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Urangst

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Urangst (engl. basic anxiety) bezeichnet die Angst um die körperliche oder seelische Gesundheit bzw. um das wirtschaftliche Auskommen.<ref name= SPE>Lexikon der Psychologie: Urangst Spektrum, abgerufen am 22. Mai 2021.</ref>

Dabei kann es im Sinn einer Störung zu überzogener Angst vor dem Tod (Thanatophobie), sowie unterschiedlichen Todesarten (Ersticken, Ertrinken etc.) kommen. Überzogenen Angst vor Armut kann sich bis hin zum Verarmungswahn steigern, was allerdings auch im Zusammenhang mit einer psychischen Störung, wie z. B. einer Depression (oder Psychose) auftreten kann.<ref>Psychiatrische Symptome; Verarmungswahn Pschyrembel medizinisches Wörterbuch, abgerufen am 22. Mai 2021.</ref>

In der Psychoanalyse

Der Begriff Urangst wird von den Psychoanalytikern, die sich damit auseinandergesetzt haben, unterschiedlich definiert:

Sigmund Freud

Sigmund Freud bezeichnete 1926 die Urangst

Otto Rank

Otto Rank baute Freuds Konzept der Urangst weiter aus und kam zu folgenden Ergebnissen:

Karen Horney

Karen Horney nutzt den Begriff "Basic Anxiety" für Urangst, die sie (zwischen 1937 und 1945) wie folgt definiert:

Im medizinischen Kontext

Es gibt Menschen, die Angst davor haben, lebendig begraben oder fälschlicherweise für tot erklärt und der Organe beraubt zu werden. Nach Angaben des Deutschen Ärztblatts, ist diese Urangst für manche Menschen der Grund dafür, dass sie Organspende ablehnen.<ref name = DAB>Hirntod: Die sicherste Diagnose Deutsches Ärzteblatt, abgerufen am 22. Mai 2021.</ref> Laut Medienberichten wurden Menschen in deutschen Krankenhäusern mitunter fälschlicherweise für hirntot erklärt, damit eine Organentnahme vorgenommen werden kann.<ref>Ärzte erklären Patienten oft fälschlich für hirntot Süddeutsche Zeitung, abgerufen am 22. Mai 2021.</ref> Auch wenn die Vorwürfe im Nachgang entkräftet werden konnten; die hier geschürte Angst vor fatalen Folgen möglicher Fehldiagnosen geht mit einem empfindlichen Vertrauensverlust einher.<ref name = DAB/>

Urangst vor Fremden

Nach Aussage des Angstforschers Borwin Bandelow hat der Mensch eine Art Urangst vor dem Unbekannten. Da es für unsere steinzeitlichen Vorfahren Sinn machte, Angst vor fremden Stämmen zu haben, ist diese Angst in einem primitiven Teil des Gehirns verankert. Laut Bandelow führt dieser Mechanismus bei vielen Menschen zu Angst vor bzw. Abwertung von Fremden (wie z. B. Asylbewerbern). Dabei konnte ein Zusammenhang zwischen dem Bildungsniveau und der Ausgrenzung Fremder festgestellt werden; je niedriger das Bildungsniveau der für Studien Befragten war, desto stärker werteten sie Fremde ab. Dieser Umstand kann jedoch ausdrücklich nicht als eine Gleichstellung von niedriger Bildung (und parallel stattfindender niedriger Intelligenz) und Fremdenfeindlichkeit gelesen werden, da durch die sozioökonomische Besserstellung von Menschen mit höherem Bildungsniveau entsprechende Abstiegsängste durch höhere wirtschaftliche und gesellschaftliche Konkurrenzkraft eine geringere Rolle spielen.<ref>Urangst vor dem Unbekannten Focus, abgerufen am 22. Mai 2021.</ref>

Weblinks

Wiktionary: Urangst – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references/>