Lingental
Lingental Stadt Leimen
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city&title=Lingental 49° 21′ N, 8° 43′ O
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| Postleitzahl: | 69181 | |||||
| Vorwahl: | 06224 | |||||
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Lingental ist ein zur Stadt Leimen im Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg zählender Weiler, der auf ein historisches Landgut zurückgeht.
Geografie
Lingental liegt etwa zwei Kilometer östlich von Leimen auf dem südlichen Ausläufer des Königstuhls.
Geschichte
Eine Besiedlung des Ortes in römischer Zeit ist aufgrund des 1884 gefundenen Grabsteins des Mogetius<ref>Badisches Landesmuseum, Karlsruhe, Inv. Nr. L 7743/11</ref> wahrscheinlich.
Der heutige, im Jahr 1312 erstmals als Langenthal erwähnte Ort<ref>Kiefer 1991, S. 15.</ref> bestand zunächst nur aus dem historischen Landgut Lingentaler Hof, das im Jahr 1683 Flächen von 202 Morgen Acker und 44 Morgen Wald umfasste und als Erbbestand vergeben wurde.<ref>Kiefer 1991, S. 32.</ref> Das Hofgut zählte zunächst zur Zentgemeinde Gaiberg und lag zum Teil auf dem Zentgebiet der Meckesheimer Zent, deren Grenze durch das Landgut verlief.<ref>Rüdiger Lenz: Territorialisierung einer "vorterritorialen Grösse" – Die Geschichte der Zent Meckesheim. In: Kraichgau. Beiträge zur Landschafts- und Heimatforschung. Hrsg. vom Heimatverein Kraichgau. Folge 20/2007, S. 31–45.</ref> Nach den Kriegen des 17. Jahrhunderts ließen sich viele Schweizer Einwanderer in der Kurpfalz nieder. Für 1701 ist ein Schweizer Kuhhirt aus der Gegend um Zürich in Lingental belegt.<ref>Melchior Thomann († 1717), vgl. Ortssippenbuch Leimen und <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie ( des Vorlage:IconExternal vom 26. Dezember 2018 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Erbbeständer des Hofguts zu jener Zeit war die Familie Zuber, die aus Steffisburg bei Bern in die Kurpfalz gekommen war.<ref>Erbbeständer um 1700: Hans Zuber, vgl. geneanet.org (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot, Erbbeständer 1719 und 1722: sein Sohn Mathäus Zuber, der 1723 Bürger in Heidelberg wurde. Vgl. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie ( des Vorlage:IconExternal vom 25. Dezember 2018 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Ab 1771 wurde Lingental von Ochsenbach mitverwaltet.<ref>Kiefer 1991, S. 44.</ref> 1797 kam der Weiler zu Ochsenbach, vorerst wurden noch getrennte Rechnungen geführt.<ref>Kiefer 1991, S. 49.</ref> Im Landgut wurden Tierhaltung, Obst- und Ackerbau betrieben. Im Seidenprivileg von Kurfürst Karl Theodor von 1777 wurde zudem festgelegt, dass dem Lingentaler Hof bis 1810 jährlich fünf Maulbeerbäume zur Seidenraupenzucht zugebilligt wurden.<ref>Privilegium der Maulbeer-Plantagen-Gesellschaft und damit verbundene Seiden-Zucht- und Seiden-Strümpf-Fabricke (in Heidelberg)... Mannheim, den 25. Decembris 1777 (Google Books)</ref>
Ab 1818 befand sich das Landgut Lingentaler Hof im Besitz des Rechtshistorikers Karl Salomo Zachariae. Er und sein Sohn Karl Eduard Zachariae nannten sich nach ihrer Erhebung in den Adelsstand 1843 von Lingenthal. In seiner Autobiografie beschrieb Zachariae das Landgut als „ein von den Wohnungen der Menschen abgeschiedenes Sorgenfrei“.<ref>Karl Salomo Zachariae: Autobiographie [um das Jahr 1823]. In: Karl Eduard Zachariä von Lingenthal (Hrsg.): Biographischer und juristischer Nachlaß von Dr. Karl Salomo Zachariä v. Lingenthal. Cotta, Stuttgart 1843, S. 3–53.</ref>
1874 wurde geplant, den Verbindungsweg von Leimen nach Lingental auszubauen,<ref>Kiefer 1991, S. 81.</ref> was dann 1881 begonnen wurde<ref>Kiefer 1991, S. 84.</ref> und 1885 noch nicht abgeschlossen war.<ref>Kiefer 1991, S. 87.</ref> 1934 wurden die Bewohner des Hofes, die ihr Begräbnis traditionell in Leimen hatten, aufgefordert, sich an den Friedhofskosten zu beteiligen.<ref>Kiefer 1991, S. 143.</ref> Am 1. April 1937 kamen Lingental anlässlich der Auflösung der Gemeinde Ochsenbach zu Leimen und der Gemeindehauptort Ochsenbach zur Gemeinde Gauangelloch. Diese wurde am 1. Oktober 1973 nach Leimen eingemeindet.<ref></ref>
Im Lauf der Zeit hat sich der Name mehrfach geändert. Bei der Ersterwähnung 1312 schrieb man Langenthal,<ref>Kiefer 1991, S. 32.</ref> ab dem 17. Jahrhundert war vom Lingenthaler Hof oder vom Lingenthalerhof die Rede.<ref>Johann Goswin Widder: Versuch einer vollständigen geographisch-historischen Beschreibung der kurfürstl. Pfalz am Rheine. Erster Theil, Frankfurt und Leipzig 1786, S. 171: „Lingenthaler Hof“.</ref><ref>Johann Baptist von Kolb: Historisch-statistisch-topographisches Lexicon von dem Großherzogthum Baden, Bd. 2, Karlsruhe 1814, S. 218: „Lingenthalerhof“.</ref> Zachariae bezeichnete das Anwesen im 19. Jahrhundert schließlich als Landgut. Die Bezeichnung Lingentaler Hof hat sich heute noch im Namen der Durchgangsstraße erhalten, während der Ort seit der Siedlungsausdehnung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nur noch Lingental genannt wird.
