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Gratzfeld

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Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 13. April 2026 um 10:18 Uhr durch imported>NDD-1991 (Einwohnerzahlen aktualisiert).
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Gratzfeld ist ein Ortsteil der Stadt Königswinter im nordrhein-westfälischen Rhein-Sieg-Kreis. Er gehört zum Stadtteil Eudenbach und zur Gemarkung des Oberhaus, am 31. Dezember 2025 zählte er 40 Einwohner, zusammen mit dem benachbarten Hof Schwirzpohl 42 Einwohner.<ref>Einwohnerstatistik. (PDF) Stadt Königswinter, 31. Dezember 2025, abgerufen am 12. April 2026 (Angabe hier ohne Nebenwohnsitze).</ref>

Geographie

Gratzfeld liegt am Rande des Niederwesterwalds im Nordwesten der Asbacher Hochfläche auf einem nach Norden und Osten zum Tal des Quirrenbachs abfallenden Bergrücken. Der Weiler umfasst Höhenlagen zwischen 210 und 230 m ü. NHN. Östlich grenzt der Staatsforst Siegburg an. Zu den nächstgelegenen Ortschaften gehören Rostingen und Faulenbitze im Nordosten, Eudenbach im Norden und Wülscheid (Stadt Bad Honnef) im Süden.

Geschichte

Urkundlich in Erscheinung trat Gratzfeld vermutlich im Jahre 1212 als Gratisveld in einer Besitzurkunde der Propstei Oberpleis.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Geschichtszahlen des Oberhau (Memento vom 22. Februar 2014 im Internet Archive), Oberhau aktuell</ref> Dieser gehörten in Gratzfeld zwei Höfe, aus denen der Ort entstanden ist. Der vermutlich auf einen der beiden Höfe zurückgehende Hof Ahlefeld ist ein umfangreicher Fachwerkhof, dessen älteste Teile von 1668 stammen. Ein weiterer Hof mit 9 Morgen Land befand sich im Besitz des Pastorats in Honnef.<ref>German Hubert Christian Maaßen: Geschichte der Pfarreien des Dekanates Königswinter. Köln 1890, S. 494.</ref> Von dem unmittelbar an Gratzfeld angrenzenden Hof Schwirzpohl<ref>Daniela Hündgen: Absolut kurios: In diesem Dorf wohnt nur eine einzige Person. In: Express.de. (express.de [abgerufen am 15. November 2017]).</ref> aus, 1306 als Swyrzpul benannt, wurde das Waldgebiet der Propstei auf der Mußer Heide (auch Musser Heide) beaufsichtigt.

1555 wurde Gratzfeld in einer Erkundigung über die Gerichtsverfassung im Herzogtum Berg als eine von damals sechs Honschaften erwähnt, aus denen sich das Kirchspiel Oberpleis im bergischen Amt Blankenberg zusammensetzte.<ref>Wilhelm Crecelius, Woldemar Harleß (Hrsg.): Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, 20. Band 1884, S. 130.</ref> Im 17. Jahrhundert wurden die Honschaften Gratzfeld und Eudenbach zur Honschaft Oberhau vereinigt.<ref>Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, 2. Band: Die Karte von 1789. Bonn 1898, S. 309 ff.</ref> Nach Auflösung des Herzogtums Berg im Jahre 1806 war Gratzfeld Teil der Kataster- bzw. Steuergemeinde Oberhau im Verwaltungsbezirk der Bürgermeisterei Oberpleis und wurde 1845/46 mit dem Oberhau in die neu gebildete Gemeinde Oberpleis eingegliedert. Gemäß Volkszählungen war Gratzfeld in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Ansammlung mehrerer Höfe, 1843 umfasste es 14 Wohngebäude. Über den damals erreichten Umfang wuchs der Ort nie hinaus.

Bis 1969 blieb Gratzfeld ein Ortsteil der Gemeinde Oberpleis.

Einwohnerentwicklung
Jahr Einwohner
1816<ref>A. A. Mützell: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des Preußischen Staats, Verlag K. A. Kümmel, Halle 1821, Zweiter Band, S. 75</ref> 70
1828<ref>Friedrich von Restorff: Topographisch-Statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz, Nicolaische Buchhandlung, Berlin und Stettin 1830, S. 303</ref> 78
1843<ref>Königliche Regierung zu Cöln: Uebersicht der Bestandtheile u. Verzeichniß sämmtlicher Ortschaften des Regierungs-Bezirks Cöln. Cöln 1845, S. 104. (Online ub.uni-duesseldorf.de)</ref> 96
1885<ref name="gemeindelexikon">Vorlage:Gemeindelexikon Preußen 1885</ref> 67
1905<ref>Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Heft XII Rheinprovinz. Berlin 1909, S. 151.</ref> 62
1977<ref>Karl-Hermann Uhlenbroch: Oberhau. Vergangenes und Erlebtes am Rande des Siebengebirges. Eudenbach 1981, S. 17.</ref> 45

Sehenswürdigkeiten

Datei:Eudenbach-Gratzfeld Gratzfelder Straße 25 (01).png
Hof Ahlefeld
Datei:Gratzfeld Schwirzpohler Straße 26 (03).png
Schwirzpohler Straße 26

Als Baudenkmal unter Denkmalschutz stehen:

  • der Hof Ahlefeld (Gratzfelder Straße 25), ein nach 1668 in mehreren Phasen entstandener Fachwerkhof; zweigeschossiges Wohnhaus in Ständerbauweise als Ursprungsgebäude, Erweiterungsbau (ebenfalls Wohngebäude) sowie Back- und „Krauthaus“ aus dem Beginn des 19. Jahrhunderts, freistehende Feldscheune aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts; heute Erscheinungsbild eines „offenen Streuhofs bergischer Prägung“, früher vermutlich eines „Westerwälder Ernhauses“<ref>Angelika Schyma: Stadt Königswinter. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Denkmäler im Rheinland, Band 23.5.) Rheinland-Verlag, Köln 1992, ISBN 3-7927-1200-8, S. 51.</ref> (→ Eintrag in Denkmalliste)
  • eine vierflügelige Hofanlage (Schwirzpohler Straße 26), zweigeschossiges Fachwerkhaus in Ständerbauweise mit Bruchsteinsockel, im Kern aus dem Jahre 1838, rückwärtige Fachwerkscheune von etwa 1903 (→ Eintrag in Denkmalliste)

Literatur

  • Angelika Schyma: Stadt Königswinter. In: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Denkmäler im Rheinland. 23.5., Rheinland-Verlag, Köln 1992, ISBN 3-7927-1200-8, S. 72 u. 75/76.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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Koordinaten: 50° 40′ 35″ N, 7° 20′ 8″ O

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