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Tapetenhaus Uihlein

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Datei:Office building Uihlein Andreaestrasse 1 Mitte Hannover Germany.jpg
Uihlein-Haus in der Andreaestraße 1

Das Tapetenhaus Uihlein in Hannover war ein Fachhandel für Tapeten und Linoleum mit eigener Fabrik in Linden. Standort des erhaltenen Geschäftshauses im Stadtteil Mitte ist die Andreaestraße 1.<ref name="SLH">Waldemar R. Röhrbein: Uihlein Tapetenhaus (siehe Literatur)</ref>

Geschichte

Datei:1915-06 Edmund Lill Brustbild-Fotografie Heinrich Uihlein, Bildseite.tif
Firmengründer Heinrich Uihlein;
Brustbild von Edmund Lill

Das Unternehmen wurde 1895 von Heinrich Uihlein (* 23. Februar 1870 in Kassel; † 27. August 1923 in Hannover)<ref name="SLH"/> in Hannover gegründet, obwohl es schon zu Beginn eine seit langem bestehende Konkurrenz in der Stadt und ihren Vororten gab.<ref name="BdaF 1927">N.N.: Heinrich Uihlein Nachf., 1927 (siehe Literatur)</ref> Erster Geschäftssitz war die damalige Leinstraße 25,<ref name="BdaF 1954">N.N: Heinr. Uihlein Nachf., 1954 (siehe Literatur)</ref> Ecke Grupenstraße (heute: Karmarschstraße).<ref name="SLH"/>

Datei:Georg Kugelmann PC 0324 Hannover - Partie an der Georgstraße Bildseite Miltärparade vor Tapetenhaus Uihlein.jpg
Militärparade vor dem „Uhlenhorst“;
Ansichtskarte von Georg Kugelmann, 1907
Datei:Andreaestraße 1 Hannover denkmalgeschütztes Firmenzeichen Eule Tapetenhaus Uihlein.jpg
Das Firmenzeichen mit der Eule auf dem Geschäftshaus Andreaestraße 1

1901 kaufte Uihlein das Gebäude Andreaestraße 1 und baute es zu einem seinerzeit modernen, fünfgeschossigen Geschäftshaus aus, in dem er Tapeten, Linoleum und verwandte Artikel verkaufte. Gleichzeitig begann er in Fabrikräumen in Linden mit der eigenen Herstellung hochwertiger Tapeten mit Velours und Seide,<ref name="SLH"/> „Lichteffekt-Handdruck“-Kollektionen<ref name="BdaF 1927"/> und Selaptica-Tapeten,<ref name="SLH"/> die er national wie international vertrieb.<ref name="BdaF 1927"/>

Die richtungsweisenden Fabrikate wurden Anfang des 20. Jahrhunderts auf zahlreichen Ausstellungen prämiert.<ref name="SLH"/>

  • 1904: Goldmedaille auf der Weltausstellung in St. Louis<ref name="BdaF 1927"/>
  • 1905: Ehrenpreis und goldene Medaille auf der Fachausstellung in Hannover<ref name="BdaF 1927"/>
  • 1905: Grand Prix auf der Kolonial-Ausstellung in London<ref name="BdaF 1927"/>
  • 1905: Goldene, silberne und bronzene Medaille auf der Weltausstellung in Lüttich.<ref name="BdaF 1927"/>
Datei:1874-01-15 Rudolf Loeper Rechnung Andreaestraße 1, Hannover 02).tif
Geschäftshaus Rudolf Loeper; ab 1901 Firmensitz des Tapetenhauses Uihlein in der Andreaestraße 1; Ausschnitt aus einem Briefkopf von 1874

1910 errichtete Heinrich Uihlein ein Bürogebäude in der Bahnhofstraße, den sogenannten „Handelshof“.<ref name="BdaF 1954"/> Der Handelshof galt als eines der schönsten Gebäude in der Stadt<ref name="BdaF 1927"/> und schlug architektonisch eine Verbindung zu dem Tapetenhaus.<ref name="SLH"/> Das Geschäftshaus in der Andreaestraße wurde durch Ankauf des Nachbarhauses Große Packhofstraße 29 erweitert.<ref>Waldemar R. Röhrbein: Uihlein, Heinrich. (siehe Literatur)</ref> Später wurde das Unternehmen um ein Lagerhaus in der Hagenstraße vergrößert.<ref name="BdaF 1954"/>

1910 trat der Bruder Ferdinand Uihlein (* 20. März 1875 in Kassel; † 27. Juli 1956 in Hannover)<ref name="SLH"/> als Teilhaber in das Unternehmen ein und wurde, nachdem sich der Firmengründer krankheitshalber nach Bad Harzburg zurückgezogen hatte,<ref name="BdaF 1927"/> mitten im Ersten Weltkrieg 1916 Alleininhaber.<ref name="SLH"/>

Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs 1939 waren noch 48 Angestellte für das Unternehmen tätig. Durch die Luftangriffe auf Hannover wurden in der Nacht vom 8. zum 9. Oktober 1943 das Tapetenhaus und am 25. März 1945 das Lagerhaus vollständig zerstört.<ref name="BdaF 1954"/>

Der Wiederaufbau an der Andreaestraße begann im September 1949, im März 1950 konnte das seit 1993 denkmalgeschützte Geschäftshaus mit der ebenfalls denkmalgeschützten Eule<ref name="SLH"/> als Firmenzeichen auf dem Dach errichtet werden.<ref name="BdaF 1954"/>

Trotz einer erfolgreichen Wieder-Positionierung auf dem Markt wurde das Unternehmen 1981 geschlossen, da sich die dritte Generation der Familie beruflich anders orientiert hatte.<ref name="SLH"/>

Heute dient das Gebäude aus dem Jahr 1950 verschiedenen Zwecken, ist aber immer noch in Familienbesitz.

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Literatur

  • N.N.: Heinr. Uihlein Nachf., Hannover. In: Das Buch der alten Firmen der Stadt Hannover im Jahr 1927. Leipzig (ohne Jahr; 1927), S. 271.
  • N.N.: Heinr. Uihlein Nachf., Hannover. In: Das Buch der alten Firmen der Stadt Hannover im Jahr 1954. Hannover 1954, S. 169.
  • Waldemar R. Röhrbein: Uihlein, Heinrich. In: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 366; eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden..
  • Waldemar R. Röhrbein: Uihlein Tapetenhaus. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 634; eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden..

Weblinks

Commons: Tapetenhaus Uihlein (Hannover) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 52° 22′ 30,4″ N, 9° 44′ 16″ O

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