Magnus Vattrodt
Magnus Vattrodt (* 1972 in Karlsruhe) ist ein deutscher Drehbuchautor und Schriftsteller. Seine Fernsehfilme und Drehbücher wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Fernsehpreis, dem PRIX EUROPA und dem Grimme-Preis.
Leben und Wirken
Vattrodt studierte Theaterwissenschaft an der Universität Gießen und anschließend an der Internationalen Filmschule Köln Drehbuch, an welcher er seit 2022 als Professor für Drehbuch und Dramaturgie tätig ist<ref name=":5" /><ref name=":6" />.
Im Jahr 2000 erschien sein Roman Managuaspiele. Darin geht es um eine Ehe-Flucht aus dem bundesdeutschen Wohlstandsmilieu in die nicaraguanische Hauptstadt Managua.
Ab dem Jahr 2006 schrieb Vattrodt mehrere Drehbücher für den Tatort München und Münster<ref name=":7" />. Daneben verfasste er das Drehskript für die Fernsehfilm-Produktion Der Novembermann, welcher 2007 auf mehreren deutschen Filmfestivals gezeigt wurde und den Filmkunstpreis für Fernsehen gewann. Für sein Drehbuch zum Film Liebesjahre (ZDF 2011, Regie: Matti Geschonneck) wurde Vattrodt 2012 erstmals mit dem Grimme-Preis und einer Goldenen Kamera ausgezeichnet.
Mit Das Ende einer Nacht schuf er, wieder zusammen mit Geschonneck in der Regie, 2012 erneut einen von den Rezensenten gelobten gemeinsamen TV-Spielfilm.<ref name="taz2012a">Jens Müller: Preisverdächtiger Krimi im ZDF: Die Mühen der Justiz. In: Die Tageszeitung: taz. 26. März 2012, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 4. Juli 2022]).</ref> Es handelt sich um einen Justiz-Thriller, zwei Juristinnen gegeneinander in einem Prozess ähnlich dem im Medien-Fall Kachelmann. Der Film gewann 2012 den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie "Bester Fernsehfilm" und Vattrodt wurde für seine Arbeit im Folgejahr erneut mit dem Grimme-Preis und der Goldenen Kamera ausgezeichnet<ref name=":7" />.
Darauf folgten weitere preisgekrönte Fernsehfilme, wie z. B. Das Zeugenhaus (2015, Regie: Matti Geschonneck), Ein großer Aufbruch (2015, Regie: Matti Geschonneck) oder Unterleuten – Das zerrissene Dorf (2020, Regie: Matti Geschonneck). 2020 schrieb er das Drehbuch für den Tatort – Limbus (Regie: Max Zähle), welcher von der Zeit Online als die "beste Münsteraner Tatort-Folge überhaupt" bezeichnet wurde, den Jupiter Filmpreis in der Kategorie „TV-Spielfilm National“ gewann und mit 13,15 Millionen Zuschauern als zweiterfolgreichsten Sendung des Jahres 2020 im deutschen Fernsehen erfolg feierte.
Im Jahr 2022 wurde dann Die Wannseekonferenz (Regie: Matti Geschonneck), für welche Magnus Vattrodt und Paul Mommertz das Buch verantworten, im ZDF ausgestrahlt. Er thematisiert die Planung und organisatorische Vorbereitung des Holocausts durch führende Vertreter des NS-Regimes. Der Film war ein großer nationaler, wie internationaler Erfolg und zahlreiche renommierte Preise würdigten die Produktion von Constantin Television und dem ZDF. Dazu gehören der Deutsche Fernsehpreis in der Kategorie “Bester Fernsehfilm” und “Bestes Buch”<ref name=":3" />, zwei Romys, die Gold World Medal bei den New York Festivals in der Kategorie “Films/Feature Films”<ref name=":4">Magnus Vattrodt · Hartmann & Stauffacher. Abgerufen am 18. Januar 2026.</ref> und den Prix Europa als Bester Europäischer Spielfilm 2022<ref>Heike Kochendoerfer: PRIX EUROPA 2022 Winners. 28. Oktober 2022, abgerufen am 18. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>. Zudem erlangte der Film auch im Ausland, z. B. in Frankreich<ref>Le pôle Édition de France Inter: "La Conférence" : Matti Geschonneck dépassé par l'évènement historique selon Le Masque. 24. April 2023, abgerufen am 5. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, China<ref>ZDF-Koproduktion "Die Wannseekonferenz" in Chinas Kinos zu sehen. 9. Juni 2023, abgerufen am 5. Februar 2025.</ref>, aber auch in den USA viel Aufmerksamkeit und wurde in über 100 Länder verkauft.<ref>Preisgekrönter Film "Die Wannseekonferenz" in über 100 Länder verkauft und meistgesehener Spielfilm 2022. Abgerufen am 5. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Das ZDF sendete im selben Jahr das von Vattrodt geschriebene gesellschaftspolitische Drama Die Bürgermeisterin (Regie: Christiane Balthasar), welches aktuelle Erscheinungsformen des Rechtsextremismus thematisiert und im Folgejahr mit dem deutschen Fernsehpreis in der Kategorie "Bester Fernsehfilm" ausgezeichnet<ref>Sieben Auszeichnungen für die ZDF-Familie beim Deutschen Fernsehpreis. Abgerufen am 19. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und für den Grimme-Preis nominiert wurde<ref name=":7" />.
