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Atomanlage Fordo

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Datei:NASA FIRMS 2025-06-19 Fordow.png
Satellitenbild

Die Atomanlage Fordo (persisch تأسیسات هسته‌ای فردو, wie die persische Ortschaft Fordo oder Ferdo abgeleitet von persisch فردو) ist eine staatliche iranische kerntechnische Anlage zur Anreicherung von Uran nahe Ghom. Der Komplex Fordo ist Teil des iranischen Atomprogramms und ist produktionstechnisch mit der Atomanlage Natanz verbunden. Die Anlage befindet sich auf einer ehemaligen Basis der Iranischen Revolutionsgarden und steht unter Kontrolle der Atomic Energy Organization of Iran (AEOI).<ref>Jonathan Yerushalmy: What is Iran’s Fordow nuclear site and why did Israel want a US strike? In: The Guardian. 22. Juni 2025, abgerufen am 23. Juni 2025.</ref>

Die Anlage wurde durch Israel und die Vereinigten Staaten im israelisch-iranischen Krieg im Juni 2025 angegriffen.<ref>US-Angriff auf Iran: Atomanlagen im Iran bombardiert – Trump: Ziele komplett zerstört. Redaktionsnetzwerk Deutschland, 22. Juni 2025, abgerufen am 23. Juni 2025.</ref><ref name=":1">What we know about US air strikes on three Iranian nuclear sites. In: BBC. 22. Juni 2025, abgerufen am 23. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Lage

Die Atomanlage liegt etwa 30 km nördlich von Ghom und etwa 95 km südwestlich von der iranischen Hauptstadt Teheran in einem Berghang.

Meldung an die Atombehörde

Der Bau begann nach Medienangaben um 2006 und die Anlage wurde 2009 in Betrieb genommen. Gegen Ende desselben Jahres gab die iranische Regierung öffentlich die Existenz der Anlage bekannt.<ref name=":0">Iran's secretive nuclear site and the bomb that could destroy it. AP-Meldung. In: CBC News. 18. Juni 2025, abgerufen am 17. Oktober 2025.</ref> Die Erstellung dieser Anlage wurde der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) gemeldet.<ref>Iran: Atomanlage in Fordo bald fertig, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. April 2011.</ref> Im Januar 2012 berichtete die IAEO, in der Anlage werde Uran auf 20 Prozent angereichert, dies unterstehe aber der Kontrolle und Überwachung durch die IAEO.<ref>IAEA: Iran produziert hochangereichertes Uran, (dpa-Newsticker), Die Welt, 9. Januar 2012.</ref>

Anreicherung von Uran

Im Januar 2021 wurde in der Anlage wieder mit der Herstellung von zu 20 % angereichertem Uran begonnen, nachdem die Islamische Republik Iran im November 2020 aus dem Wiener Atomabkommen von 2015 ausgestiegen war.<ref name="tagesschau210104">Verstoß gegen Atompakt: Iran beginnt mit höherer Urananreicherung. In: Tagesschau. 4. Januar 2021, abgerufen am 7. Januar 2021.</ref>

Nach einer unangekündigten Inspektion der Anlage am 21. Januar 2023 gab die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) Anfang Februar 2023 bekannt, in der Anlage könne Uran nun auf einen Anreicherungsgrad von bis zu 60 Prozent und damit fast auf Waffenqualität angereichert werden. Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die Vereinigten Staaten forderten Iran am 3. Februar 2023 auf, mit der IAEO zu kooperieren und seine internationalen Verpflichtungen einzuhalten.<ref>Änderung an Maschinen – Iran könnte Urananreicherung fast auf Waffenqualität ausbauen, Der Spiegel online, 4. Februar 2023.</ref>

Als Ziel militärischer Angriffe

Die Anlage befindet sich in einem 60<ref>Natalie Amiri: Zwischen den Welten. Von Macht und Ohnmacht im Iran. Aufbau, Berlin 2021, ISBN 978-3-351-03880-9; Taschenbuchausgabe ebenda 2022, ISBN 978-3-7466-4030-3, S. 150.</ref> bis etwa 90 Meter<ref>Nahost: Wenn die USA in den Krieg eintreten – Ein Szenario und Irans Eskalationsmöglichkeiten. In: Die Welt online. Abgerufen am 19. Juni 2025.</ref> unter der Erde verlaufenden Tunnelsystem auf einem früheren Militärgelände. Die Anlage wurde tief unterirdisch errichtet, um sie vor Raketen und Luftangriffen zu schützen. Immer wieder wurde sie als militärisches Ziel Israels oder Vereinigten Staaten von Amerika diskutiert.

Laut Beobachtern verfügen nur die US-amerikanischen Streitkräfte mit der GBU-57 über eine konventionelle Bombe, die möglicherweise die unter Tage liegende Atomanlage Fordo zerstören könnte. Nach Ansicht US-amerikanischer Militärs ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass die Anlage auch zu tief für die GBU-57 liegt.<ref>Iran: Israels Angriff auf das Atomprogramm wird zum Wettlauf gegen die Zeit. In: Die Welt online. Abgerufen am 18. Juni 2025.</ref> Der ehemalige Nationale Sicherheitsberater für US-Präsident Donald Trump, John R. Bolton spekulierte darüber, dass Israel versuchen könne, durch mehrere schwere Bombenangriffe hintereinander die Bunkeranlagen zu zermürben.<ref>Schwere Bomben: Mit dieser Technik könnte Israel Irans Atomanlagen auch allein zerstören. In: Die Welt online. 17. Juni 2025, abgerufen am 18. Juni 2025.</ref>

