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Gustav von Leonhardt

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Datei:Grabmal Gustav von Leonhardt Friedhof Matzleinsdorf 2026-02-17.jpg
Grabmal von Gustav von Leonhardt

Gustav von Leonhardt (* 8. Jänner 1838 in Graz; † 7. April 1891 in Wien) war ein österreichischer Bankfachmann und Generalsekretär der Oesterreichischen Nationalbank.

Leben

Er war der Sohn von Andreas Leonhardt (1800–1866). Gustav Leonhardt war nach einer Ausbildung an der Ober-Realschule und der Geyer’schen Handelsschule Comptoirist bei Carl Kanitz.<ref>Status der Beamten, 1–688 S. 213ff., Archiv der OeNB.</ref> 1857 trat er in die „privilegirte österreichische National-Bank“ ein. Er war Mitarbeiter von Wilhelm von Lucam (1820–1900). 1867 gründete er den Compass-Verlag.<ref>Prospect. In: Der Tresor, Heft 1/1872, S. 2 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/tre</ref> 1869 wurde er Sekretär-Stellvertreter, 1870 zum Sekretär der Bank ernannt. Er gründete 1872 als Supplement des Compass das wirtschaftliche Fachblatt Der Tresor<ref>Der Tresor. Revue. Statistik und Archiv für Volkswirthschaft und Finanzwesen. Oesterreichische Zeitschrift für Capital und Rente. Hrsg. Gustav Leonhardt. Wien:, Köhler 1872–1918. Information bei ANNO.</ref>, das bis 1919 erschien. Seine Doppelrolle – einerseits die leitende Position in der Bank und andererseits die Eigentümer- und Herausgeberschaft von zwei Wirtschaftsperiodika, die statistische Daten von der Bank bezogen – wurde damals von der Presse thematisiert. Der Interessenskonflikt gipfelte 1874 in einer Ehrenerklärung Leonhardts.<ref>Gustav Leonhardt: Erklärung. In: Der Tresor, Heft 105/1874, S. 246 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/tre</ref> Wenige Wochen später gab er die Leitung des Tresor ab. 1878 zog er sich gänzlich zurück. Im selben Jahr wurde er Generalsekretär der neugegründeten Österreichisch-ungarischen Bank und führte erfolgreich die durch den Übergang zur dualistischen Monarchie notwendigen Umgestaltungen der Nationalbank durch. Er dezentralisierte das Bankgeschäft in der Habsburgermonarchie und teilte das Gebiet in 40 Bezirke ein, wobei jeder Bezirk eine Filiale und Nebenfilialen erhielt. Leonhardt war ein Vertreter der Ausdehnung der Kreditpolitik der Notenbank. 1880 zog er sich auch gänzlich aus dem Compass zurück. 1888 wurde ihm wegen seiner Verdienste der Leopold-Orden verliehen, der ihn zum Führen des Adelstitels „Ritter von Leonhardt“ berechtigte. Gustav von Leonhardt schrieb mehrere Bücher zur Geldpolitik.

Mit seiner aus Iglau stammenden Frau Valerie Deutsch (1842–1901) hatte er vier Kinder. Hugo von Leonhardt (1862–1916) war Finanzbezirksdirektor in Korneuburg. Fritz von Leonhardt (1868–?) arbeitete in der Londoner Filiale der Deutschen Bank AG. Auch er publizierte wie sein Vater über Geldpolitik.<ref>Fritz von Leonhardt: Ueber das englische Bankwesen. 149. Plenarversammlung der Gesellschaft österreichischer Volkswirte, abgehalten am 20. März 1906. Verlag der Ges. österr. Volkswirte, Wien 1906.</ref> Weitere gemeinsame Kinder waren Andolf (1864–1871) und Hedwig (1867–1896)<ref>Tödtlicher Sturz. In: Wiener Zeitung, 15. Juni 1896, S. 3 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/wrz</ref>.

Das Grab von Gustav von Leonhardt befindet sich am Evangelischen Friedhof Matzleinsdorf.<ref>https://www.evang-friedhof.at/matzleinsdorf/gustav-von-leonhardt/</ref>

Publikationen

Literatur

Einzelnachweise

<references />

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