Gerichtsbezirk Rattenberg
| Gerichtsbezirk Rattenberg | |
|---|---|
| Datei:Gerichtsbezirk Rattenberg.svg Lage im Bundesland | |
| Gerichtsbezirk Rattenberg Landesgericht Innsbruck | |
| Basisdaten | |
| Bundesland | Tirol |
| Bezirk | Kufstein |
| Sitz des Gerichts | Rattenberg |
| Kennziffer | 7052 |
| zuständiges Landesgericht | Innsbruck |
| Fläche | Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „[“ km2 (Vorlage:FLD) |
| Einwohner | 36.674 (1. Jänner 2025) |
Der Gerichtsbezirk Rattenberg ist ein dem Bezirksgericht Rattenberg unterstehender Gerichtsbezirk im Bundesland Tirol. Er ist neben dem Gerichtsbezirk Kufstein einer von zwei Gerichtsbezirken im politischen Bezirk Kufstein.
Geschichte
Der Gerichtsbezirk Rattenberg geht auf das Gebiet des Land- und Stadtgerichts Rattenberg zurück, das 1506 Teil Tirols wurde. In seiner heutigen Form wurde der Gerichtsbezirk durch eine 1849 beschlossene Kundmachung der Landes-Gerichts-Einführungs-Kommission geschaffen und umfasste ursprünglich die 14 Gemeinden Alpbach, Angerberg, Brandenberg, Brixlegg, Brugg, Kramsach, Kundl, Münster, Radfeld, Rattenberg, Reith, Steinberg, Wildschönau und Wörgl-Rattenberg.<ref>Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Tirol und Vorarlberg, 1850, I. Stück, Nr. 1: Kundmachung der Landes-Gerichts-Einführungs-Kommission vom 29. November 1849, über die Gerichts-Organisierung in dem Kronlande Tirol und Vorarlberg.</ref>
Das Gebiet des Gerichtsbezirks Rattenberg wurde im Zuge der Trennung der politischen von der judikativen Verwaltung<ref>Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1868, XVII. Stück, Nr. 44. „Gesetz vom 19. Mai 1868 über die Einrichtung der politischen Verwaltungsbehörden in den Königreichen …“</ref> ab 1868 gemeinsam mit dem Gerichtsbezirk Kufstein zum politischen Bezirk Kufstein zusammengefasst.<ref>Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1868, XLI. Stück, Nr. 101: Verordnung vom 10. Juli 1868.</ref>
Im Jahr 1900 umfasste das Gebiet des Gerichtsbezirks Rattenberg 550,78 km².<ref>k.k. Statistische Zentralkommission (Hrsg.): Gemeindelexikon der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1900. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Band VIII. Tirol und Vorarlberg ( vom 11. April 2012 im Internet Archive) k. k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1907.</ref>
Per 1. Juni 1924 musste der Gerichtsbezirk Rattenberg die Katastralgemeinde Rattenberg-Wörgl an den Gerichtsbezirk Kufstein abtreten.<ref>Bundesgesetzblatt für die Republik Österreich. Jahrgang 1924, 29. Stück, Nr. 129: „Verordnung des Bundeskanzleramtes vom 16. April 1924 über die Zuweisung der Katastralgemeinde Rattenberg-Wörgl zum Gerichtsbezirk Kufstein“.</ref>
Auch die nationalsozialistische Verwaltungsreform führte langfristig zu einer Verkleinerung des Gerichtsbezirks. Mit der „Verordnung des Landeshauptmanns vom 15. Oktober 1938 über die Einteilung des Landes Tirol in Verwaltungsbezirke“ wurde der „Verwaltungsbezirk Kufstein“ (später „Landkreis Kufstein“) aus dem bisherigen Bezirk Kufstein, jedoch ohne die Gemeinden Bruck am Ziller und Steinberg am Rofan gebildet.<ref>Verordnungsblatt für den Amtsbereich des Landeshauptmannes für Tirol. Jahrgang 1938, IX. Stück, Nr. 20: „Verordnung des Landeshauptmanns vom 15. Oktober 1938 über die Einteilung des Landes Tirol in Verwaltungsbezirke“.</ref>
Um die Gerichtsbezirksgrenzen wieder an die politischen Grenzen anzugleichen, übernahm der Gerichtsbezirk Schwaz per 1. Juli 1970 die Gemeinden Bruck am Ziller und Steinberg am Rofan vom Gerichtsbezirk Rattenberg.<ref>BGBl. Nr. 183/1970: „Verordnung der Bundesregierung vom 23. Juni 1970, mit der die Sprengel der Bezirksgerichte Rattenberg und Schwaz geändert werden.“</ref> Die Fläche des Gerichtsbezirks Rattenberg verringerte sich dadurch von 545,59 km² (1951)<ref>Österreichisches Statistisches Zentralamt (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Juni 1951, Wien 1953</ref> auf 471,02 km² (1971).<ref>Österreichisches Statistisches Zentralamt (Hrsg.): Ortsverzeichnis 1971, Tirol. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 12. Mai 1971, Wien 1974.</ref>
Bereits zum zweiten Mal stand 2012 die Auflösung des Gerichtsbezirkes Rattenberg auf dem Programm des Justizministeriums.<ref>Ärger über Bezirksgerichts-Aus. In: tirol.orf.at. 23. Februar 2012, abgerufen am 22. Oktober 2017.</ref><ref>Petition drängt auf Erhaltung des Bezirksgerichts Rattenberg auf www.parlament.gv.at, abgerufen am 4. April 2019</ref>
Gerichtssprengel
Der Gerichtssprengel umfasst mit den zwölf Gemeinden Alpbach, Angerberg, Brandenberg, Breitenbach am Inn, Brixlegg, Kramsach, Kundl, Münster, Radfeld, Rattenberg, Reith im Alpbachtal und Wildschönau den westlichen Teil des Bezirks Kufstein.
Siehe auch
Literatur
- Österreichische Akademie der Wissenschaften: Historisches Ortslexikon. Statistische Dokumentation zur Bevölkerungs- und Siedlungsgeschichte, Tirol, Datenbestand: 30. Juni 2011 (PDF; 1,3 MB)
Weblinks
- Gerichtssuche in der Gerichtsdatenbank des Bundesministeriums für Justiz
- Vorlage:StatistikAustria Gemeindeverzeichnis
Einzelnachweise
<references />
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Fügen |
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Matrei in Osttirol |
Mieders |
Nauders |
Ried in Tirol |
Sillian |
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An Italien abgetretene Gerichtsbezirke:
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