Nachdem der Ort bis weit ins 20. Jahrhundert lediglich aus zwei Hofanlagen bestanden hatte, wurde nordöstlich davon 1962 ein Hotel eröffnet<ref>Kiefer 1991, S. 194.</ref> und ab 1965 noch ein kleines Wohngebiet erschlossen.<ref>Kiefer 1991, S. 211.</ref> Bis in die 1980er Jahre war das Hofgut einer der drei landwirtschaftlichen Betriebe Lingentals, danach diente es zu Wohn- und verschiedenen Gewerbezwecken und wurde über Jahre nur noch notdürftig unterhalten, bevor es von Frühjahr 2012 bis Herbst 2013 umfangreich saniert und für gewerbliche und gastronomische Nutzung hergerichtet wurde. Auf dem Gutsgelände, das man für die Anlage von Parkplätzen und Biergarten komplett neu terrassiert hat, wurde auch ein großer künstlicher See als Wasserbiotop und Löschwasserteich angelegt, der von Spazierwegen umzogen wird.<ref>Roland Fink: Ziel: eine "Arche Noah der Regionalkultur", in: Rhein-Neckar-Zeitung vom 26. September 2012.</ref>
Verkehr
Der Ort wird von der L 600 von Leimen nach Gaiberg durchquert.
Straßen in Lingental:
- Akazienweg
- Kastanienweg
- Haselnußweg
- Schlehenweg
- Vogelbeerenweg
- Mangolienweg
- Hainbuchenweg
Sehenswürdigkeiten
Das 1,3 Hektar Grundfläche umfassende Landgut Lingental ist das historische Kerngut des Ortes. Die Bauten aus regionaltypischem rotem Sandstein gehen zum Teil noch auf die Zeit des Dreißigjährigen Krieges zurück. Das Ensemble aus zwei Wohn- und mehreren Wirtschaftsgebäuden, die zum Teil baulich erweitert und verbunden wurden, wird seit September 2013 von einem Zusammenschluss mehrerer Betriebe gewerblich und gastronomisch genutzt.<ref>Das Landgut in Lingental ist offen, in: Rhein-Neckar-Zeitung vom 9. September 2013.</ref> Der in der größten der vormaligen Scheunen eingerichtete zweistöckige Festsaal war im November 2013 Drehort für eine Folge der Serie 4 Hochzeiten und eine Traumreise,<ref>Erstausstrahlung: 13. März 2014.</ref> das Landgut diente außerdem auch als Kulisse für weitere Film- und Fotoproduktionen.<ref>Sandhäuser Bühne stürmt Lingentaler Landgasthof, in: Rhein-Neckar-Zeitung vom 15. August 2014.</ref><ref>Porsche-Magazin, Ausgabe 2013.</ref> Neben Hochzeiten und Marketing-Veranstaltungen der Lingentaler Betriebe findet im Landgut Lingental ein breites Spektrum von kulturellen Veranstaltungen statt, darunter Jazz-, Rock- und Klassik-Konzertreihen. Die beiden Restaurants des Landguts haben innerhalb kürzester Zeit überregionale Bekanntheit erlangt.<ref>Thomas Platt: Hier spricht der Gast: „Landgut Lingental“, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 30. März 2014.</ref> Küchenchef im Gourmet-Restaurant oben ist Robert Rädel,<ref>Robert Rädel liebt die elegante Küche, in: Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung vom 13. Juli 2013.</ref> der 2013 Finalist beim Wettbewerb Koch des Jahres war<ref>Chef auf dem Weg nach oben, in: Mannheimer Morgen vom 26. August 2013.</ref> und dessen Küche der Guide Michelin in den Ausgaben 2015<ref>In Lingental leuchtet jetzt ein Stern, in: Rhein-Neckar-Zeitung vom 7. November 2014, abgerufen am 2. Oktober 2018.</ref> und 2016<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />oben ( des Vorlage:IconExternal vom 4. März 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. bei michelin.de</ref> mit einem Stern prämiert hat.
Einzelnachweise
<references />
Literatur
- Rolf Kiefer, Stadtverwaltung Leimen (Hrsg.): 1200 Jahre Leimen 791–1991. Schriftenreihe der Stadt Leimen zur 1200-Jahr-Feier, Leimen 1991.
Weblinks
- Geschichte von Lingental bei leimen.de (abgerufen am 10. Dezember 2017)
- landgut-lingental.de
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2026-04
- Wikipedia:Weblink offline IABot
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Botmarkierungen 2019-04
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Literatur/Interner Fehler
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2019-04
- Geographie (Leimen, Baden)
- Ort im Rhein-Neckar-Kreis
- Ersterwähnung 1312