Dieter Seitzer
Dieter Seitzer (* 17. April 1933 in Tübingen; † 12. April 2026 in Erlangen) war ein deutscher Elektrotechniker, der an der Datenreduktion von digitalisierten Signalen und deren mikroelektronischer Realisierung für Anwendungen im Audio- und Videobereich forschte.
Leben
Dieter Seitzer studierte und promovierte ab 1952 an der TH Stuttgart im Fach Elektrotechnik<ref name=IIS>Prof. Seitzer zum 75. Geburtstag. In: Im Blickpunkt 2 / 2008. Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS), S. 3, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. November 2011; abgerufen am 1. April 2012.</ref> und war dort Mitglied in der Studentenverbindung „Akademische Gesellschaft Sonderbund“.<ref>Thomas Maier: Akademische Gesellschaft Sonderbund 1859–2009. Selbstverlag, Stuttgart 2009.</ref> Ab 1962 im IBM Zurich Research Laboratory in Rüschlikon in der Schweiz tätig, folgte er 1970 dem Ruf als Professor am neuen Lehrstuhl „Technische Elektronik“ an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen.<ref name=FAU />
Leistungen
Als Lehrstuhlinhaber setzte Dieter Seitzer die ersten Forschungsschwerpunkte in der Datenreproduktion für Bild- und Tonsignale und der Realisierung der dazu benötigten Bauelemente und Schaltungen. Von 1977 bis 1979 war er Dekan der Technischen Fakultät.<ref name=IIS /> Als Beauftragter für den Technologietransfer der Technischen Fakultät initiierte Seitzer 1981 die Gründung der Kontaktstelle für Forschungs- und Technologietransfer an der Universität Erlangen-Nürnberg.<ref name=FAU75>Prof. Dr. Dieter Seitzer zum 75. Geburtstag. In: Mediendienst FAU-Aktuell Nr. 103/2008. Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, 10. April 2008, abgerufen am 1. April 2012.</ref> 1984 wurde das neue Zentrum für Mikroelektronik und Informationstechnik gegründet, aus dem später das Institut für Integrierte Schaltungen entstand, das er aufbaute und leitete – heute das größte Institut innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft.<ref name="WIM">Peter Budig: Was macht eigentlich … Professor Dieter Seitzer. In: WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 10/2010. Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken, S. 63, abgerufen am 1. April 2012.</ref> Von 1999 bis 2005 war er erster ehrenamtlicher Präsident der Bayerischen Forschungsstiftung.<ref>Die Stiftung: Geschichte - Organe und Geschäftsstelle. Bayerische Forschungsstiftung, abgerufen am 1. April 2012.</ref> Ein entscheidendes Forschungselement war die Berücksichtigung der physiologischen Eigenschaften der Sinneskanäle. So gilt Seitzer als Pionier des Audiocodierverfahrens MP3.<ref>Bayerischer Maximiliansorden an Prof. Dr. Dieter Seitzer: Höchste Ehren für Erlanger Professor. Pressemitteilung. In: Mediendienst FAU-Aktuell Nr. 4489. Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, 23. Januar 2006, abgerufen am 18. April 2023.</ref> Er war emeritierter Inhaber des Lehrstuhls für Technische Elektronik der Universität Erlangen-Nürnberg und Gründungsdirektor des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen (IIS).<ref>Einer, der mit mp3 die Welt veränderte. (PDF; 564 kB) Presseinformation. Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, 13. April 2018, abgerufen am 18. April 2023.</ref>
Seitzer war seit 1959 mit seiner Frau Ilse verheiratet und hatte drei Töchter.<ref name=WIM />
Ehrungen und Auszeichnungen
- 1988 Bundesverdienstkreuz 1. Klasse<ref name=Sinner />
- 1992 Beckurts-Preis<ref>Preisträger. Karl Heinz Beckurts-Stiftung, abgerufen am 1. April 2012.</ref>
- 1998 Goldener Ehrenring der Stadt Erlangen<ref>Auszeichnungen nach der Satzung der Stadt Erlangen. (PDF; 47 kB) Stadt Erlangen, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. März 2016; abgerufen am 1. April 2012.</ref>
- 2001 NET21-Preis „for the most influential internet software development“ für die Entwicklung des MP3-Standards zusammen mit Heinz Gerhäuser<ref name=FAU />
- 2002 Bayerischer Verdienstorden<ref name=Sinner>Rede des Leiters der Bayerischen Staatskanzlei, Staatsminister Eberhard Sinner, anlässlich des Geburtstagsempfangs zu Ehren von Professor em. Dr.-Ing. Dieter Seitzer am 18. April 2008 in Erlangen. Bayerische Staatsregierung, 18. April 2008, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 1. April 2012. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref>
- 2005 Helmut-Volz-Medaille der Technischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg<ref name=HVM>Hohe Auszeichnungen für Erlanger Wissenschaftler. In: Mediendienst FAU-Aktuell Nr. 4030. Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, 16. Februar 2005, abgerufen am 1. April 2012.</ref>
- 2005 Ehrenmedaille des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS<ref name=HVM />
- 2006 Bayerischer Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst<ref name=FAU>Bayerischer Maximiliansorden an Prof. Dr. Dieter Seitzer: Höchste Ehren für Erlanger Professor. In: Mediendienst FAU-Aktuell Nr. 4489. Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, 23. Januar 2006, abgerufen am 1. April 2012.</ref>
- 2007 Aufnahme in die Hall of Fame der Consumer Electronics Association, USA<ref>MP3-Erfinder in die Consumer Electronics Hall of Fame aufgenommen. In: TecChannel. IDG Business Media, 25. Oktober 2007, abgerufen am 1. April 2012.</ref>
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Seitzer, Dieter |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Elektroingenieur |
| GEBURTSDATUM | 17. April 1933 |
| GEBURTSORT | Tübingen |
| STERBEDATUM | 12. April 2026 |
| STERBEORT | Erlangen |
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- Elektroingenieur
- Hochschullehrer (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg)
- Träger des Bayerischen Maximiliansordens für Wissenschaft und Kunst
- Träger des Bayerischen Verdienstordens
- Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse
- Träger des Goldenen Ehrenrings der Stadt Erlangen
- Institutsleiter der Fraunhofer-Gesellschaft
- Absolvent der Universität Stuttgart
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