Zum Inhalt springen

Bahnhof Perleberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 13. April 2025 um 20:34 Uhr durch imported>Igno-der-ant (Formulierung, Satzbau , Stil, form etc.).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Perleberg
Bf Perleberg.JPG
Bahnsteige und Bahnhofsgebäude (2019)
Daten
Lage im Netz Zwischenbahnhof, ehemaliger Anschlussbahnhof
Bauform Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 1
Abkürzung WPB
IBNR 8012622
Profil auf bahnhof.de Perleberg
Lage
Stadt/Gemeinde Perleberg
Vorlage:Info ISO-3166-2/admtypelink Brandenburg
Staat Deutschland
Koordinaten 53° 4′ 17″ N, 11° 51′ 8″ OKoordinaten: 53° 4′ 17″ N, 11° 51′ 8″ O
 {{#coordinates:53,071381|11,85235|primary
dim=2000 globe= name=Perleberg region=DE-BB type=railwaystation
  }}
Höhe (SO) 30 m
Eisenbahnstrecken Bahnstrecken bei Perleberg
Bahnhöfe in Brandenburg

Der Bahnhof Perleberg ist der Bahnhof der brandenburgischen Stadt Perleberg an der Bahnstrecke Wittenberge–Strasburg. Er befindet sich im Südwesten der Stadt an der Kreuzung der Wittenberger und der Lenzener Straße. Das Empfangsgebäude, die Güterabfertigung und die Pflasterung stehen unter Denkmalschutz. Benachbart liegen der zentrale Omnibusbahnhof der Stadt sowie der ehemalige Bahnhof Perleberg Süd der Westprignitzer Kreisringbahn.

Gebäude

Das Bahnhofsgebäude, um 1881 erbaut, ist ein Klinkerbau mit Heimatstilelementen. Mit seinem zweigeschossigen Anbau, der von der Deutschen Bahn als Stellwerk genutzt wird, erreicht das Gebäude circa 45,3 Meter Länge. Der heute etwa 35,6 mal 9,8 Meter messende Hauptbau besitzt zwei hohe Geschosse sowie ein niedriges Dachgeschoss. Seine Gestalt erhielt er durch verschiedene Erweiterungen und Änderungen.

Ursprünglich befanden sich im Erdgeschoss unter anderem Wartesäle für Reisende verschiedener Klassen. Im Obergeschoss wohnte der Stationsvorsteher.<ref name="Archivbilder 2011">Stadtarchiv Perleberg (Hrsg.): Perleberg (= Die Reihe Archivbilder). Sutton Verlag, 2011, ISBN 978-3-86680-720-4, S. 69.</ref> Später nutzte auch die Mitropa das Erdgeschoss. Heute ist das Gebäude der Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. Es befindet sich seit März 2017 in Privatbesitz<ref>Marcus J. Pfeiffer: Großes Projekt am Perleberger Bahnhof geplant. In: Märkische Allgemeine. 21. Juni 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 7. November 2017; abgerufen am 1. November 2017.</ref> und wurde modernisiert. Es wird für Gewerbe und Wohnen genutzt.<ref>Doris Ritzka: Tor zur Stadt Perleberg: Im Bahnhof brennt wieder Licht. In: svz.de. 9. Oktober 2018, abgerufen am 30. Januar 2019.</ref>

Geschichte

Als in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts die Berlin-Hamburger Bahn konzipiert wurde, war eine Streckenführung über Perleberg zeitweilig vorgesehen und wurde auch vermessen.<ref name="Reden 1844" /> Letztendlich führte man die Strecke Berlin–Hamburg jedoch über das benachbarte Wittenberge. Zu dieser Entscheidung trug die Lobbyarbeit des Besitzers der Wittenberger Ölmühle, Salomon Herz, bei.<ref>Armin Feldmann: Chronik des Marie-Curie-Gymnasiums Wittenberge. GRIN Verlag, ISBN 978-3-638-58469-2, S. 6.</ref> Perleberg als Kreisstadt der Westprignitz verblieb damit zunächst ohne Eisenbahnanschluss. Von Perleberg aus verkehrten in der Folge Postkutschen zum Wittenberger Bahnhof.<ref name="Amtsblatt 1864" />

Um die für Perleberg unbefriedigende Situation zu verbessern, plante die Stadt eine Anschlussbahn nach Wittenberge. Am 17. Juni 1881 erhielt die stadteigene Wittenberge-Perleberger Eisenbahn die Konzession zum Bau der Strecke und am 15. Oktober 1881 wurde diese für den Personenverkehr eröffnet.<ref>Axel Mauruszat: Wittenberge-Perleberger Eisenbahn. Abgerufen am 7. April 2013.</ref> Aus diesem Zeitraum stammt auch das Bahnhofsgebäude.<ref>Norbert Weise: Die Wittenberge-Perleberger Eisenbahn. Abgerufen am 7. April 2013.</ref> Zur Verlängerung der Strecke über Pritzwalk und Wittstock wurde die Prignitzer Eisenbahngesellschaft gegründet. Am 31. Mai 1885 konnte der Personenverkehr nach Wittstock aufgenommen werden.<ref>Axel Mauruszat: Prignitzer Eisenbahn. Abgerufen am 7. April 2013.</ref>

Datei:Bf Perleberg, EG Straßenseite.JPG
Empfangsgebäude, Straßenseite (2019)

