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Marcus Dahm

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Marcus Dahm (* 23. Mai 1977 in Trier) ist ein deutscher Kirchenmusiker, Komponist und Musikwissenschaftler.

Leben

Bereits früh von Musikern wie Yehudi Menuhin und Cyprien Katsaris zur Komposition ermutigt, studierte Dahm Katholische Kirchenmusik an der Katholischen Hochschule für Kirchenmusik St. Gregorius in Aachen, wo er 2007 das A-Examen ablegte. Seine Lehrer waren hier u. a. Michael Hoppe (Orgelimprovisation & Tonsatz), Hans Schnieders (Orgelliteraturspiel), Raymond Janssen (Klavier & Orchesterleitung), Harald Jers (Akustik), Norbert Jers (Musikwissenschaft), Marlies Buchmann (Gesang), Matthias Kreuels (Gregorianik & Liturgiegesang) sowie Steffen Schreyer (Chorleitung).

Mit Kursen u. a. bei Eric Ericson, Anders Eby, Knut Nystedt (Chorleitung), Gerd Zacher, Jean Guillou (Orgel, insbesondere im Hinblick auf zeitgenössische Ausdrucksmittel), Alfred Müller-Kranich (Orgel & Improvisation), Ludger Lohmann, Sietze de Vries (Orgel & Historische Aufführungspraxis), Carlo Hommel (Orgel & Gregorianik), Hartmut Elbert, Axel Everaert (Gesang) sowie Paweł Łukaszewski, Rihards Dubra, Enjott Schneider und Ēriks Ešenvalds (Komposition) rundete er seine Ausbildung ab.

Dahm tritt mit Konzerten als Solist, Kammermusiker und Dirigent im In- und Ausland hervor. Eine enge Zusammenarbeit verbindet ihn dabei mit Künstlern wie Diane Pilcher, Vera Ilieva und Christine Gogolin, aber auch mit Jens Förster, für den er zahlreiche Lieder und Chansons schrieb. Er ist an vergessenen Meistern aller Epochen, vor allem der Alten Musik und der Romantik interessiert, widmet aber auch der Neuen Musik besondere Aufmerksamkeit. Gemeinsam mit Vera Ilieva brachte er so verschiedene Werke Heinz Heckmanns in Fassungen für Mezzosopran und Orgel zur Uraufführung. Seine eigenen Kompositionen wurden im In- und Ausland aufgeführt und auf Tonträger und für den Rundfunk aufgezeichnet, so z. B. das Jubilate Deo für neunstimmigen Chor a cappella durch den Schwedischen Rundfunk (P2). Viele großangelegte Chorwerke entstanden für das Konstanzer Münster<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Liturgie Konstanzer Münster (Memento vom 28. August 2018 im Internet Archive), 25. November 2018</ref>, so u. a. für das Konradifest und die Festveranstaltungen zum 600. Jubiläum des Konstanzer Konzils. Weitere Aufträge ergingen u. a. anlässlich des 140. Bestehens der Basilikamusik St. Aposteln<ref>Missa duodecim Apostolorum, Basilikamusik St. Aposteln Köln, 11. Juni 2017</ref>, seitens der Bischöflichen Dommusiken am Passauer Dom (u. a. zur Diakonenweihe von Marius Schwemmer) und am Bamberger Dom (u. a. zur Amtseinführung von Erzbischof Herwig Gössl), des Diözesancäcilienverbandes Köln sowie des Allgemeinen Cäcilien-Verbandes für Deutschland, der Bistümer Würzburg, Augsburg und Rottenburg (u. a. zur Eröffnung des Europäischen Martinsweges), der Abtei Saint Pierre de Solesmes (anlässlich mehrerer Gedenkveranstaltungen innerhalb des 150. Todesjahres von deren Gründungsabt Prosper-Louis-Pascal Guéranger, aufgeführt u. a. in der Kathedrale von Saint-Dénis, der Grablege der französischen Könige) und des Ensembles Solis, Phoenix, AZ unter der Leitung von Professor Kira Zeeman Rugen an ihn. Von ihm komponierte Arrangements sind außerdem in den offiziellen Begleiteditionen zum neuen Gotteslob zu finden.

Dem bedeutenden deutschen Choralforscher Michael Hermesdorff, dessen Leben und Wirken von Dahm erstmals gründlich erforscht wird, widmete er unter Schirmherrschaft des Trierer Domkapitels, dem Hermesdorff zu Lebzeiten angehört hatte, im Jahr 2010 eine Ausstellung zum 125. Todestag, die in der Dominformation Trier zu sehen war. Begleitend hierzu gab Dahm für die Dommusik Trier die erhaltenen Kompositionen Hermesdorffs neu heraus, von denen eine repräsentative Auswahl während der Ausstellung im Trierer Dom in Gottesdiensten und Konzerten zu hören war. Derzeit verfolgt Dahm seine Forschungen im Rahmen eines Promotionsstudiums bei Stefan Klöckner an der Folkwang Universität der Künste weiter.<ref>Aktuell betreute Promotionsprojekte auf stefan-kloeckner.com</ref> Hierzu erschloss er die Nachlässe zahlreicher mit Hermesdorff verbundener Forscher in Archiven von 14 europäischen Ländern und den USA, so z. B. erstmals nahezu die vollständige Korrespondenz des Präsidenten der Päpstlichen Choralkommission Pius X., Abt Joseph Pothier.

Auf Einladung der Association Musicologie Médievale präsentierte er im Rahmen einer Konferenz anlässlich des 100. Todestages Joseph Pothiers in dessen vormaliger Abtei Saint-Wandrille<ref>Colloque - La restauration du chant grégorien: Hommage à dom Joseph Pothier Von der Association Musicologie médievale bekanntgegebenes Programm des Kongresses</ref> erstmals anhand der so erschlossenen Dokumente die Zusammenarbeit der beiden Forscher. Die Choralrestauration des 19. Jahrhunderts mit besonderer Berücksichtigung der Arbeit dieses Netzwerkes stellte er auf Einladung des Forums "Musik und Religion" der Musikhochschule Detmold<ref>Programm des Forums 2024</ref> und später im Deutschen Historischen Institut Rom vor. Mit einem Stipendium dieses Institutes<ref>StipendiatInnen des Deutschen Historischen Institutes Rom</ref> schließt er die seiner Dissertation zugrundeliegenden Forschungen im Vatikanischen Apostolischen Archiv sowie anderen Archiven Roms und Italiens ab.

Dahm war von 2008 bis 2022 als Seelsorgebereichsmusiker in Troisdorf tätig.<ref>Marcus Dahm. In: Komponistenverzeichnis, Stifts-Chor Bonn, 19. Juni 2022</ref>

Kompositionen (Auswahl)

Außerdem verschiedene Chorwerke, Kammer-, Orgel- und Kirchenmusik sowie Arrangements, z. B. für das Bläserbuch zum Gotteslob.<ref>Bläserbuch zum Gotteslob – Inhalt</ref>

Musikwissenschaftliche Veröffentlichungen

  • Abbé Joseph Pothier et es amis allemands; in: Gesta. Revue de l'Abbaye Saint-Wandrille, 9/2024. Jubiläumsausgabe anlässlich des 100. Todestages Abt Joseph Pothiers.
  • Joseph Pothier zum 100. Todestag. In: Musica sacra, 144. Jahrg., Nr. 4 (1. August 2024), S. 244 f.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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