Mit der hochkarätig besetzten ZDF Weihnachts-Krimikomödie Dahlmanns letzte Bescherung (2025, Regie: Isabel Braak) erweiterte Vattrodt seine Tätigkeiten erstmals – neben dem Drehbuch übernahm er zusätzlich die Rolle des Creative Producers<ref>Pressemappe. Abgerufen am 18. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>. Kurz darauf folgte das, von der Fachpresse hochgelobte<ref>Die Verteidigerin – Der Fall Nicola. In: tittelbach.tv. 15. Januar 2026, abgerufen am 18. Januar 2026.</ref><ref>Der Horror eines Vermisstenfalles. 11. Januar 2026, abgerufen am 18. Januar 2026.</ref>, Krimidrama Die Verteidigerin – Der Fall Nicola (2026, Regie: Lars Gunnar Lotz), welches von einem Medienaufgeladenen Vermisstenfall handelt.
In anbetracht seiner Erfolge zählt Magnus Vattrodt zu den erfolgreichsten deutschen Fernsehautoren der letzten 15 Jahre, was sich sowohl in hohen Einschaltquoten als auch in zahlreichen renommierten nationalen, wie internationalen Auszeichnungen für seine Drehbücher und Fernsehfilme widerspiegelt.
Vattrodt lebt mit seiner Familie in Köln und ist seit 2022 Professor für Drehbuch an der Internationale Filmschule Köln.<ref name=":5">Prof. Magnus Vattrodt | Internationale Filmschule Köln. Abgerufen am 5. Februar 2025.</ref><ref name=":6">Autor Magnus Vattrodt ist neuer Professor für Drehbuch an der ifs | Internationale Filmschule Köln. 13. Oktober 2022, abgerufen am 5. Februar 2025.</ref>
Werke (Auswahl)
- Romane
- Managuaspiele. Dielmann, Frankfurt am Main 2000. 421 S., ISBN 3-929232-62-6
- Hörspiele
- Der Novembermann (Länge: 81'25, gemeinsam mit Jobst Oetzmann). 2004 unter der Regie von Jobst Oetzmann beim SWR produziert und erstgesendet; 2008 im Verlag Hoffmann und Campe publiziert<ref>Hörspiel - Der Novembermann. In: hoerspielundfeature.de. Abgerufen am 4. Juli 2022.</ref><ref>Magnus Vattrodt, Jobst Christian Oetzmann, Michael Mendl, Hans-Michael Rehberg, Südwestrundfunk: Der Novembermann: Hörspiel. 2008, abgerufen am 4. Juli 2022.</ref>
- Drehbücher<ref name="
- 7">Profil Magnus Vattrodt bei Hartmann & Stauffacher, Köln</ref>
- 2006: Die Sitte – Cuba Libre (WDR, Regisseur: Florian Froschmayer)
- 2006: Tatort – Das verlorene Kind (BR, Regie Jobst Oetzmann)
- 2006: Der Novembermann, nach seinem gleichnamigen Hörspiel (Filmpool, WDR, arte, Regie: Jobst Oetzmann)
- 2009: Tatort – Wir sind die Guten (BR, Regie: Jobst Oetzmann)<ref>Rezension von Judith von Sternburg in der FR vom 11. Dez. 2009 : Wenn sich der Bildschirm teilt - Ein Krimi, der ein harter Thriller sein will: Kommissar Batic verliert sein Gedächtnis</ref>
- 2009: Tatort – Tempelräuber (WDR, Regie: Matthias Tiefenbacher)<ref>Filmfestival Münster 2009. In: muenster.org. Abgerufen am 4. Juli 2022.</ref><ref>Carsten Heidböhmer: Die Last der Lüge. Rezension. 26. Oktober 2009, abgerufen am 4. Juli 2022.</ref>