Im März 2012 drohte der Präsident der Vereinigten Staaten, Barack Obama, mit einem Angriff auf die Anlage, um eine atomare Bewaffnung Irans zu verhindern. Dies sei nicht nur im Interesse Israels, sondern ein grundlegendes Sicherheitsinteresse der Vereinigten Staaten.<ref>Silke Hasselmann: Angriffsdrohung auf Irans Atomanlagen: "Israels Regierung weiß, dass ich nicht bluffe". In: Tagesschau. 3. März 2012, abgerufen am 17. Oktober 2025.</ref><ref>„...preventing Iran from getting a nuclear weapon isn't just in the interest of Israel, it is profoundly in the security interests of the United States, and that when I say we're not taking any option off the table, we mean it... it includes a military component.“ (Interview in The Atlantic, 2. März 2012)</ref><ref>AIPAC Policy Conference. Blog. In: Amerika-Dienst. US Embassy, abgerufen am 17. Oktober 2025 (Zur Rede des US-Präsidenten Barack Obama vor der Konferenz des American Israel Public Affairs Committee, mit Link zum Originaltext).</ref>

Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete am 29. August 2016, dass die iranische Revolutionsgarde russische S-300-Luftabwehrraketen vor der Urananreicherungsanlage in Stellung gebracht hat. Die Lieferung des Flugabwehrsystems ist Teil eines Rüstungsvertrages zwischen Iran und Russland aus dem Jahr 2007. Der Kommandeur der iranischen Luftwaffe, General Farsad Esmaili, bekräftigte in einem Interview mit der staatlichen Rundfunkgesellschaft Islamic Republic of Iran Broadcasting die Notwendigkeit der Stationierung.<ref>"إس 300" لحماية منشأة فوردو النووية الإيرانية. In: Sky News Arabia. 29. August 2016, abgerufen am 29. August 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>300’ في منشأة ’فوردو’ النووية بالصور.. الجمهورية الإسلامية الإيرانية تنشر منظومة ’اس. In: Al Ahed News (Libyen). 29. August 2016, abgerufen am 29. August 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Am 13. Juni 2025 griff Israel die Urananreicherungsanlage am ersten Tag des israelisch-iranischen Krieges mit Raketen an.<ref>Undercover-Angriffe des Mossad machen Israels Luftschlag erst möglich. In: N-tv. 13. Juni 2025, abgerufen am 14. Juni 2025.</ref><ref>Lazar Berman, Emanuel Fabian: Mossad set up drone base in Iran, UAVs took out missile launchers overnight. In: The Times of Israel. 13. Juni 2025, abgerufen am 14. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Über Beschädigungen wurde öffentlich nichts bekannt.

Am 21. Juni 2025 griffen die Vereinigten Staaten im Zuge des Eintritts in den Konflikt die Anlage an.<ref>USA greifen iranische Atomanlagen an. Eilmeldung. In: Tagesschau. Abgerufen am 22. Juni 2025.</ref> Die Anreicherungsanlage von Natans und die Anlage in Fordo wurden von B2-Tarnkappenbombern mit 14 der oben erwähnten GBU-57 bombardiert.<ref>Lolita C. Baldor, Nicholas Ingram: How U.S. stealth bombers struck Iran’s nuclear sites without detection. In: PBS. 22. Juni 2025, abgerufen am 23. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Quellen aus Iran zufolge wurde der größte Teil des hochangereicherten Urans noch vor dem US-Angriff im Auftrag der iranischen Regierung an einen ungenannten Ort gebracht. Satellitenbilder der Firma Maxar Technologies zeigen Experten zufolge „ungewöhnliche Aktivitäten“ in Fordo wenige Tage vor dem Angriff.<ref>Julia Bergmann, Juri Auel, Dimitri Taube, Kassian Stroh, Katja Guttmann, Philipp Saul, Nadja Lissok, Leopold Zaak, Carina Seeburg, Julia Daniel, Christoph Heinlein, Dominik Fürst, Michelle Ostwald: Merz, Macron und Starmer rufen Iran zu Verhandlungen auf. In: Süddeutsche Zeitung online. 22. Juni 2025, abgerufen am 23. Juni 2025 (Zugang beschränkt).</ref>

Datei:Fordow Uranium (Fuel) Enrichment Plant exhibit at the Pentagon, USA press briefing on 26 June 2025 (cropped).jpg
2025

Über die Auswirkungen der Angriffe sind keine gesicherten Informationen öffentlich. Die BBC berichtet über sechs Einschlagskrater, zu sehen auf Satellitenbildern vom 22. Juni 2025 in Fordo.<ref name=":1" /> Während Trump und weitere Regierungsmitglieder nach dem Angriff behaupteten, das iranische Atomprogramm sei praktisch zerstört und die angegriffenen Anlagen seien ausgelöscht, kam ein fünfseitiger Geheim-Bericht der Defense Intelligence Agency, laut New York Times und CNN, am 24. Juni zur Einschätzung, dass die unterirdische Atomanlagen in Fordo nicht zerstört worden seien und Iran nur um einige Monate zurückgeworfen worden sei. Die Zugänge seien verschüttet und die elektrische Infrastruktur schwer beschädigt, aber die unterirdischen Anlagen weitgehend intakt. Für eine dauerhafte Zerstörung der Anlagen müssten wiederholte Angriffe erfolgen. Laut Geheimbericht soll ein Großteil des angereicherten Urans vor den Angriffen an andere Standorte gebracht worden sein. Iran soll inzwischen zusätzlich kleinere Anreicherungsanlagen betreiben.<ref>Israel-Iran-Krieg: Atomprogramm durch US-Angriff laut Geheimbericht kaum gestört. In: Der Spiegel online. 24. Juni 2025, abgerufen am 25. Juni 2025.</ref>

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 34° 53′ 8,3″ N, 50° 59′ 48,1″ O

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Weblinks