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Laueit

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Laueit
Datei:Laueite-141092.jpg
Laueitkristalle aus Hagendorf/Waidhaus im Oberpfälzer Wald, Bayern (Bildbreite: 2,5 mm)
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Symbol

Lae<ref name="Warr" />

Chemische Formel
  • Mn2+Fe3+2(PO4)2(OH)2·8H2O<ref name="IMA-Liste" />
  • Mn2+Fe23+[OH|PO4]2·8H2O<ref name="StrunzNickel" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Phosphate, Arsenate und Vanadate
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VII/D.04
VII/D.10-050<ref name="Lapis" />

8.DC.30
42.11.10.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem triklin
Kristallklasse; Symbol triklin-pinakoidal; 1<ref name="Webmineral" />
Raumgruppe P1 (Nr. 2)Vorlage:Raumgruppe/2<ref name="StrunzNickel" />
Gitterparameter a = 5,28 Å; b = 10,66 Å; c = 7,14 Å
α = 107,9°; β = 111,0°; γ = 71,1°<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 1<ref name="StrunzNickel" />
Häufige Kristallflächen {100}, {010}, {001}, {110}, {110}, {011}, {011}<ref name="Handbookofmineralogy" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 3
Dichte (g/cm3) gemessen: 2,44 bis 2,49; berechnet: 2,56<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit vollkommen nach {010}<ref name="Handbookofmineralogy" />
Bruch; Tenazität sehr spröde
Farbe honigbraun, bernsteinfarben, gelb bis dunkelgelb, gelborange bis rötlichorange
Strichfarbe weiß
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Glanz Glasglanz
Kristalloptik
Brechungsindizes nα 1,588 bis 1,603<ref name="Mindat" />
nβ 1,654 bis 1,659<ref name="Mindat" />
nγ 1,680 bis 1,682<ref name="Mindat" />
Doppelbrechung δ 0,092<ref name="Mindat" />
Optischer Charakter zweiachsig negativ
Achsenwinkel 2V = 63 bis 66° (gemessen); 62° (berechnet)<ref name="Mindat" />

Laueit ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“. Es kristallisiert im triklinen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Mn2+Fe23+[OH|PO4]2·8H2O<ref name="StrunzNickel" /> und damit chemisch gesehen ein wasserhaltiges Mangan-Eisen-Phosphat mit zusätzlichen Hydroxidionen.

Laueit entwickelt durchsichtige bis durchscheinende Kristalle bis etwa drei Millimeter Größe mit tafeligem bis prismatischem Habitus und glasähnlichem Glanz auf den Oberflächen. Seine Farbe variiert zwischen Honig- bis Bernsteinbraun bzw. Gelb bis Rötlichorange, seine Strichfarbe ist jedoch immer weiß.

Etymologie und Geschichte

Datei:Laueite-81861.jpg
Orangebrauner Laueit und gelber Jahnsit aus Hagendorf/Waidhaus, Oberpfälzer Wald, Bayern (Bildbreite: 2 mm)

Erstmals entdeckt wurde Laueit in der Grube Cornelia bei Hagendorf-Süd/Waidhaus im Oberpfälzer Wald in Bayern und beschrieben 1954 von Karl Hugo Strunz, der das Mineral nach dem deutschen Physiker und Nobelpreisträger Max von Laue benannte.

Das Typmaterial des Minerals wird im Institut für Mineralogie und Kristallographie der Technischen Universität Berlin unter den Katalognummern 89/193, 89/192, 89/200 und 92/54 aufbewahrt.<ref name="IMA-Typmaterialkatalog" /><ref name="IMA-Depositories" />

Da der Laueit bereits lange vor der Gründung der International Mineralogical Association (IMA) bekannt und als eigenständige Mineralart anerkannt war, wurde dies von ihrer Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification (CNMNC) übernommen und bezeichnet den Laueit als sogenanntes „grandfathered“ (G) Mineral.<ref name="IMA-Liste" /> Die ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Laueit lautet „Lae“.<ref name="Warr" />

Klassifikation

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Laueit zur Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort zur Abteilung „Wasserhaltige Phosphate, Arsenate und Vanadate mit fremden Anionen“, wo er gemeinsam mit Gordonit, Paravauxit und Sigloit in der „Gordonit-Reihe“ mit der Systemnummer VII/D.04 steht.

