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Vizekusen

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Vizekusen, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) („Niemalskusen“),<ref>Matt Barlow: Ballack bid to avoid Neverkusen repeat. In: dailymail.co.uk. 22. Februar 2008, abgerufen am 21. April 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Phil Minshull: Now is the time for The Neverkusen. In: bbc.co.uk. 1. Februar 2010, abgerufen am 21. April 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> war<ref>Jannis Koltermann: Nie mehr Vizekusen, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 15. April 2024.</ref> ein im Fußballjargon und Sportjournalismus gängiger Spottname für das deutsche Fußballteam Bayer 04 Leverkusen. Er entstand um das Jahr 2000, als Bayer Leverkusen sich als Spitzenteam etablierte, aber außer einigen Erfolgen um 1990 (UEFA-Pokal 1988, DFB-Pokal 1993 und Hallen-Masters 1994) bis 2024 (Gewinn der Deutschen Meisterschaft) keinen ersten Platz mehr in etlichen nationalen und internationalen Wettbewerben erreichte; der zweite Platz wird umgangssprachlich häufig als „Vize-“ bezeichnet.<ref>Duden: Vize, der.</ref> Die Muttergesellschaft des Vereins, die Bayer AG, hat sich den auch selbstironisch gebrauchten Begriff neben anderen als geschütztes Markenzeichen eintragen lassen.

Entstehung

Bayer Leverkusen hatte vor dem 34. Spieltag der Bundesligasaison 1999/2000 drei Punkte Vorsprung auf den FC Bayern München und verfehlte u. a. durch ein Eigentor von Michael Ballack gegen Aufsteiger SpVgg Unterhaching den sicher geglaubten Meistertitel.<ref>Roland Leroi: "Vizekusen": Bayers Angst vor dem nächsten Haching. In: rp-online.de. 11. Mai 2011, abgerufen am 21. April 2024.</ref> Dieses Spiel vom 20. Mai 2000 wird allgemein als Beginn des Mythos „Vizekusen“ bezeichnet. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) nannte bei seiner Wochenschau vom Mai 2012 den 15. Mai 2002, das Finale der UEFA Champions League 2001/02, die Geburtsstunde von „Vizekusen“.<ref>DFB-Wochenschau: Geburtsstunde von „Vizekusen“, abgerufen am 22. Mai 2012.</ref>

Die mehrfachen Finalteilnahmen ohne Titel des Vereins in der Saison 2001/02 trugen stark zur Etablierung bei. Bayer Leverkusen ist eine von sechs deutschen Mannschaften neben dem FC Bayern München, Borussia Dortmund, dem Hamburger SV, Borussia Mönchengladbach und Eintracht Frankfurt, die bisher das Finale der Champions League bzw. des Europokals der Landesmeister erreicht haben. Leverkusen erreichte dies in der Saison 2001/02, zudem wurde in den beiden anderen Wettbewerben (Bundesliga, DFB-Pokal) um den ersten Platz gespielt. Die Mannschaft belegte aber, als erste deutsche Mannschaft überhaupt, jeweils nur den zweiten Platz.<ref>Max Dinkelacker: Der Kollaps, 11 Freunde, 20. Mai 2020, abgerufen am 23. Mai 2020.</ref> (2012 wurde der FC Bayern dreimal Zweiter, s. u.) Die Werkself geriet danach in erhebliche Turbulenzen und musste in der Folgesaison gegen den Abstieg kämpfen. Ballack wurde unterstellt, als Inbegriff des ewigen Zweiten<ref>Fußball Der Bundesliga-Teamcheck Seite 10/18: Bayer Leverkusen, Die Zeit 2012, abgerufen am 23. Mai 2012.</ref> regelmäßig bei wichtigen Spielen, vor allen Dingen auf internationaler Ebene, zu scheitern.<ref>Ballack wieder Vizemeister – Ewiger Zweiter?, spiegel.de, 30. Juni 2008, abgerufen am 22. Mai 2012.</ref><ref>Ballacks Rückkehr in die ewige zweite Heimat, tagesspiegel.de, abgerufen am 22. Mai 2012.</ref>

Ballack verlor neben Bernd Schneider, Carsten Ramelow, Oliver Neuville und Hans Jörg Butt auch mit der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2002 in Japan und Südkorea das Finale gegen Brasilien; diese Spieler holten damit ihren vierten Vize-Titel der Saison. Der Brasilianer Lúcio war damit der einzige in Leverkusen unter Vertrag stehende Profi, der in der Spielzeit 2001/02 einen Titel gewann.

