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Lisbon Story

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Produktionsland Deutschland,
Portugal
Originalsprache Portugiesisch,
Deutsch,
Englisch
Erscheinungsjahr 1994
Länge 99 Minuten
Altersfreigabe

</ref>

Stab
Regie Wim Wenders
Drehbuch Wim Wenders
Produktion Paulo Branco,
Ulrich Felsberg
Musik Madredeus,
Jürgen Knieper
Kamera Lisa Rinzler
Schnitt Peter Przygodda
Besetzung

Lisbon Story ist ein Spielfilm des deutschen Regisseurs Wim Wenders aus dem Jahr 1994.

Handlung

Der Toningenieur und Geräuschemacher Philipp Winter erhält per Postkarte aus Lissabon einen knapp formulierten Hilferuf eines Freundes, des Regisseurs Friedrich Monroe. Statt per Post zu antworten, beschließt er, mit seinem Auto dorthin zu fahren. Die Reise wird von mehreren Pannen unterbrochen, doch schließlich gelangt er an die richtige Adresse. Allerdings ist Friedrich nicht daheim, so dass sich Philipp in seiner Wohnung einrichtet.

Er wird am nächsten Tag von einer Gruppe Jugendlicher überrascht, die ihn mit Videokameras filmen und sich als Friedrichs Assistenten bezeichnen. Sie versichern Philipp, dass Friedrich bestimmt bald wiederkomme. Dieselbe Auskunft erhält er von der Musikgruppe Madredeus, die Musik für den Film aufnehmen und deren Sängerin das Haus gehört. Philipp ist von ihrer Musik und besonders von der Person der Sängerin fasziniert, zu der sich eine zarte Romanze entwickelt.

Um sich zu beschäftigen, schaut er sich Friedrichs Filmmaterial über Lissabon an und geht mit seinem Tonaufnahmegerät durch die Stadt, um Audiomaterial einzufangen. Dabei hat er skurrile Begegnungen mit unterschiedlichen Leuten und Situationen. Mehrmals trifft er auf einen geheimnisvollen scheuen Jungen, der bei seinem Anblick sofort davonläuft.

Schließlich trifft er überrascht auf Friedrich, der ihm erzählt, er habe beschlossen, keine bewusst gestalteten Filme mehr zu machen, da die Bilder darin sämtlich gefärbt und nicht „ehrlich“ seien. Er selbst filme die Stadt nur noch mit einer auf dem Rücken getragenen Kamera, ohne in den Sucher zu schauen. Der geheimnisvolle Junge, der stumm ist, assistiert ihm dabei.

Philipp lässt Friedrich eine Audiobotschaft zukommen, in der er ihn davon überzeugt, dass doch erst die menschliche Gestaltungskraft aus rohem Filmmaterial ein eindrucksvolles Werk machen könne. Zum Schluss des Films reisen sie gemeinsam filmend durch Lissabon.

Hintergrund

Der Film ist eine Hommage an die Stadt Lissabon anlässlich ihres Jahres als Kulturhauptstadt Europas 1994, aber auch an das Kino zu seinem hundertsten Geburtstag. Er fängt den Charme der Gassen in den alten Vierteln Lissabons ein.

Den Altmeister des europäischen Autorenfilms, Manoel de Oliveira, ehrt Wenders hier mit einem Cameo-Auftritt. Wenders spielt auch auf seinen Film Der Stand der Dinge an, den er 1981 hier drehte. So spielt wieder Patrick Bauchau den Regisseur, und auch sein Name („Monroe“) ist eine Anspielung auf 1981, wo er „Munro“ hieß.<ref>„Traumstadt Lissabon“ bei focus.de</ref> Die Hauptrolle hat – mit leicht veränderter Schreibweise – denselben Namen wie in Alice in den Städten und wird auch vom selben Darsteller verkörpert.

In kurzen Nebenrollen treten der portugiesische Schauspieler Henrique Canto e Castro als Friseur, und der Filmregisseur João Canijo als kleiner Gauner auf. Der spätere Regisseur Marco Martins war Assistent bei den Dreharbeiten.

Rezeption

„Wim Wenders´ kleiner, aber feiner Portugal-Trip ist einer der schönsten Filme des Jahres, mit der ausdruckstärksten Filmmusik seit Jahren (Madredeus) und dem gelungensten Ton-Design seit Altman und Fassbinder.“

Der Soundtrack der Gruppe Madredeus<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lisbon Story (Memento vom 18. Dezember 2010 im Internet Archive) bei filmladen.at</ref> verschaffte ihr internationale Bekanntheit und kam unter dem Titel Ainda (port. für: „noch“) in verschiedenen Ländern Europas bis in die Hitparaden<ref>portuguesecharts.com</ref>, auch in Deutschland.<ref>Chartplatzierung für Ainda in Deutschland. In: offiziellecharts.de. Abgerufen am 21. März 2025.</ref>

Auszeichnungen

1996 wurde der Film für den Deutschen Filmpreis nominiert. Im selben Jahr erhielt Wim Wenders eine Nominierung für das italienische Nastro d’Argento als bester Regisseur eines ausländischen Films.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Summer in the City | Die Angst des Tormanns beim Elfmeter | Der scharlachrote Buchstabe | Alice in den Städten | Falsche Bewegung | Im Lauf der Zeit | Der amerikanische Freund | Nick’s Film – Lightning Over Water | Hammett | Der Stand der Dinge | Paris, Texas | Tokyo-Ga | Der Himmel über Berlin | Bis ans Ende der Welt | Arisha, der Bär und der steinerne Ring | In weiter Ferne, so nah! | Lisbon Story | Jenseits der Wolken | Die Gebrüder Skladanowsky | Am Ende der Gewalt | Buena Vista Social Club | The Million Dollar Hotel | Land of Plenty | Don’t Come Knocking | Palermo Shooting | Pina | Das Salz der Erde | Every Thing Will Be Fine | Die schönen Tage von Aranjuez | Grenzenlos | Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes | Anselm – Das Rauschen der Zeit | Perfect Days Vorlage:Klappleiste/Ende