Petrukit
| Petrukit | |
|---|---|
| Allgemeines und Klassifikation | |
| IMA-Nummer |
1985-052<ref name="IMA-Liste">Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> |
| IMA-Symbol |
Ptk<ref name="Warr"></ref> |
| Chemische Formel | (Cu,Ag)2(Fe,Zn)(Sn,In)S4<ref name="StrunzNickel" /> |
| Mineralklasse (und ggf. Abteilung) |
Sulfide und Sulfosalze |
| System-Nummer nach Lapis-Systematik (nach Strunz und Weiß) Strunz (9. Aufl.) Dana |
II/C.06-140 2.KA.05 02.09.18.01 |
| Kristallographische Daten | |
| Kristallsystem | orthorhombisch |
| Kristallklasse; Symbol | orthorhombisch-pyramidal; mm2<ref name="Webmineral" /> |
| Raumgruppe (Nr.) | Pnm21<ref name="StrunzNickel" /> (Nr. 31) |
| Gitterparameter | a = 6,45 Å; b = 7,70 Å; c = 6,28 Å<ref name="StrunzNickel" /> |
| Formeleinheiten | Z = 2<ref name="StrunzNickel" /> |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mohshärte | nicht definiert, Mikrohärte VHN100 319<ref name="KissinOwens-1" /> |
| Dichte (g/cm3) | Bitte ergänzen |
| Spaltbarkeit | deutlich nach {ll0}, {100} und {010}<ref name="NewMineralNames" /> |
| Farbe | braun, grünlichbraun bis grau |
| Strichfarbe | Bitte ergänzen |
| Transparenz | Bitte ergänzen |
| Glanz | Bitte ergänzen |
Petrukit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“. Es kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung (Cu,Ag)2(Fe,Zn)(Sn,In)S4<ref name="StrunzNickel" />. Die in den runden Klammern angegebenen Elemente können sich in der Formel jeweils gegenseitig vertreten (Substitution, Diadochie), stehen jedoch immer im selben Mengenverhältnis zu den anderen Bestandteilen des Minerals.
Petruki konnte bisher nur in Form von kleinen, gerundeten Körner von 240 bis 400 μm Durchmesser im Inneren massiger Galenit- oder Sphalerit-Aggregate gefunden werden. Im Auflicht erscheint Petrukit an der Luft braun, in Öl dagegen grünlichbraun. Mit zunehmendem Zinkgehalt wird die Farbe immer grauer.<ref name="NewMineralNames" />
Etymologie und Geschichte
Erstmals beschrieben wurde Petrukit 1989 von Stephen Kissin und D'Alton Owens, die das Mineral nach dem kanadischen Mineralogen William Petruk (* 1930) benannten, der dessen mögliche Existenz in seiner Studie von 1973 über die Mount-Pleasant-Erze vermerkt hatte.<ref name="KissinOwens-2" />
Erstmals entdeckt wurde Petrukit an drei verschiedenen Fundorten, die entsprechend als Typlokalität für dieses Mineral gelten: in der „Ikuno Mine“ bei Asago in der japanischen Präfektur Hyōgo sowie im Grubenfeld Herb, das am Turnagain River im Einzugsgebiet des Liard Rivers liegt, und in der „Mount Pleasant Mine“ bei Fredericton im Charlotte County in Kanada (British Columbia).<ref name="KissinOwens-2" />
Klassifikation
In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz war der Petrukit noch nicht aufgeführt.
In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer II/C.06-140. Dies entspricht der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfide mit dem Stoffmengenverhältnis Metall : S,Se,Te ≈ 1 : 1“, wo Petrukit zusammen mit Barquillit, Briartit, Černýit, Famatinit, Ferrokësterit, Hocartit, Kësterit, Keutschit, Kuramit, Luzonit, Permingeatit, Pirquitasit, Rhodostannit, Sakuraiit, Stannit, Toyohait und Velikit die „Stannitgruppe“ mit der Systemnummer II/C.06 bildet.<ref name="Lapis" />
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name="IMA-Liste-2009" /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Petrukit in die Klasse der „Sulfide und Sulfosalze (Sulfide, Selenide, Telluride, Arsenide, Antimonide, Bismutide, Sulfarsenide, Sulfantimonide, Sulfbismutide)“ und dort in die Abteilung „Sulfarsenate“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Sulfarsenate mit (As,Sb)S4-Tetraedern“ zu finden, wo es zusammen mit Enargit die „Enargitgruppe“ mit der Systemnummer 2.KA.05 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Petrukit die System- und Mineralnummer 02.09.18.01. Das entspricht der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfidminerale“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Sulfide – einschließlich Selenide und Telluride – mit der Zusammensetzung AmBnXp, mit (m+n):p=1:1“ als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 02.09.18.
Bildung und Fundorte
Petrukit findet sich in polymetallischen Adern innerhalb granitischer Plutone<ref name="KissinOwens-1" />. Als Begleitminerale treten neben Galenit und Sphalerit unter anderem noch Arsenopyrit, Chalkopyrit, Kassiterit, Potosíit, Pyrit, Quarz und Sakuraiit auf.<ref name="KissinOwens-4" />
Weltweit konnte Petruktit bisher an weniger als zehn Fundorten nachgewiesen werden.<ref name="MindatAnzahl" /> Neben den genannten Typlokalitäten in Japan (Ikuno Mine) und Kanada (Grubenfeld Herb, Mount Pleasant Mine) sind dies noch die „Oploca Mine“ in der Lagerstätte von Mina Pirquitas im argentinischen Departamento Rinconada, Agios Konstantinos (Kamariza) und die „Jean Baptiste Mine“ in der griechischen Gemeinde Lavrio und die Gemeinde Gemerská Poloma im Osten der Slowakei.<ref name="Mindat" />
Kristallstruktur
Petrukit kristallisiert orthorhombisch in der Raumgruppe Pnm21 (Raumgruppen-Nr. 31, Stellung 2) mit den Gitterparametern a = 6,45 Å; b = 7,70 Å und c = 6,28 Å sowie 2 Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />
Siehe auch
Literatur
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Stephen Kissin, D'Alton Owens: The relatives of stannite in the light of new data. In: Canadian Mineralogist. Bd. 27, 1989, ISSN 0008-4476, S. 673–688, (PDF 2,74 MB).
Weblinks
- Mineralienatlas:Petrukit (Wiki)
Einzelnachweise
<references> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="KissinOwens-1"> Kissin, Owens: The relatives of stannite in the light of new data, S. 673 (PDF S. 1) </ref> <ref name="KissinOwens-2"> Kissin, Owens: The relatives of stannite in the light of new data, S. 674 (PDF S. 2) </ref> <ref name="KissinOwens-4"> Kissin, Owens: The relatives of stannite in the light of new data, S. 676 (PDF S. 4) </ref> <ref name="Lapis"> Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9. </ref> <ref name="Mindat"> Mindat - Petrukite </ref> <ref name="MindatAnzahl"> Mindat - Anzahl der Fundorte für Petrukit </ref> <ref name="NewMineralNames"> John L. Jambor, Ernst A. J. Burke: New Mineral Names, in: American Mineralogist, Band 75 (1990), S. 1432 (PDF 824,2 kB; S. 2)</ref> <ref name="StrunzNickel"> Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 82. </ref> <ref name="Webmineral"> Webmineral - Petrukite </ref> </references>