Übertragene Verwendung

Der Begriff war wiederholt in der überregionalen Presse zu finden und wurde auch bei anderen Vereinen bei ähnlichen Phänomenen angeführt. 2012 wurde in Zusammenhang mit dem jeweils zweiten Platz in Champions League, Meisterschaft und DFB-Pokal des FC Bayern München von einem Jahr verpasster Chancen in der Vereinsgeschichte der Münchener gesprochen. Die Presse kam wiederholt mit dem Begriff Vizekusen-Syndrom oder in Anklang an Web 2.0 Vizekusen 2.0 auf.<ref>Alptraum dahoam - Vize-Bayern in Schockstarre, Die Welt, 20. Mai 2012, abgerufen am 22. Mai 2012.</ref><ref>Vizekusen 2.0, Die Welt, abgerufen am 22. Mai 2012.</ref> Aufgrund der Schwierigkeiten der Leverkusener nach den verlorenen Finalen wurde bei den Bayern von einem Vizekusen-Stigma gesprochen, das es möglichst schnell abzulegen gelte.<ref>Bayern München Sag mir, wo die Champions sind von Cord Sauer, Stern, 22. Mai 2012, abgerufen am 22. Mai 2012.</ref> Das Kicker-Sportmagazin sah das Attribut hingegen positiv.<ref>Kicker Fußball-Jahrbuch 2011, Stiebner Verlag GmbH, 2011, 175 Seiten, S. 13.</ref> Dem Ligakonkurrenten wurde unterstellt, Leverkusen mit dem Spottwort verunsichern zu wollen.<ref>1:0 in Freiburg Vizekusen zum Fünften, Von Nervenflattern, wie es vor allem die Münchner Bayern hatten heraufbeschwören wollen, war nichts zu spüren. Bayer Leverkusen wird nach dem 1:0 in Freiburg wieder Zweiter und qualifiziert sich direkt für die Champions League. Christian Kamp, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14. Mai 2011, abgerufen am 22. Mai 2012.</ref>

2010 sprach die Süddeutsche Zeitung von Unbesiegbarkusen, als Bayer 24-mal in Folge ungeschlagen vom Platz ging, die Meisterschaft dennoch nicht gewann.<ref>Bundesliga: Bayer Leverkusen Respekt, Vizekusen!, Süddeutsche Zeitung, 8. März 2010, 10:52, Ein Kommentar von Thomas Hummel, Die erste Saisonniederlage für Bayer Leverkusen weckt alte Vorurteile und lässt einen Absturz befürchten. Aber Häme ist völlig unangebracht, abgerufen am 22. Mai 2012.</ref>

Im Vorfeld der EM 2012 kamen auch Befürchtungen auf, ein Vizekusen- oder Vize-Bayern-Syndrom könnte sich wie bei der WM 2002 auf die Spieler der jeweilig betroffenen Vereinsmannschaften in der Nationalmannschaft übertragen.<ref>Fußball – Zurück und nach vorne – Champions League und EM 2012, Der Wahlberliner, Das Netzmagazin von Alexander Platz, abgerufen am 22. Mai 2012.</ref>