- 2010: Tatort – Die Heilige (BR, Regie: Jobst Oetzmann)
- 2011: Liebesjahre (ZDF, Regie Matti Geschonneck)
- 2011: Tatort – Herrenabend (WDR, Regie: Matthias Tiefenbacher)<ref>Rezension von Markus Ehrenberg in Der Tagesspiegel vom 30. April 2011: Krimi am Sonntag Geld und Liebe</ref>
- 2012: Tatort – Der traurige König (BR, Regie: Jobst Oetzmann)
- 2012: Das Ende einer Nacht (ZDF, Regie: Matti Geschonneck)<ref name="taz2012a" />
- 2014: Helen Dorn – Das dritte Mädchen (ZDF, Regie: Matti Geschonneck)
- 2014: Helen Dorn – Unter Kontrolle (ZDF, Regie: Matti Geschonneck)
- 2014: Das Zeugenhaus (ZDF, Regie: Matti Geschonneck)
- 2015: Ein großer Aufbruch (ZDF, Regie: Matti Geschonneck)
- 2018: Südstadt (ZDF, Regie: Matti Geschonneck)
- 2019: Tatort – Für immer und dich (SWR, Regie: Julia von Heinz)
- 2020: Unterleuten – Das zerrissene Dorf (ZDF, Regie: Matti Geschonneck)
- 2020: Tatort – Limbus (WDR, Regie: Max Zähle)
- 2022: Die Wannseekonferenz (ZDF, Regie: Matti Geschonneck)
- 2022: Die Bürgermeisterin (ZDF, Regie: Christiane Balthasar)
- 2025: Dahlmanns letzte Bescherung (ZDF, Regie: Isabel Braak)
- 2026: Die Verteidigerin – Der Fall Nicola (SWR, Regie: Lars-Gunnar Lotz)
Auszeichnungen (Auswahl)
- 2007
- Filmkunstpreis für Fernsehen für Der Novembermann
- Einladungen zu Filmfest München; Fernsehfilm-Festival Baden-Baden
- 2012
- Grimme-Preis der Rubrik „Fiktion“ für das Drehbuch Liebesjahre<ref>Grimme-Preis 2012. In: grimme-preis.de. 2012, abgerufen am 4. Juli 2022.</ref>
- Goldene Kamera, Kategorie „Bester Fernsehfilm“ für Liebesjahre<ref name=":1">Magnus Vattrodt · Hartmann & Stauffacher. Abgerufen am 5. Februar 2025.</ref> (Regie: Matti Geschonneck)
- Publikumspreis Fernsehkrimi-Festival Wiesbaden für Tatort – Der traurige König (gemeinsam mit Jobst Oetzmann)<ref>4.500 Besucher beim achten Fernseh-Krimi-Festival. Abgerufen am 4. Juli 2022.</ref>
- Deutscher Fernsehpreis in der Kategorie „Bester Fernsehfilm“ für Das Ende einer Nacht<ref name=":1" /> (Regie: Matti Geschonneck)
- 2013
- Grimme-Preis, Kategorie „Fiktion“ für Das Ende einer Nacht<ref>Grimme-Preis 2013. Abgerufen am 11. März 2019.</ref> (Regie: Matti Geschonneck)
- Goldene Kamera, Kategorie „Bester Fernsehfilm“ für Das Ende einer Nacht<ref>Ehrung: Die Gewinner der Goldenen Kamera 2013 - Bilder & Fotos - WELT. Abgerufen am 5. Februar 2025.</ref> (Regie: Matti Geschonneck)
- 2014:
- Nominierung Deutscher Fernsehpreis, Kategorie „Bester Fernsehfilm“ für Helen Dorn – Das dritte Mädchen (Regie: Matti Geschonneck)
- 2015
- Gold World Medal, New York Festival, Kategorie „Bester Fernsehfilm“ für Das Zeugenhaus<ref>ZDF Preise und Auszeichnungen 2015. Abgerufen am 24. April 2023.</ref> (Regie: Matti Geschonneck)
- 2016:
- Deutscher Fernsehpreis, Kategorie „Bestes Drehbuch“ für Ein großer Aufbruch<ref name=":1" /> (Regie: Matti Geschonneck)
