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La Goulette

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La Goulette
Datei:Church and minaret in La Goulette.jpg
Kirche und Moschee benachbart in La Goulette
Kirche und Moschee benachbart in La Goulette
Verwaltung
Staat TunesienDatei:Flag of Tunisia.svg Tunesien
Gouvernement Tunis
Demographie
Bevölkerung 45.711 Einw. (2014)
Geographie
Höhe m
La Goulette (Tunesien)
La Goulette (Tunesien)
La Goulette
Koordinaten 36° 51′ N, 10° 19′ OKoordinaten: 36° 51′ N, 10° 19′ O
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Datei:La Goulette - Tunis - 2013.jpg
Verbindungskanal in La Goulette mit Blick auf den Golf von Tunis

La Goulette (französisch; italienisch La Goletta, arabisch حلق الوادي, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) ist eine Stadt in Tunesien, die einen Teil der Hafenanlagen von Tunis umfasst. La Goulette am Golf von Tunis ist 10 km von der Hauptstadt Tunis entfernt und mit ihr über einen Damm durch den See von Tunis verbunden. In der Stadt leben 45.711 Einwohner (Stand 2014).

Geschichte

Die Festung des Ortes wurde 1535 nach der Eroberung von Tunis durch Karl V. erbaut, wurde jedoch zusammen mit der Stadt Tunis 1574 durch die Osmanen zurückerobert. Ende August 1857 ankerte ein Geschwader der französischen Flotte vor La Goulette als Teil einer militärischen Intervention in Folge der Batto-Sfez-Affäre<ref name=":2">Georges Bensoussan: Juifs en pays arabes – Le grand déracinement, 1850–1975. Hrsg.: Denis Maraval (= Collection Texto). 2. Auflage. Éditions Tallandier, Paris 2021, ISBN 979-1-02105090-7, S. 308, 343, 520, 578.</ref> um den gelynchten Juden Batto Sfez (auch: Braïtou Sfez). Die Stadt selbst wurde nach der Besetzung Tunesiens durch die Franzosen im Jahr 1881 gegründet. 1937 lief unter Protesten das Schulschiff Sara 1 der radikalzionistischen Betar im Hafen ein.<ref name=":2" />

Datei:Fort Carraca La Goulette Tunis.jpg
Fort Carraca
Datei:La Goulette Tunis Italian Old Town.jpg
Häuser in der Altstadt

Bis zur Unabhängigkeit 1956 wohnten hier viele Europäer, vor allem Italiener, sowie Juden und Muslime. Diese Goulettois lebten eng beieinander. Die meist aus Sizilien und Kalabrien stammenden Italiener feierten jeden 15. August die Prozession der Madonna de Trapani,<ref name=":0">Ibrahim Chabbouh, Ameur Oueslati, Viviane Bettaïeb: La Tunisie et la mer – 2290 km de côtes. Photographies de Mohamed-Salah Bettaïeb. Hrsg.: Viviane Bettaïeb. Éditions du Patrimoine Maghreb-Méditerranée (EPMM), Tunis 2022, ISBN 978-9938-9593-6-9, S. 96–101 (zweisprachig, französisch-englisch).</ref> ausgehend von der Kirche Saint Augustin et Saint Fidèle des Erzbistums Tunis im damaligen „Klein-Sizilien“.<ref name=":1">Florence Dyan (Hrsg.): Tunis : Week-End (= Le Guide Vert). Michelin Cartes et Guides, Paris 2010, ISBN 978-2-06-714962-5, S. 70.</ref> Sie waren es auch, die den Dampfschiffen – Vaporini<ref name=":0" /> – den Namen gaben, die bis zur Fertigstellung des Damms die Überfahrt nach Tunis anboten.

Die Muslime ließen es sich nicht nehmen, bei den Festen ihrer Nachbarn dabei zu sein und feierten ihrerseits die Kharja von Sidi Scherif.<ref name=":0" /> Auch Festtage zum jüdischen Chanukka<ref name=":0" /> gaben Anlass zu öffentlichen Feierlichkeiten. Auf dem Damm verkehrte ab Ende des 19. Jahrhunderts die Bahnlinie Tunis-Goulette-Marsa. An der Stelle namens Halk el-Oued wurde die Landzunge von La Goulette durch einen befahrbaren Verbindungskanal zum See von Tunis unterbrochen. 1923 und vor allem 1926 malte Albert Marquet<ref name=":3">François Blondel: Albert Marquet, ses voyages, sa vie, son œuvre. 2. Auflage. VisiMuZ Éditions, Prévessin-Moëns 2023, ISBN 979-1-09099666-3, S. 112, 122 ff.</ref> die Bucht vor La Goulette, den See oder die Place Ahmed Bey, klagte aber auch über Schaben. Das Gemälde Sturm in La Goulette ist heute im Musée des Beaux-Arts de Bordeaux.<ref name=":3" />

Mit dem Ausbau der Infrastruktur verlor La Goulette ab etwa 1985 seine Funktion als Güterhafen zugunsten des Hafens von Radès.<ref name=":0" /> Der Fährverkehr besteht jedoch weiter. Im Juni 1988 wurde unter Zine el-Abidine Ben Ali ein Reiterstandbild<ref>Karima Dirèche, Nessim Znaien, Aurélia Dusserre: Histoire du Maghreb depuis les indépendances: États, sociétés, cultures. Éditions Armand Colin, Malakoff 2023, ISBN 978-2-200-63179-6, S. 109 f.</ref> seines Vorgängers Habib Bourguiba aus Tunis nach La Goulette verlegt und nach dem Sturz von Ben Ali 2011 wieder an seinen vorherigen Standort an der Avenue Habib Bourguiba in Tunis zurückgebracht. Heute ist das Wohlstandsniveau von La Goulette geringer als das der benachbarten nördlichen Vororte von Tunis.<ref name=":1" />

In der Tunesischen Revolution 2010/2012 wurde der Polizeiposten an der Avenue de Carthage 62 in La Goulette im Polizeistaat Tunesien am 14. Januar 2011 von der Menge gestürmt und Polizeieinrichtungen zertrümmert. Die Demonstranten nahmen die Polizeiprotokolle mit. Es handelte sich um das Gebäude, in dem einst der Maler Albert Marquet gewohnt hatte.<ref name=":3" />

Wirtschaft

  • Handelshafen (vor allem Massengüterumschlag – Erze, Phosphate, Oliven)
  • Großkraftwerk
  • Industrieansiedlungen
  • Fischerei
  • Tagestourismus

In La Goulette befindet sich die Anlegestelle für die Autofähren nach Italien und Frankreich.

Verkehr

Sehenswürdigkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Achille Zavatta (1915–1993), französischer Zirkus-Clown, Dresseur und Musiker sowie Zirkusgründer
  • Mounir Kebaili (1924–1976), tunesischer Fußballspieler
  • Gisèle Halimi (1927–2020), französische Rechtsanwältin, Feministin und Bürgerrechtsaktivistin
  • Jean-Paul Fitoussi (1942–2022), französischer Ökonom

Siehe auch

Weblinks

Commons: La Goulette – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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