hessischen Kommunalverfassung war der Bürgermeister Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Oberweser neben dem Bürgermeister und dem hauptamtlichen Ersten Beigeordneten zehn ehrenamtliche Beigeordnete angehörten. Seit dem Jahr 1993 werden in Hessen die Bürgermeister für sechs Jahre direkt gewählt.<ref name="DW">Bürgermeister-Direktwahlen in Oberweser. In: Statistik.Hessen. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im Januar 2021.</ref>

Letzter Bürgermeister war seit 1. November 2016 Cornelius Turrey (SPD).<ref name="DW" /><ref>HNA vom 10. Oktober 2016: Amtsantritt am 1. November. Turrey wird Bürgermeister in Oberweser, abgerufen am 13. Dezember 2016</ref><ref>Cornelius Turrey im Internet</ref> Seine direkt gewählten Amtsvorgänger waren:<ref name="DW" />

Partnerschaft

Oberweser unterhielt seit 1995 partnerschaftliche Beziehungen zu Adony im ungarischen Komitat Fejér.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

In Oberweser waren über 50 lokale Vereine tätig.

Mit dem Gestiefelten Kater aus Oedelsheim und Schneewittchen und die sieben Zwerge aus Gieselwerder war Oberweser Teil der Deutschen Märchenstraße. In Gieselwerder liegt das Freilichtmuseum Mühlenplatz<ref>Freilichtausstellung „Der Mühlenplatz“ Tourist-Information Gemeinde Oberweser. Abgerufen im April 2019.</ref>, das Miniaturnachbauten historischer Gebäude zeigt.

Das Webereimuseum<ref>Webereimuseum Kirchner, abgerufen im April 2019.</ref> liegt in einem Fachwerkhaus von 1723, am Steinweg 2. Das Haus wird Kleiner Schneider genannt. Das niederdeutsche Hallenhaus ist ein sogenanntes Diemelsächsisches Bauernhaus, eine Form des niederdeutschen Einhauses. Typisch ist das Deelentor (oder Dielentor, ein großes Eingangstor eines Dielenhauses), welches mit Ornamenten und Schrift verziert ist. Von der Durchfahrtstenne gehen Ställe und Wohnräume ab. Die Giebelfassade wurde aufwändig restauriert. Seit April 2019 ist das Haus zur Besichtigung geöffnet.<ref>Beatrice Härig: Märchen in Gieselwerder. Im Blickpunkt. In: Deutsche Stiftung Denkmalschutz (Hrsg.): Monumente. Magazin für Denkmalkultur in Deutschland. Nr. 3. Monumente Publikationen, 2019, ISSN 0941-7125, S. 6.</ref>

Als weiteres Museum ist das Schiffermuseum Gieselwerder zu nennen.<ref>Schiffsmuseum Gieselwerder, abgerufen im April 2019.</ref>

In einem Fachwerkwohnhaus von 1656 hat Oedelsheim ein Dorf-Museum.<ref>Heimat- und Verkehrsverein Oedelsheim: Dorfmuseum</ref>

Verkehr

Am linken Weserufer führte die Bundesstraße 80 durch Oberweser, am rechten Weserufer die Landesstraße 561, beide verbunden durch die Landesstraße 763 mit einer Weserbrücke bei Gieselwerder.

Weblinks

Commons: Oberweser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="lagis">Oberweser, Gemeinde (1.2.1971-31.12.2019), Landkreis Kassel. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 15. Januar 2020). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 28 und 84, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> <ref name="Z2011S">Ausgewählte Strukturdaten über die Bevölkerung am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 76, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 31. März 2022;. </ref> </references>

Vorlage:Hinweisbaustein Koordinaten: 51° 35′ 58″ N, 9° 32′ 59″ O

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