Molukken-Hirscheber
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| Molukken-Hirscheber | ||||||||||||
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| Datei:Babyrousa babyrussa 02 MWNH 123a.jpg
Schädel eines Molukken-Hirschebers | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Babyrousa babyrussa | ||||||||||||
| (Linnaeus, 1758) |
Der Molukken-Hirscheber (Babyrousa babyrussa) ist eine Art der Hirscheber (Gattung Babyrousa), die heute ausschließlich auf den indonesischen Sula-Inseln Mangole und Taliabu sowie auf der Insel Buru vorkommt. Historisch umfasste das Verbreitungsgebiet zudem die Insel Sulawesi, wo diese Art heute ausgestorben ist.
Merkmale
Die verschiedenen Arten der Hirscheber unterscheiden sich morphologisch nicht wesentlich. Die Tiere erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 85 bis 110 Zentimeter, eine Schulterhöhe von 65 bis 80 Zentimeter und eine Schwanzlänge von 20 bis 32 Zentimeter. Sie haben einen rundlichen Körper mit relativ langen und dünnen Beinen.<ref name="Tislerics" /> Die Behaarung des Molukken-Hirschebers ist vergleichsweise lang und dicht, während die beiden anderen rezenten Arten nahezu haarlos sind.<ref name="HMW" /> Als weiterer Unterschied ist das Haarkleid des Molukken-Hirschebers gold-cremefarben oder schwarz, während es beim Sulawesi-Hirscheber (B. celebensis) rau und braungrau und beim Togian-Hirscheber (B. togeanensis) braun bis schwarz mit einer helleren Bauchseite ist.<ref name="Tislerics" />
Das auffallendste Merkmal der Hirscheber sind die stark ausgebildeten Stoßzähne der Männchen. Die oberen Eckzähne wachsen nicht in die Mundhöhle, sondern direkt durch die Schnauze nach oben, wo sie sich oberhalb der Schnauze nach hinten in Richtung Stirn krümmen. Sie erreichen eine Länge von bis zu 30 Zentimeter. Bei den Weibchen sind diese Zähne verkümmert oder nicht vorhanden. Die unteren Eckzähne wachsen ebenfalls aus dem Maul heraus und seitlich an der Schnauze vorbei nach oben.<ref name="Tislerics" />
Verbreitung und Lebensraum
Der Molukken-Hirscheber ist heute ausschließlich auf den zu den Molukken gehörenden indonesischen Sula-Inseln Mangole und Taliabu sowie auf der Insel Buru verbreitet.<ref name="IUCN" />
Historisch umfasste das Verbreitungsgebiet zudem die Insel Sulawesi, wo diese Art heute ausgestorben ist. Es wird davon ausgegangen, dass die Tiere auf den Inseln des heutigen Verbreitungsgebietes eingeführt wurden, wobei das tatsächliche historische Verbreitungsgebiet unbekannt ist.
Die Hirscheber leben in tropischen Regenwaldgebieten an den Ufern von Flüssen und Teichen, die reich an Wasserpflanzen sind.<ref name="IUCN" />
Lebensweise
Über die Lebensweise des Molukken-Hirschebers liegen nur wenige konkrete Angaben vor. Es wird angenommen, dass sie sich nur wenig von der Lebensweise des Sulawesi-Hirschebers unterscheidet.
Hirscheber sind Allesfresser (omnivor) und ernähren sich von verschiedenen Pflanzenteilen wie Blättern, Wurzeln und Früchten sowie von tierischer Nahrung wie wirbellosen Tieren (Insekten, Würmer) und kleinen Wirbeltieren. Wahrscheinlich suchen sie selektiv nach Nahrung, wobei sie anders als andere Schweineartige wahrscheinlich nicht so sehr im Boden wühlen, da ihnen die Verstärkung der Nase durch den Rostralknochen fehlt. Wahrscheinlich wühlen sie vor allem in lockerem Sand und schlammigem Boden. Die Tiere auf Sulawesi besuchen zudem Gebiete mit vulkanischen Salzvorkommen und trinken dort Wasser und fressen den Boden. Es ist anzunehmen, dass dies auch bei Babyrousa babyrussa vorkommt.<ref name="IUCN" />
Wahrscheinlich bildet der Molukken-Hirscheber kleinere Gruppen, die gemeinsam unterwegs sind. Beim Sulawesi-Hirscheber wurden ältere Männchen häufig allein beobachtet, während die Gruppen meist aus maximal fünf Tieren, in der Regel Weibchen mit mehreren Jungtieren, bestehen. Allerdings wurden an Wasserstellen und anderen Treffpunkten auch Trupps von bis zu 13 Tieren beobachtet.<ref name="IUCN" />
Systematik
Der Molukken-Hirscheber wird gemeinsam mit drei weiteren Arten der Gattung der Hirscheber zugeordnet.<ref name="Wilson & Reeder 2005" />
Diese vier Arten wurden ursprünglich als einzelne Art betrachtet und werden seit 2001/2002 als eigenständige Arten B. celebensis, B. togeanensis, B. babyrussa und B. bolabatuensis betrachtet. Dabei ist unklar, ob die Tiere von den Inseln Sulawesi, Muna, Buton und Lembeh, die aktuell dem Sulawesi-Hirscheber zugeordnet werden, nicht näher verwandt mit dem Molukken-Hirscheber sind.<ref name="IUCN" />
Bedrohung und Schutz
Die Art wird von der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) aufgrund der Bestandsgröße als gefährdet (vulnerable) eingestuft.<ref name="IUCN" /> Begründet wird diese Einstufung aufgrund des sehr kleinen Verbreitungsgebietes, das auf die Sula-Inseln und Buru beschränkt ist. Darüber hinaus gingen die Bestände in den letzten Jahren vor allem aufgrund des Lebensraumverlustes durch Holzeinschlag und Landschaftsumwandlungen sowie durch die Jagd durch nicht-muslimische Teile der Bevölkerung zurück. Es wird erwartet, dass sich dieser Trend weiter fortsetzt.<ref name="IUCN" />
Die Art wird in Anhang I des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens geführt.
Der tatsächliche Status der Populationen ist unbekannt, man geht jedoch davon aus, dass die Tiere vor allem in den verbliebenen Waldbeständen auf Buru und Taliabu weitgehend ungestört sind.<ref name="IUCN" />
Belege
<references>
<ref name="Tislerics">Ati Tislerics: Babyrousa babyrussa im Animal Diversity Net. Abgerufen am 20. Mai 2012.</ref>
<ref name="HMW">Meijaard, E., J. P. d’Huart, and W. L. R. Oliver (2011). Babirusa (Babyrousa). Pp. 274–276 in: Wilson, D. E., and R. A. Mittermeier, eds. (2011). Handbook of the Mammals of the World. Vol. 2, Hoofed Mammals. ISBN 978-84-96553-77-4</ref>
<ref name="IUCN">[[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2011.2. Eingestellt von: A.A. Macdonald, J. Burton, K. Leus, 2008. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref>
<ref name="Wilson & Reeder 2005">Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Babyrousa babyrussa ( des Vorlage:IconExternal vom 5. März 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. in Mammal Species of the World. A Taxonomic and Geographic Reference (3rd ed).</ref> </references>
Weblinks
- [[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2011.2. Eingestellt von: A.A. Macdonald, J. Burton, K. Leus, 2008. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.