Rechtliche Aspekte

Das Mutterunternehmen der Werkself, die Bayer AG, veranlasste 2010 den Schutz des Begriffes Vizekusen beim Deutschen Patent- und Markenamt in München als Wortmarke,<ref>Registerauskunft Registernummer 302010011572 (Marke eingetragen, Stand am 21.04.2024) Deutsches Patent- und Markenamt, als PDF-Datei</ref><ref>Christian Mersch: Die Welt der Patente. transcript Verlag, 2014, ISBN 3839420563, S. 66 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> um nach eigener Aussage „Missbrauch vorzubeugen“.<ref>Bayer lässt "Vizekusen" rechtlich schützen. In: welt.de. 13. April 2010, abgerufen am 21. April 2024.</ref> Der Einsatz von Schutzrechten, neben Vizekusen unter anderem auch für den Begriff Pillendreher, wird als Teil einer gekonnten und selbstironischen Marketingstrategie der Bayer AG angesehen.<ref>Friedhard Teuffel: Bayer Leverkusen: Aufstieg in die Selbstironie-Liga. In: zeit.de. 6. Februar 2012, abgerufen am 21. April 2024.</ref> Mit dem bis zum 1. März 2020 ebenso geschützten Meisterkusen war über die Zweitplatzierungen 1997, 1999, 2000, 2002 und 2011 kein Erfolg zu erzielen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Markenrecht Bayer Leverkusen schützt „Vizekusen“ (Memento vom 15. April 2010 im Internet Archive) FTD vom 12. April 2010, 17:49, abgerufen am 22. Mai 2012.</ref> Bei der Meisterschaft 2024 war diese Wortmarke auf Antrag des Markeninhabers, der Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH, bereits vier Jahre gelöscht.<ref>Registerauskunft Registernummer 302010011571 (Marke gelöscht, Stand am 21.04.2024). Deutsches Patent- und Markenamt</ref>

Weitere Erwähnung

Klaus Hoeltzenbein kommentierte 2012 den Aufstieg der SpVgg Greuther Fürth unter dem Titel Wenn Vizekusen und die trägen Riesen kommen als Zeichen für den Aufstieg reger Provinzvereine gegenüber den seiner Ansicht nach sich selbst überschätzenden Großstadtklubs.<ref>Vorzeitiger Aufstieg der SpVgg Greuther Fürth Wenn Vizekusen und die trägen Riesen kommen, Süddeutsche Zeitung, 17. April 2012, 18:00, abgerufen am 22. Mai 2012.</ref>

Dem FC Schalke 04 wurde am Ende der Saison 2000/2001 von einigen Sportjournalisten der freundlicher klingende Titel Meister der Herzen verliehen. Wie Leverkusen hatte Schalke am letzten Spieltag den schon sicher geglaubten Meistertitel in der letzten Partie verfehlt, ähnlich in den Spielzeiten 2004/05, 2006/07 sowie 2009/10. Schalke und Leverkusen waren in der kompletten Geschichte der Fußball-Bundesliga bis 2024 die einzigen Vereine, die häufiger als einmal Vizemeister wurden, ohne jemals Meister werden zu können. Und das mit deutlichem Abstand vor allen anderen Klubs: Schalke wurde siebenmal Zweiter, Leverkusen fünfmal. Jedoch konnte Schalke zumindest bereits vor Gründung der Bundesliga siebenmal Deutscher Meister werden. Leverkusen errang schließlich 2024 erstmals den deutschen Meistertitel.

Die vergeblichen Anläufe Leverkusens, einen Titel zu erringen, wurden unter der Bezeichnung Neverkusen in mehreren englischen Büchern angeführt und mit einer klassischen Tragödie wie auch dem Schicksal des Sisyphos verglichen.<ref>Soccer and Philosophy: Beautiful Thoughts on the Beautiful Game, Ted Richards, Open Court Publishing, 8. Juni 2010, 408 Seiten.</ref><ref>Soccer Stories: Anecdotes, Oddities, Lore, and Amazing Feats Donn Risolo, University of Nebraska Press, 1. November 2010, 408 Seiten.</ref>

Literatur

  • Ted Richards (Hrsg.): Soccer and Philosophy: Beautiful Thoughts on the Beautiful Game. Open Court, Chicago 2010, ISBN 978-0-8126-9676-9 (englisch).
  • Donn Risolo: Soccer Stories: Anecdotes, Oddities, Lore, and Amazing Feats Donn Risolo. University of Nebraska Press, Lincoln 2010, ISBN 978-0-8032-3014-9 (englisch).

Weblinks

Einzelnachweise

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