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Palais Salm-Vetsera

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Datei:Palais Salm-Vetsera.JPG
Palais Salm-Vetsera 1915

Das Palais Vetsera (auch: Palais Salm-Vetsera) war ein 1794<ref>Lenobel, Josef: Häuser-Kataster der k. k. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien : verfasst auf Grund des vom k. k. Oesterr. Finanz-Ministerium und der Gemeinde Wien zur Verfügung gestellten Quellenmaterials. Hrsg.: Wienbibliothek im Rathaus; Magistrat der Stadt Wien – MA 9. Band 1. Lenobel, Wien 1905, S. 88.</ref> erbautes, spätbarockes Haus in der Salesianergasse 11 im 3. Wiener Gemeindebezirk Landstraße.

Geschichte

Seit seiner Erbauung hat das Gebäude im Laufe des 19. Jahrhunderts mehrmals die Hausbesitzer gewechselt. Als eine Besitzerin ist in der damaligen Waaggasse Nr. 388 im Jahr 1812 eine Eleonora Goldstein zu finden.<ref>Fraißl, Aloys: Verzeichniß aller in der k.k. Haupt- und Residenzstadt Wien und sämmtlichen Vorstädten inner den Linien befindlichen numerierten Häuser und Plätze, Namen der Eigenthümer, hausschilder, Straßen und Gassen/umgearb. v. Alois Edlen v. Fraißl. Hrsg.: Wienbibliothek im Rathaus; Magistrat der Stadt Wien – MA 9. Nr. 88. Verlegt in der Carl Gerold’schen Buchhandlung, Wien 1812.</ref> Weiteres sind im Jahr 1833<ref>Wienbibliothek im Rathaus; Magistrat der Stadt Wien – MA 9 (Hrsg.): Neuester verbesserter Schema aller in der k.k. Haupt- und Residenzstadt Wien und in ihren Vorstädten befindlichen Häusern : ein nothwendiges Handbuch für Jedermann als richtiger Wegweiser durch die Stadt und sämmtlicher 34 Vorstädte ; mit genauer Angabe sämmtlicher Haus-Nummern, aller dermaligen Haus-Eigenthümer und Haus-Schilder, Straßen, Plätze, Grundobrigkeiten, dann Polizey- und Pfarr-Bezirke. Band 1. Stöckholzer von Hirschfeld, Wien 1833, S. 95.</ref> sowie drei Jahre später 1836 andere Eigentümer angeführt, wo wiederum eine neue Hausnummerierung erfolgt ist (alt Nr. 434/neu Nr. 507)<ref>Ziegler, Anton: Häuser-Schema im kaiserl. königl. Polizei-Bezirke Landstraße: Enthält die Vorstädte: Landstraße, Weißgärber und Erdberg. Wien 1836.</ref>. 1863 wurde die Waaggasse in die heutige Salesianergasse umbenannt.<ref>Wienbibliothek im Rathaus; Magistrat der Stadt Wien – MA 9: Vergleichungs-Tabelle der alten und neuen Hausnummern der Stadt Wien und deren Vorstädte. Förster und Bartelmus, Wien 1863, S. 20.</ref>

Im Jahr 1852 ist erneut ein neuer Besitzer angeführt<ref>Wienbibliothek im Rathaus; Magistrat der Stadt Wien – MA 9: Neuester, verbesserter Häuser-Schema der kaiserl. königl. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien : mit allen Vorstädten, der Brigittenau, den Zwischenbrücken und den Praterhütten ; Mit genauer Angabe der Hausnummern, Hauseigenthümer, Hausschilder, Gassen, Plätze, Gerichts-, Stadthauptmannschafts- und Pfarrbezirke ; Für das Jahr 1852. Dorfmeister, Wien 1852, S. 150.</ref>, bevor das Gebäude 1855 von Fürst Milosch Obrenović von Serbien erworben wurde<ref name="Mayerling">@1@2Vorlage:Toter Link/www.mayerling-archiv.dePalais Salm-Vetsera auf www.mayerling-archiv.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref>. Das Gebäude wurde zum Palais ausgebaut und erhielt zwei Seitentrakte gegen die Salesianergasse, die zusammen mit dem Haupttrakt einen kleinen Hof bildeten. Zur Trennung des Gehsteiges vom dreiseitigen Vorgarten wurde ein hohes Eisengitter montiert. An der Rückseite erstreckte sich ein Garten, sodass das Palais, im damaligen Sprachgebrauch ausgedrückt, zwischen „Cour et jardin“ lag. Ein Seitentrakt bildete eine Verlängerung in den Garten. Dort befand sich eine kleine Spiegelgalerie, während im vorderen Seitentrakt Stallungen lagen.<ref name="Swistun">Hermann Swistun: Mary Vetsera – Gefährtin für den Tod, ISBN 3-8000-3727-0</ref>

1875 besaß Julie Obrenovic das Gebäude mit zwei Stockwerken und einer Wohnung (Partei). Insgesamt betrug das Grundstück 547 Quadratklafter (bebaut davon 325 Quadratklafter). Das Palais stand zur Miete.<ref>Schlesinger, Josef: Der Cataster : Handbuch für Ämter, Architekten, Baumeister, Capitalisten, Hausbesitzer etc., etc. über sämmtliche Häuser der K.K. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien. Hrsg.: Wienbibliothek im Rathaus; Magistrat der Stadt Wien – MA 9. Schlessinger, Wien 1875, S. 112.</ref>

1880 bezog Helene Freifrau von Vetsera (1847–1925) mit ihren vier Kindern, Ladislaus „Lazi“, Johanna „Hanna“, Marie Alexandrine „Mary“ und Franz Albin „Feri“, das Palais in der Salesianergasse. Nach dem Einzug wurden einige wichtige Adaptierungen der Räumlichkeiten vorgenommen sowie die Neuausstattung einiger Zimmer von der renommierten Firma „Portois und Fix“.<ref name="Swistun" /> In Wien war das Haus als Vetsera-Palais bekannt und hier fanden häufig gesellschaftliche Anlässe, Bälle und Feste statt.

Nachdem die alleinstehende Helene Vetsera aufgrund finanzieller Mängel um 1900 aus dem Palais ausgezogen war, richteten sich amerikanische und japanische Gesandtschaften im Palais ein.<ref name="Mayerling" />

Im Jahr 1905 war Alexander Prinz zu Solms-Braunfels (1855–1926) Eigentümer des Palais.<ref>Lenobel, Josef: Häuser-Kataster der k. k. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien : verfasst auf Grund des vom k. k. Oesterr. Finanz-Ministerium und der Gemeinde Wien zur Verfügung gestellten Quellenmaterials. Hrsg.: Wienbibliothek im Rathaus; Magistrat der Stadt Wien – MA 9. Lenobel, Wien 1905, S. 88.</ref>

1916 wurde die Liegenschaft, die baulich während des Ersten Weltkriegs gelitten hatte, von der Gemeinde Wien angekauft und in der Folge aufgelassen. Ziel war die Realisierung des lang gehegten Wunsches der Bezirksbewohner nach einer direkten Straßenverbindung zum Schwarzenbergplatz und weiter in den 4. Wiener Gemeindebezirk. Durch Anlage der Neulinggasse und deren Weiterführung in die Zaunergasse (über die ehemalige Parzelle des Palais) wurde dies erreicht (siehe auch: Modenapark-Viertel).

Einzelnachweise

<references />

Literatur

  • Hermann Swistun: Mary Vetsera – Gefährtin für den Tod, Wien 1999, ISBN 3-8000-3727-0

Koordinaten: 48° 11′ 57″ N, 16° 22′ 52,3″ O

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