Am 15. Oktober 1897 wurde die Kleinbahnstrecke Perleberg–Hoppenrade mit einer Spurweite von 750 mm eröffnet. Zusammen mit der am gleichen Tag eröffneten Strecke von Hoppenrade nach Kyritz waren damit die Kreisstädte von Ost- und Westprignitz direkt verbunden.<ref>Bernd Schlicht: Die Entstehung des Pollo und seiner Strecken. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 9. April 2013.@1@2Vorlage:Toter Link/www.bahnhof-kyritz.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> Der Personenbahnsteig der Schmalspurbahn befand sich am Bahnhof Perleberg auf dem heutigen Bahnhofsvorplatz.<ref>Martin Wollmann: Kleinbahnen der Kreise Ost-und Westprignitz / Pollo, Lindenberg – Viesecke – Perleberg. Teil 5. Abgerufen am 9. April 2013.</ref> Der öffentliche Personenverkehr wurde am 31. Mai 1969 auf der Schmalspurstrecke eingestellt und anschließend die Gleisanlagen abgebaut.<ref>Axel Mauruszat: West- und Ostprignitzer Kreiskleinbahnen (Schmalspur). Pollo. Abgerufen am 13. April 2013.</ref>

Im Jahr 1911 ging die Westprignitzer Kreisringbahn in Betrieb. Deren Strecke führte von Perleberg über Berge und Karstädt wieder nach Perleberg. Sie hatte ihren Bahnhof Perleberg Süd an der Lenzener Straße gegenüber dem Bahnhof Perleberg. Westlich davon führte ein Verbindungsgleis in den Bahnhof Perleberg. Der Personenverkehr wurde 1976 eingestellt, allerdings blieb der Abschnitt von Perleberg über Karstädt für den Güterverkehr bis kurz hinter Dallmin bis Anfang der 1990er Jahre erhalten. Mittlerweile ist diese Strecke vollständig abgebaut.

Im Rahmen eines Ausbauprogramms für kleine Bahnstationen<ref>Modernisierungsschub für kleine Bahnstationen (inkl. Maßnahmenliste). Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, 16. Juni 2016, abgerufen am 17. Juni 2016.</ref> wurde die Station Perleberg mit Bundes- und Landesmitteln für 485.000 Euro barrierefrei ausgebaut und im August 2017 wurde der neue 76 Zentimeter hohe Außenbahnsteig fertiggestellt.<ref>Marcus J. Pfeiffer: Ohne Hindernisse auf den Bahnsteig. In: Märkische Allgemeine. 25. August 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 7. November 2017; abgerufen am 1. November 2017.</ref> Außerdem erhielt der Bahnhof im Oktober 2017 ein elektronisches Stellwerk, weshalb auch die Bahnübergänge erneuert wurden.<ref>Michael Beeskow: Neue Signaltechnik für Bahnübergang. In: Märkische Allgemeine. 19. August 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 7. November 2017; abgerufen am 1. November 2017.</ref>

Personenverkehr

Bahnverkehr

Datei:Bf Perleberg, Güterschuppen.JPG
Güterschuppen (2019)

Der Bahnhof Perleberg wird von der Regional-Express-Linie RE 6, dem Prignitz-Express bedient.

Linie Verlauf Takt (min) EVU
RE 6 Berlin-CharlottenburgBerlin-SpandauFalkenseeHennigsdorf (b Berlin)Velten (Mark)KremmenNeuruppinWittstock (Dosse)PritzwalkPerlebergWittenberge 60 DB Regio Nordost
Stand: 15. Dezember 2024

Busverkehr

Perleberg bildet einen regionalen Knotenpunkt des öffentlichen Busverkehrs. Am Bahnhof Perleberg liegt der zentrale Omnibusbahnhof der Stadt. Von hier verkehren die folgenden Buslinien (Stand: April 2013):

Linie Verlauf
918 Pritzwalk – Perleberg
920 Perleberg – Retzin – Wolfshagen – Seddin – Hellburg
922 Perleberg – Kleinow – Klein Gottschow
923 Stadtverkehr Perleberg
924 Wittenberge – Weisen – Perleberg
926 Perleberg – Lenzersilge – Wittenberge
927 Perleberg – Kyritz – Potsdam
928 Perleberg – Karthan – Bad Wilsnack
930 Perleberg – KarstädtGroß WarnowLudwigslust
931 Perleberg – Reetz – Berge
932 Perleberg – Karstädt – Dallmin – Berge
933 Berge – Baek – Perleberg
934 Perleberg – Reetz – Gülitz
935 Perleberg – Bad Wilsnack – Glöwen
937 Bad Wilsnack – Roddan – Perleberg

Literatur

  • Erich Preuß: Perleberg. In: Oliver Strüber [vorm. Erich Preuß] (Hrsg.): Das große Archiv der deutschen Bahnhöfe (= 66. Ergänzungsausgabe). GeraMond Verlag, München 2006, ISSN 0949-2127 (1 Bl., 4 S.).

Weblinks

Commons: Bahnhof Perleberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="Reden 1844">Friedrich Wilhelm von Reden: Die Eisenbahnen Deutschlands. Statistisch-geschichtliche Darstellung ihrer Entstehung, ihres Verhältnisses zu der Staatsgewalt, so wie ihrer Verwaltungs- und Betriebs-Einrichtungen. Zweiter Abschnitt, zweite Lieferung (Die Preußischen Eisenbahnen). Ernst Siegfried Mittler, Berlin, Posen und Bromberg 1844, S. 366 ff. (Digitalisat).</ref> <ref name="Amtsblatt 1864">siehe z. B. Amts-Blatt der königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin. Jahrgang 1864. Potsdam 1864, S. 96 (Digitalisat).</ref> </references>