Im zuletzt 2018 überarbeiteten „Lapis-Mineralienverzeichnis“, das sich im Aufbau noch nach der alten Form der Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VII/D.10-050. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Phosphate, mit fremden Anionen“, wo Laueit zusammen mit Ferrolaueit, Gordonit, Kummerit, Maghrebit, Mangangordonit, Nordgauit, Paravauxit, Sigloit und Ushkovit die „Paravauxitgruppe“ mit der Systemnummer VII/D.10 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name=IMA-Liste-2009 /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Laueit in die Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort in die Abteilung „Phosphate usw. mit zusätzlichen Anionen; mit H2O“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Mit ausschließlich mittelgroßen Kationen; (OH usw.) : RO4 = 1 : 1 und < 2 : 1“ zu finden, wo es zusammen mit Ferrolaueit, Gordonit, Maghrebit, Kastningit, Mangangordonit, Paravauxit, Pseudolaueit, Sigloit, Stewartit und Ushkovit die „Laueitgruppe“ mit der Systemnummer 8.DC.30 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Laueit die System- und Mineralnummer 42.11.10.01. Das entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Phosphate etc., mit Hydroxyl oder Halogen“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Wasserhaltige Phosphate etc., mit Hydroxyl oder Halogen mit (AB)4(XO4)3Zq × x(H2O)“ in der „Laueitgruppe“, in der auch Stewartit, Pseudolaueit, Ushkovit und Ferrolaueit eingeordnet sind.

Kristallstruktur

Laueit kristallisiert isotyp mit Gordonit im triklinen Kristallsystem in der Raumgruppe P1 (Raumgruppen-Nr. 2)Vorlage:Raumgruppe/2 mit den Gitterparametern a = 5,28 Å; b = 10,66 Å; c = 7,14 Å; α = 107,9°; β = 111,0° und γ = 71,1° sowie einer Formeleinheit pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Modifikationen und Varietäten

Die Verbindung Mn2+Fe23+[OH|PO4]2·8H2O ist trimorph und kommt in der Natur neben dem triklinen Laueit noch als monoklin kristallisierender Pseudolaueit und als ebenfalls triklin, jedoch mit anderen Gitterparametern kristallisierender Stewartit vor.<ref name="Handbookofmineralogy" />

Bildung und Fundorte

Datei:Strunzite-Rockbridgeite-Laueite-91814.jpg
Nadeliger Strunzit und orange Laueitkristalle auf einer schwarzen Rockbridgeit-Kruste aus Hagendorf/Waidhaus im Oberpfälzer Wald, Bayern (Sichtfeld: 8 mm)

Laueit bildet sich hydrothermal in oxidierten triphylinhaltigen Granit-Pegmatiten. Als Begleitminerale treten unter anderem Ludlamit, Pseudolaueit, Rockbridgeit, Siderit, Stewartit und Strunzit auf.

Als seltene Mineralbildung konnte Laueit nur wenigen Fundorten nachgewiesen, wobei weltweit bisher rund 80 Vorkommen dokumentiert sind (Stand 2024).<ref name="MindatAnzahl" /> Neben seiner Typlokalität „Grube Cornelia“ bei Hagendorf-Süd/Waidhaus trat das Mineral in Deutschland noch in der ebenfalls bei Waidhaus liegenden Silbergrube, am Hühnerkobel bei Zwiesel in Bayern sowie in der Grube Clara bei Oberwolfach in Baden-Württemberg auf.

Weitere Fundorte liegen unter anderem in Argentinien, Australien, Brasilien, Finnland, Frankreich, Italien, Namibia, Portugal, Russland, Schweden, Tschechien und in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA).<ref name="Fundorte" />

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Commons: Laueite – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

<references> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Laueit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 20. März 2024. </ref> <ref name="Handbookofmineralogy"> </ref> <ref name="IMA-Depositories"> Catalogue of Type Mineral Specimens – Depositories. (PDF; 311 kB) Commission on Museums (IMA), 18. Dezember 2010, abgerufen am 20. März 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Liste"> Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Typmaterialkatalog"> Catalogue of Type Mineral Specimens – L. (PDF 262 kB) Commission on Museums (IMA), 9. Februar 2021, abgerufen am 20. März 2024. </ref> <ref name="Lapis"> </ref> <ref name="Mindat"> Laueite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 20. März 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="MindatAnzahl"> Localities for Laueite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 20. März 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="StrunzNickel"> </ref> <ref name="Warr"> </ref> <ref name="Webmineral"> David Barthelmy: Laueite Mineral Data. In: webmineral.com. Abgerufen am 20. März 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>