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Piaractus

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Piaractus
Datei:Piaractusbrachypomus.jpg

Piaractus brachypomus

Systematik
Unterkohorte: Ostariophysi
ohne Rang: Otophysi
Ordnung: Salmlerartige (Characiformes)
Unterordnung: Characoidei
Familie: Sägesalmler (Serrasalmidae)
Gattung: Piaractus
Wissenschaftlicher Name
Piaractus
Eigenmann, 1903

Piaractus ist eine Gattung der Sägesalmler aus dem tropischen Südamerika. Die Wortbedeutung der Gattung Piaractus kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie piar πιαρ - Fett und aktos ἄκτος, - tragen, also Fettträger.<ref>Piaractus brachypomus (mit Etymologie von Piaractus) auf Fishbase.org (englisch)</ref>

Systematik

Die Gattung Piaractus besteht aus den drei Arten:

  • Piaractus brachypomus (<templatestyles src="Person/styles.css" />Cuvier, 1818)
  • Piaractus mesopotamicus (<templatestyles src="Person/styles.css" />Holmberg, 1887)
  • Piaractus orinoquensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Escobar et al., 2019<ref>Escobar, M.D., Ota, R.P., Machado-Allison, A., Farias, I.P. & Hrbek, T. (2019): A new species of Piaractus (Characiformes: Serrasalmidae) from the Orinoco Basin with a redescription of Piaractus brachypomus. Journal of Fish Biology, April 2019.</ref>

Piaractus wurde 1903 von Eigenmann erstbeschrieben. 1951 grenzte Goslin die Gattung aufgrund der Anatomie ihrer Zähne, der Fettflosse und Knochenmerkmalen von den übrigen Sägesalmlern ab. Nelson fand 1961 weitere Charakteristika wie die Morphologie ihrer Schwimmblase und Merkmale der inneren Anatomie.<ref name="OPEFE Genus Piaractus">angelfire.com</ref>

Merkmale

Piaractus ist eine ursprüngliche Gattung der Sägesalmler, die sich von der Gattung Colossoma dadurch unterscheidet, dass der vordere Teil der Schwimmblase kleiner ist als der hintere und die Schwimmblase nur ein Muskelband besitzt.<ref>Günther Sterba: Süßwasserfische der Welt. Weltbild Verlag, Augsburg 1990, S. 121</ref> Weitere Charakteristika sind sechs oder mehr hochspezialisierte Zähne in der Unterkiefer-Hauptreihe, eine Afterflosse mit 28 – 30 Flossenstrahlen.

Verbreitung

Während P. brachypomus die äquatorialen Überschwemmungsgebiete des Amazonas und Orinoco bewohnt, kommt P. mesopotamicus endemisch im Süden des Kontinentes im Flussbecken des Rio Paraná und Río Paraguay vor. Beide Arten sind hochspezialisiert an das ökologische System der Überschwemmungswälder angepasst und kommen außerhalb dieses Lebensraumes nicht in freier Wildbahn vor. So kommen sie in Schwarzwasserflüssen wie dem Rio Negro nicht vor.<ref name="OPEFE Genus Piaractus" />

Lebensweise

Beide Arten zeigen eine omnivore Ernährungsweise und zeichnen sich durch ein schnelles Wachstum aus. Das indianische Wort „Pacu“ aus der Tupi-Sprache bedeutet so viel wie schneller Esser.<ref>Facts about Pacu</ref> Während sie sich in der Jugend überwiegend von Plankton ernähren, fressen adulte Exemplare Insekten, Nüsse, Früchte und Samen. Obwohl P. brachypomus und P. mesopotamicus die gleichen Ernährungsgewohnheiten haben, besetzen sie unterschiedliche ökologische Nischen in den Gewässern, in denen beide vorkommen. Während P. brachypomus meistens frühmorgens aktiv ist, frisst P. mesopotamicus überwiegend in der Abenddämmerung.<ref>Ulrich Saint-Paul: Diurnal routine O2 consumption at different O2 concentrations by Colossoma macropomum and Colossoma brachypomum (Teleostei: Serrasalmidae). Comparative Biochemistry & Physiology, Volume 89, Elsevier, 1988 (Abstract Online)</ref> Zur Laichzeit wandern die Tiere in die Oberläufe der Flüsse, um in ruhigen Gewässerabschnitten abzulaichen. Dabei können weite Wanderungen unternommen werden. Für die Haltung in Aquakulturen wurden spezielle Fütterungstechniken entwickelt.<ref>Nutrition of Colossoma macropomum and Piaractus brachypomus</ref><ref>L.H. Sipaúba-Tavares und F.M. de S. Braga: Study on Feeding Habits of Piraractus mesopotamicus (Pacu) larvae in fish ponds. In: Naga - The ICLARM Quarterly. Vol. 22, Nr. 1, 1999 (Online; PDF-Datei; 907 kB)</ref>

Wirtschaftliche Bedeutung

Piaractus mesopotamicus sind bedeutende Speisefische, die in Aquakulturen gehalten werden.<ref>Sharma V. S. Pullela: Aquaculture of Pacu (Piaractus mesopotamicus)., Master of Science Thesis, University of Virginia Polytechnic Institute and State University, 1997 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Online (Memento des Vorlage:IconExternal vom 30. August 2006 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/scholar.lib.vt.edu; PDF-Datei; 342 kB)</ref> Weiterhin sind beide Arten wegen ihrer hohen Gewichte beliebte Angelfische auch in Ländern, wo sie als fremde Art eingeführt wurden.<ref>fishthailand.co.uk</ref> Auch als Zierfische im Aquarienhandel haben die Arten der Gattung Piaractus eine gewisse wirtschaftliche Bedeutung. Sie sind unter den Bezeichnungen „vegetarischer Piranha“<ref>Facts about Pacu</ref>, Pacu, Tambaqui, Pirapitinga oder Silver Dollars erhältlich. Sie werden in vielen Ländern immer noch ausgesetzt und können als invasive Spezies Schäden in einem fremden Ökosystem verursachen.

Weblinks

Anmerkungen und Einzelnachweise

<references />