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Microcystis

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Microcystis
Datei:Microcystis aeruginosa.jpeg

Microcystis aeruginosa

Systematik
Domäne: Bakterien (Bacteria)
Stamm: Cyanobakterien s. l. (Cyanobacteriota)
Klasse: Cyanobakterien s. s. (Cyanophyceae)
Ordnung: Chroococcales
Familie: Microcystaceae
Gattung: Microcystis
Wissenschaftlicher Name
Microcystis
Lemmermann, 1907<ref name=NCBI>NCBI: Microcystis (genus); graphisch: Microcystis, auf: Lifemap, NCBI Version.</ref>

Microcystis ist eine Gattung der Cyanobakterien (Blaugrünbakterien, früher „Blaualgen“).

Beschreibung

Microcystis bildet bis auf über 1 mm Größe heranwachsende Aggregate aus vielen in Gallerte eingebetteten Zellen. Die Gallerte ist kugelig bis unregelmäßig geformt und ungeschichtet. Die Zellen sind blaugrün bis olivgrün gefärbt und von kugeliger Gestalt. Sie erreichen eine Größe von 1 bis 9 µm. In den Zellen befinden sich wie bei allen Bakterien keine Zellkerne und keine Plastiden. Meist enthalten die Zellen sogenannte Gasvakuolen. Hierbei handelt es sich um mit Luft gefüllte, von einer speziellen Proteinmembran umgebene Hohlräume. Durch den Auf- und Abbau dieser Vakuolen können die Zellen ihre Dichte verändern, was ihnen ermöglicht, in der freien Wassersäule von Seen zu schweben.

Fortpflanzung

Die ungeschlechtliche Vermehrung erfolgt durch Zellteilung. Die Teilungsebenen bei aufeinander folgenden Teilungen sind senkrecht zueinander angeordnet. Aggregate können außerdem fragmentieren.

Geschlechtliche Fortpflanzung kommt bei Cyanobakterien nicht vor.

Verbreitung

Microcystis lebt im Plankton kleinerer und größerer, stehender Gewässer. Die Art bildet zuweilen Algenblüten, wobei der Giftstoff Microcystin (MC) gebildet werden kann. Eine solche giftige Algenblüte gab es beispielsweise 2014 im Erie-See.<ref name="Hellweger2022" />

Arten (Auswahl)

Viren

Microcystis-Spezies werden von einer Reihe von Viren infiziert, die wegen ihres Wirtes als Bakteriophagen (genauer: Cyanophagen) klassifiziert werden. Beispiele sind:

Diese haben den für die Klasse Caudoviricetes typischen Kopf-Schwanz-Aufbau und werden wegen des kurzen Schwanzteils als Podoviren typisiert. Mangels genauerer Daten werden sie vorläufig in die informelle Podoviren-Gattung „Cyanopodovirus“ gestellt, die taxonomisch nicht zugeordnete Cyanophagen mit diesem Morphotyp vereint.

Dem Morphotyp der Myoviren unter den Caudoviricetes entspricht dagegen die folgenden Beispiele von Microcystis-Viren:

  • Spezies Microcystis virus LMM01 (wiss. Fukuivirus LMM01), mit Cyanophage Ma-LMM01 alias Microcystis-Phage Ma-LMM01 oder en. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)
  • Spezies Microcystis-Virus MVDC (wiss. Fukuivirus MVDC), mit Microcystis-Phage MaMV-DC alias en. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)

aus der offiziellen Gattung Fukuivirus.<ref>ICTV: ICTV Taxonomy history: Microcystis virus Ma-LMM01.</ref><ref>D. Turner et al.: Rename 2,532 bacterial virus species to the binomial format (zip,xlsx), Vorschlag an das ICV, Oktober 2020.</ref>

Quellen

  • Karl-Heinz Linne von Berg, Michael Melkonian u. a.: Der Kosmos-Algenführer. Die wichtigsten Süßwasseralgen im Mikroskop. Kosmos, Stuttgart 2004, ISBN 3-440-09719-6.

Weiterführende Literatur

Weblinks

Commons: Microcystis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references>

<ref name="Hellweger2022"> Ferdi L. Hellweger, Robbie M. Martin, Falk Eigemann, Derek J. Smith, Gregory J. Dick, Steven W. Wilhelm: Models predict planned phosphorus load reduction will make Lake Erie more toxic. In: Science, Band 376, Nr. 6596, 26. Mai 2022, S. 1001–1005; doi:10.1126/science.abm6791. Dazu:

</references>