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Tsachurische Sprache

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 26. März 2024 um 13:42 Uhr durch imported>MaxBE (Einleitung: Die Schreibung "zachurisch" ist die ursprüngliche deutsche Umschrift des Namens und erscheint im WP beim Ethnonym Zachuren als Lemma. Sie sollte hier mindestens auch erwähnt werden.).
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Tsachurisch

Gesprochen in

Aserbaidschan, Dagestan (Russische Föderation)
Sprecher ca. 20.000
Linguistische
Klassifikation
Offizieller Status
Anerkannte Minderheiten-/
Regionalsprache in
Dagestanische Flagge Dagestan<ref>Gemäß der dagestanischen Verfassung sind „Russisch und die Sprachen der Völker von Dagestan“ offizielle Sprachen. De facto gilt dies zumindest für geschriebene Sprachen, aber auch für Sprachen wie Tsachurisch, die erst in jüngerer Zeit verschriftlicht werden. Vgl. auch Permanent Committee on Geographical Names for British Official Use: Respublika Dagestan. Land of Mountains: Mountain of Languages, 2004 (PDF; 307 kB), S. 5</ref>
Sprachcodes
ISO 639-1
ISO 639-2 cau
ISO 639-3 tkr

Tsachurisch (auch zachurisch; Eigenbezeichnung: цIаIхна миз [tsʼaʕχna miz]) ist eine nordostkaukasische (nachisch-dagestanische) Sprache und gehört zur Untergruppe der lesgischen Sprachen.

Es wird von ca. 13.000 Menschen in Aserbaidschan und von ca. 7.000 in der autonomen Republik Dagestan (Russische Föderation) gesprochen.

Schrift

Datei:Tsakhur alphabet (1934).JPG
Tsachurisches Lateinalphabet 1934

In den dreißiger Jahren wurde in Aserbaidschan ein kurzlebiges Experiment mit einer eigenen lateinisch-basierten Schriftsprache mit einigen Sonderzeichen gestartet.

Neuerdings wird das Tsachurische wieder als Schriftsprache verwendet, wobei in Russland das kyrillische Alphabet zur Verschriftung verwendet wird. Seit 1995 erscheint in Dagestan die Zeitung Nur in tsachurischer Sprache.

Modernes Tsachurische Alphabet:

А а АI аI Б б В в Г г ГI гI Гъ гъ Гь гь Д д Дж дж
Е е Ё ё Ж ж З з И и Й й К к КI кI Къ къ Кь кь
Л л М м Н н О о ОI оI П п ПI пI Р р С с Т т
ТI тI У у УI уI Ф ф Х х Хъ хъ Хь хь Ц ц ЦI цI Ч ч
ЧI чI Ш ш Щ щ Ъ ъ Ы ы ЫI ыI Э э Ь ь Ю ю Я я

Sprachliche Situation

Datei:Northeast Caucasian languages map de.svg
Tsachurisch (Nr. 14) im Umfeld der Nordostkaukasischen Sprachfamilie

In Aserbaidschan benutzen die Tsachuren an Stelle ihrer eigentlichen Muttersprache auch das Aserbaidschanische. Die Tsachuren in Dagestan sind meist mehrsprachig und benutzen als Schriftsprache zumeist Russisch, seltener auch Awarisch oder Aserbaidschanisch.

Die tsachurische Sprache ist vom Aussterben bedroht, da sie unter starkem Assimilierungsdruck von Seiten des Aserbaidschanischen und des Russischen steht.<ref>Published in: Encyclopedia of the world’s endangered languages. Edited by Christopher Moseley. London & New York: Routledge, 2007. 211–280.</ref><ref>UNESCO Interactive Atlas of the World’s Languages in Danger</ref>

Sprachliche Charakteristiken

Das tsachurische Lautsystem ist reich an Vokalen und Konsonanten. Tsachurisch ist eine Ergativsprache und verfügt über 4 Nominalklassen und 18 Kasus. Die Sprache zeigt das Phänomen der Suffixaufnahme. Am Verb werden Numerus, Tempus und Modus markiert.

Textprobe

Эфирылхъа цIаIхна миз хъигъивчIу

ЦIаIхни миллетни (йихъбишди) тарихей лайикьукана иш вухьа: апрельни санчил 2002-ъэсди сен Республика Дагъыстанни Радиое цIаIхни мизел радиостудие ачмишхьа. Мана миллет гьивааджсди мей, ед’на миз гьивааджесди мей, меденийят инкишаф гьаъасди мей, халкьын до ахты хъаъасди мей, гейб хебна ишобна. [...]

aus der Zeitung Nur (2. August 2002)<ref>Dagpravda.ru (2. August 2002). Abgerufen am 22. April 2022.</ref>

Literatur

  • G. Ch. Ibragimov: Cachurskij jazyk. Nauka, Moskau 1990. (auf Russisch)
  • Aleksandr E. Kibrik (Hrsg.): Ėlementy cachurskogo jazyka v tipologičeskom osveščenii. Nasledie, Moskau 1999, ISBN 5-201-13328-2.
  • Wolfgang Schulze: Tsakhur. LINCOM Europa, München u. Newcastle 1997. (auf Englisch)

Siehe auch:

  • George Hewitt: Introduction to the Study of the Languages of the Caucasus. LINCOM Europa, München 2004, S. 28.

Einzelnachweise

<references/>

Weblinks

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