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Nickelhydrazinnitrat

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Strukturformel
Struktur von Nickelhydrazinnitrat
Allgemeines
Name Nickelhydrazinnitrat
Andere Namen
  • Tris(hydrazin)nickel(II)-nitrat
  • Nickel(II)-trihydrazinnitrat
  • Nickelnitrattrihydrazin
  • Tris(hydrazin-<math>\kappa</math>N)-bis(nitrato-<math>\kappa</math>O)-nickel
  • Tris(hydrazin)nickeldinitrat
Summenformel [Ni(N2H4)3](NO3)2
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 278,84 g·mol−1
Dichte

2,13 g·cm−3 (in 95 % Ethanol, 25 °C)<ref name="PEP"/>

Löslichkeit

nahezu unlöslich in Wasser, Ethanol, Aceton, Zersetzung mit Natriumhydroxidlösungen<ref name="PEP"/>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="ECHA">Vorlage:CL Inventory/nicht harmonisiertFür diesen Stoff liegt noch keine harmonisierte Einstufung vor. Wiedergegeben ist eine von einer Selbsteinstufung durch Inverkehrbringer abgeleitete Kennzeichnung von Vorlage:Linktext-Check im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum</ref>
Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 200
P: ?
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Nickelhydrazinnitrat bzw. nach IUPAC Trihydrazinonickel(II)-nitrat, [Ni(N2H4)3](NO3)2, ist eine leicht entzündliche und hochexplosive Komplexverbindung zwischen Nickel(II)-nitrat und Hydrazin, die als Initialsprengstoff in Zündkapseln verwendet und kurz als NHN bezeichnet wird.

Gewinnung und Darstellung

Nickelhydrazinnitrat entsteht bei der Umsetzung einer wässrigen Lösung von Nickelnitrat mit verdünntem Hydrazinhydrat im Überschuss bei 65 °C.<ref name="PEP">Zhu Shunguan, Wu Youchen, Zhang Wenyi, Mu Jingyan: Evaluation of a New Primary Explosive: Nickel Hydrazine Nitrate (NHN) complex, in: Propellants, Explosives, Pyrotechnics, 1995, 22 (6), S. 317–320; doi:10.1002/prep.19970220604.</ref>

<math>\mathrm{Ni(NO_3)_2 + 3 \ N_2H_4 \longrightarrow [Ni(N_2H_4)_3](NO_3)_2}</math>

Eigenschaften

Datei:Nickel Hydrazine Nitrate.jpg
Pulverförmiges Nickelhydrazinnitrat

Die Verbindung ist thermisch bis 167 °C und hydrolytisch stabil. Es handelt sich um eine stabile Komplexverbindung mit der Summenformel H12N8NiO6. Es bildet ein helles rosarotes Pulver, das dunkler ist (hellviolett), wenn es feucht ist. NHN ist nicht hygroskopisch, und in Wasser nahezu unlöslich, löst sich aber leicht, unter Zersetzung, in verdünnten Säuren. Dabei entsteht das entsprechende Nickel- und Hydraziniumsalz. Bei Erhitzen auf 167 °C oder höher detoniert NHN mit einer Explosionsgeschwindigkeit von 7000 m/s. Nickelhydrazinnitrat ist relativ unempfindlich gegenüber Reibung, Schlag und elektrostatische Aufladung, aber empfindlich gegen Flammeneinwirkung. Es ist damit sicherer zu Handhaben als andere Initialsprengstoffe wie Bleiazid.<ref name="PEP"/>

Die wichtigsten sicherheitstechnische Kenngrößen zum Explosionsverhalten sind:<ref name="Hariharanath et al 2006">Hariharanath, B.; Chandrabhanu, K. S.; Rajendran, A. G.; Ravindran, M.; Kartha, C. B.: Detonator using Nickel Hydrazine Nitrate as Primary Explosive, in: Defence Science Journal, 2006, 56 (3), S. 383–389; doi:10.14429/dsj.56.1904.</ref>

Verwendung

NHN ist ein stabiler Initialsprengstoff, der als Ersatz für Bleiazid geeignet ist und daher in Zündladungen eingesetzt werden kann.<ref name="PEP"/>

Einzelnachweise

<references />