Continental-Hochhaus
Das Continental-Hochhaus (auch: Conti-Hochhaus) ist ein Hochhaus in Hannover. Bei seiner Einweihung 1953 war es das höchste Hochhaus in Westdeutschland und Sitz der Hauptverwaltung der Continental AG. Der denkmalgeschützte<ref>Hans-Herbert Möller (Hrsg.): Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Stadt Hannover, Teil 1, [Bd.] 10.1, ISBN 3-528-06203-7, Anlage Mitte. In: Verzeichnis der Baudenkmale gem. § 4 (NDSchG) (ausgenommen Baudenkmale der archäologischen Denkmalpflege), Stand 1. Juli 1985, Stadt Hannover, Niedersächsisches Landesverwaltungsamt – Institut für Denkmalpflege, S. 3f.</ref> Gebäudekomplex unter der Adresse Königsworther Platz 1 im Stadtteil Mitte wird seit 1995 von der Universität Hannover genutzt.<ref name="SLH">Helmut Knocke: Conti(nental)-Hochhaus (siehe Literatur)</ref>
Geschichte
Vorgeschichte bis 1945
Vorgängergebäude auf dem Gelände war die Garde-du-Corps-Kaserne,<ref name="SLH" /> die im Jahr 1771 als älteste Kaserne in Hannover überhaupt<ref name="SL339">Klaus Mlynek: Kasernen. In: Stadtlexikon Hannover, S. 339.</ref> aus einem 1738<ref name="Bauverwaltung Hannover">Helmut Knocke, Hugo Thielen: Rudolf-Hillebrecht-Platz 1. Städtische Bauverwaltung. In: Hannover. Kunst und Kultur-Lexikon, S. 190f.</ref> errichteten Maultier- und Tragtierstall entstanden war.<ref name="SL339" />
Nach dem Ersten Weltkrieg diente der Gebäudekomplex in der Weimarer Republik ab 1918 als Arbeitsamt.<ref name="SLH" />
Durch die Luftangriffe auf Hannover im Zweiten Weltkrieg wurde die Kaserne zu großen Teilen zerstört.<ref name="SLH" /> Das 1736 von Johann Paul Heumann gestaltete und unzerstört gebliebene barocke Torportal mit dem britischen Königswappen aus der Zeit der Personalunion zwischen Großbritannien und Hannover wurde 1955 neben das Neue Rathaus zum Rudolf-Hillebrecht-Platz versetzt, Sitz der städtischen Bauverwaltung – heute Fachbereich Planen und Stadtentwicklung.<ref name="Bauverwaltung Hannover" />
Der Bau ab 1949
Zum Neubau der Hauptverwaltung der Continental AG wurde 1949 nicht, wie ursprünglich beabsichtigt, der Maschsee bestimmt, sondern der Königsworther Platz: Nach einem städtebaulichen Konzept von Konstanty Gutschow, durch das die mit dem Bau gleichzeitig entstandene neue „Stadteinfahrt“ vom Bremer Damm betont werden sollte, entstanden nach einem Architektenwettbewerb nach Entwürfen von Ernst Zinsser und Werner Dierschke von 1951 bis 1953 die heutigen Gebäude.<ref name="SLH" />
Entstanden ist ein zurückgesetztes 15-geschossiges Hochhaus von 65 Meter Höhe<ref>Christian Krause: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />„Drei-Brötchen-Haus“ überragt Hannover ( vom 18. Januar 2016 im Internet Archive) In: ndr.de, 8. Mai 2013.</ref>, vor das beinahe parallel versetzt ein 6-geschossiger Direktionstrakt errichtet wurde, der durch eine „schwingende Eingangsüberdachung“ im Stil der 1950er Jahre akzentuiert wird.<ref name="SLH" />
Das Verwaltungsgebäude der Continental wurde mit dem Laves-Preis ausgezeichnet, den die Jury mit folgendem Urteil verband:
„Die Bauanlage ist aus den städtebaulichen Funktionen des Platzes folgerichtig entwickelt. Sie ist gestalterisch eindrucksvoll und maßstäblich richtig durchgebildet und bringt das repräsentative Verlangen des Bauherrn mit angemessenen Mitteln zum Ausdruck.“
Seit 1995 dient der Gebäudekomplex als Zentrum des „Conti-Campus“ der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover mit den Schwerpunkten Literatur und Sprachen, Wirtschaft und Recht.<ref name="SLH" />
Bauten im Hof
Im Hof findet sich das ehemalige Rechenzentrum, 1966/67 ebenfalls von Ernst Zinsser gebaut, das heute einen Teil der Technischen Informationsbibliothek beherbergt.<ref name="SLH" />
1993 wurde im Hof ein Hörsaal ergänzt<ref name="KukL">Helmut Knocke, Hugo Thielen: Königsworther Platz 1 (siehe Literatur)</ref> durch den Kölner Architekten Michael Durdiak, der im Wesentlichen aus einem zweigeschossigen Kubus besteht für einen Hörsaal für 450 Personen.<ref>Sid Auffarth, Wolfgang Pietsch: Die Universität Hannover … (siehe Literatur), S. 264</ref>
Im Hof finden sich seit dem Jahr 2000 die Lichtobjekte „Kristallisationspunkte“ von Michael Cordes.<ref name="KukL" />
Siehe auch
Literatur
- Martin Wörner, Ulrich Hägele, Sabine Kirchhof: Architekturführer Hannover = Architectural guide to Hannover, Text in Deutsch und Englisch, mit einer Einleitung von Stefan Amt, übersetzt und zusammengefasst von Margaret Marks, Reimer, Berlin 2000, ISBN 3-496-01210-2, S. 12.
- Sid Auffarth, Wolfgang Pietsch: Die Universität Hannover. Ihre Bauten, ihre Gärten, ihre Planungsgeschichte, hrsg. im Auftr. des Präsidiums der Universität Hannover, Imhof, Petersberg 2003, ISBN 3-935590-90-3, S. 257–266.
- Helmut Knocke, Hugo Thielen: Königsworther Platz 1 / Conti(nental)-Hochhaus. In: Hannover Kunst- und Kultur-Lexikon, S. 156
- Helmut Knocke: Conti(nental)-Hochhaus. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 118.
Weblinks
- Christian Krause: Conti-Hochhaus: Als das „Drei-Brötchen-Haus“ Hannover überragte bei ndr.de vom 28. August 2023
Einzelnachweise
<references />
Koordinaten: 52° 22′ 42,1″ N, 9° 43′ 27,7″ O
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