- Auszeichnung der Deutschen Akademie für Fernsehen in der Kategorie „Drehbuch“ für Ein großer Aufbruch<ref name=":1" />
- Goldene Kamera, Kategorie „Bester Fernsehfilm“ für Ein großer Aufbruch<ref>Goldene Kamera 2016. Abgerufen am 24. April 2023.</ref>
- Nominierung Grimme-Preis, Kategorie „Fiktion“ für Ein großer Aufbruch<ref name=":1" />
- Deutscher Fernsehpreis, Kategorie „Bestes Drehbuch“ für Das Zeugenhaus<ref name=":0">Deutscher Fernsehpreis 2016. Abgerufen am 17. April 2023.</ref> (Regie: Matti Geschonneck)
- 2018:
- Nominierung Goldene Kamera, Kategorie „Bester Fernsehfilm“ für Ein Kommissar kehrt zurück (Regie: Matti Geschonneck)<ref name=":1" />
- 2019
- Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste für Tatort: Für immer und dich<ref>FernsehfilmFestival Baden-Baden | Fernsehfilmpreis 2019. Abgerufen am 15. Februar 2023.</ref> (Regie: Julia von Heinz)
- Gewinner Fernsehfilm-Festival Baden-Baden für Tatort: Für immer und dich<ref name=":1" /> (Regie: Julia von Heinz)
- 2021
- Nominierung Grimme-Preis, Kategorie „Fiktion“ für Unterleuten – Das zerrissene Dorf (Regie: Matti Geschonneck)<ref>Grimme-Preis 2021. 2021, abgerufen am 17. April 2023.</ref>
- Jupiter (Filmpreis), Kategorie „TV-Spielfilm National“ für Tatort – Limbus<ref>Jupiter Award 2021. Abgerufen am 17. April 2023.</ref> (Regie: Max Zähle)
- 2022
- Deutscher Fernsehpreis, Kategorie „Bestes Buch Fiktion“ für Die Wannseekonferenz<ref name=":3">Deutscher Fernsehpreis 2022. Abgerufen am 17. April 2023.</ref>
- Deutscher Fernsehpreis, Kategorie „Bester Fernsehfilm“ für Die Wannseekonferenz<ref name=":1" /> (Regie: Matti Geschonneck)
- PRIX EUROPA, Kategorie „Best European TV Movie of the Year 2022“ für Die Wannseekonferenz<ref>PRIX EUROPA 2022. Abgerufen am 24. April 2023.</ref> (Regie: Matti Geschonneck)
- 3Sat Publikumspreis für Die Wannseekonferenz<ref name=":2">3Sat Publikumspreis/TeleVisionale 2022. (PDF) Abgerufen am 24. April 2023.</ref>
- New York Festival, Gold in der Kategorie „Feature Films“ für Die Wannseekonferenz<ref name=":4" />
- ROMY, Kategorie „Bester Film TV/Stream“<ref name=":1" /> für Die Wannseekonferenz
- ROMY, Kategorie "Bestes Drehbuch TV/Stream"<ref name=":1" /> für Die Wannseekonferenz<ref name=":2" />
- 2023
- Grimme-Preis in Kategorie „Fiktion“ für Die Wannseekonferenz<ref>Grimme-Preis 2023. Abgerufen am 24. April 2023.</ref> (Regie: Matti Geschonneck)
- Deutscher Fernsehpreis, Kategorie „Bester Fernsehfilm“ für Die Bürgermeisterin<ref name=":1" /> (Regie: Christiane Balthasar)
- Nominierung Grimme-Preis, Kategorie „Fiktion“ für Die Bürgermeisterin<ref name=":1" /> (Regie: Christiane Balthasar)
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Vattrodt, Magnus |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 1972 |
| GEBURTSORT | Karlsruhe |