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Yarrowit

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Yarrowit
Datei:Yarrowite.jpg
Yarrowit aus Otero County, New Mexico, Vereinigte Staaten
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1978-022<ref name="IMA-Liste">Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

IMA-Symbol

Yar<ref name="Warr"></ref>

Chemische Formel Cu9S8
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Sulfide und Sulfosalze – Metallsulfide, M:S > 1:1
System-Nummer nach
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

II/B.01-080

2.CA.05d
02.07.03.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem hexagonal
Kristallklasse; Symbol 3m, 32 oder 3m
Raumgruppe P3m1, P3m1, P31m oder P321<ref name="Goble" />
Gitterparameter a = 3,80 Å; c = 67,26 Å<ref name="Goble" />
Formeleinheiten Z = 3<ref name="Goble" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte Bitte ergänzen!
Dichte (g/cm3) 4,89
Spaltbarkeit Bitte ergänzen!
Farbe blau
Strichfarbe Bitte ergänzen!
Transparenz undurchsichtig
Glanz metallisch
Kristalloptik
Pleochroismus blau bis blau-weiß

Yarrowit ist ein seltenes Mineral aus der Mineralklasse der Sulfide und Sulfosalze. Es kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem mit der chemischen Formel Cu9S8 und bildet massive oder sternförmige Mineral-Aggregate von blauer Farbe.

Etymologie und Geschichte

Yarrowit wurde 1980 von R.J. Goble am Yarrow Creek im Südwesten der kanadischen Provinz Alberta gefunden. Er benannte es nach dem Fundort. In der Nähe des Fundortes liegt auch die Typlokalität des sehr ähnlichen Spionkopites.<ref name="Goble">R.J. Goble: Copper sulfides from Alberta: yarrowite,Cu8S9, and spionkopite, Cu39S28. In: Canadian Mineralogist. 1980, 18, S. 511–518 (Abstract in American Mineralogist, S. 1279; PDF; 873 kB).</ref> Vor dem Fund in Kanada war blaubleibender Covellin bekannt, der erstmals 1959 von G. Frenzel synthetisiert wurde. Dabei handelte es sich aber nicht um ein einheitliches Material, sondern sowohl um Yarrowit, als auch um Spionkopit.<ref>A. Putnis, J. Grace, W. E. Cameron: Blaubleibender covellite and its relationship to normal covellite. In: Contributions to Mineralogy and Petrology. 60, 1977, S. 209–217, doi:10.1007/BF00372282.</ref>

Klassifikation

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz war der Yarrowit noch nicht aufgeführt.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer II/B.01-080. Dies entspricht der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfide, Selenide und Telluride mit dem Stoffmengenverhältnis Metall : S,Se,Te > 1 : 1“, wo Yarrowit zusammen mit Anilith, Chalkosin, Digenit, Djurleit, Geerit, Roxbyit und Spionkopit die Gruppe der „Kupfersulfide“ mit der Systemnummer II/B.01 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name=IMA-Liste-2009 /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Yarrowit in die Klasse der „Sulfide und Sulfosalze (Sulfide, Selenide, Telluride, Arsenide, Antimonide, Bismutide, Sulfarsenide, Sulfantimonide, Sulfbismutide)“ und dort in die Abteilung „Metallsulfide, M : S = 1 : 1 (und ähnliche)“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „mit Kupfer (Cu)“ zu finden, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 2.CA.05d bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Yarrowit die System- und Mineralnummer 02.07.03.01. Das entspricht der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfidminerale“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Sulfide – einschließlich Seleniden und Telluriden – mit der Zusammensetzung AmBnXp, mit (m+n):p=9:8“ als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 02.07.03.

Modifikationen und Varietäten

Yarrowit zählt mit Chalkosin, Djurleit, Anilith und Spionkopit zu einer sich bei niedrigen Temperaturen (<100 °C) bildenden Mischkristallreihe mit unterschiedlichen stöchiometrischen Verhältnissen von Kupfer und Schwefel.<ref name="Barnes">Hubert Lloyd Barnes: Geochemistry of hydrothermal ore deposits, Band 1. 3. Auflage, John Wiley and Sons, 1997, ISBN 0-471-57144-X, S. 390–392 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Bildung und Fundorte

Da Yarrowit metastabil ist, bildet es sich nur unter speziellen Bedingungen bei niedrigen Temperaturen, wenn die Bildung der stabilen Phasen Anilith und Chalkosin kinetisch gehemmt sind, durch Verwitterung anderer Kupfersulfide.<ref name="Barnes"/> Es ist mit Anilith, Djurleit, Spionkopit und Tennantit vergesellschaftet.

Neben der Typlokalität und weiteren Orten in Kanada wurde Yarrowit bislang unter anderem in Graz und Köflach in Österreich, dem Schwarzwald, Spessart, Hunsrück, Harz sowie dem Mansfelder Becken und Horscha in Deutschland, Saint-Luc im Schweizer Kanton Wallis, Kolwezi in der Demokratischen Republik Kongo, Bogor auf der indonesischen Insel Java, Ardakan im Iran, Killarney in Irland, Sondrio in Italien, Iwaki und Shimohei in Japan, Lubin in Polen, Gümüşhane in der Türkei, Caldbeck Fells, Stanton under Bardon, Cannington, Nuneaton und Wethel im Vereinigten Königreich sowie den US-Bundesstaaten Arizona, New Mexico und Virginia gefunden.<ref>Yarrowit bei mindat.org</ref>

Kristallstruktur

Yarrowit kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem mit der Raumgruppe P3m1 (Raumgruppen-Nr. 156)Vorlage:Raumgruppe/156, P3m1 (Nr. 164)Vorlage:Raumgruppe/164, P31m (Nr. 157)Vorlage:Raumgruppe/157 oder P321 (Nr. 150)Vorlage:Raumgruppe/150, den Gitterparametern a = 3,80 Å und c = 67,26 Å, sowie drei Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="Goble"/>

Siehe auch

Literatur

  • Yarrowit. In: Anthony et al.: Handbook of Mineralogy, 1990, 1, 101 (pdf)

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9. </ref> </references>