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Emilio Comici

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Leonardo Emilio Comici (* 21. Februar 1901 in Triest; † 19. Oktober 1940 in Wolkenstein in Gröden) war ein italienischer Alpinist und Höhlenforscher. Als Höhlenforscher stellte er sogar einen Tiefenrekord von 500 m auf. Im Alter von 24 Jahren wandte er sich von der Speläologie ab und eroberte sich die Berge.<ref name="ivo">Ivo Rabanser: Reinhold Messners Kletterfavoriten. Bruckmann Verlag GmbH, München 2011, ISBN 978-3-7654-5440-0.</ref> Von 1938 bis zu seinem Tod war er faschistischer Podestà von Wolkenstein.<ref name="denkmal" />

Leben

Emilio Comici war ein Schüler von Julius Kugy. Bereits mit 20 Jahren wurde er Mitglied der irredentistischen Zirkel in seiner Heimatstadt und bald hernach auch der Nationalen Faschistischen Partei.<ref>David Smart: Emilio Comici. L’angelo delle Dolomiti. Solferino 2023, ISBN 978-88-282-0913-3.</ref> Er war einer der ersten Kletterer, die den sechsten Schwierigkeitsgrad (VI) meisterten. Aufgrund seiner herausragenden Leistungen im Fels beriefen ihn die Lecceser Kletterer 1933 zu ihrem Lehrer. Unter seinen Schülern dort in der südlichen Grigna befanden sich einige spätere Spitzenkletterer, wie beispielsweise Riccardo Cassin.<ref name="UliA">Uli Auffermann: Entscheidung in der Wand. Schall Verlag GmbH, 2010, ISBN 978-3-900533-62-5, S. 113 f.</ref>

Emilio Comici erwies sich als Meister in den schwierigsten Routen seiner Zeit. Auch gab er seine Kenntnis in Schulungen weiter, so noch im Mai 1940 im Rahmen eines von den faschistischen Jugendorganisationen veranstalteten Kurses in Bozen.<ref>Der erste Vortrag im Kurs für Alpinismus, Bericht der Alpenzeitung vom 8. Mai 1940, S. 3.</ref> Kurze Zeit später, am 19. Oktober 1940, verstarb er durch Absturz in der Kletterwand Parëi de Ciampac im Langental nahe Wolkenstein.<ref name="denkmal">Monumente und Denkmäler – Alpinist Emilio Comici. Gardena.Net, abgerufen am 29. Juni 2012.</ref> Ursache für sein tragisches Ende war der Riss einer Abseilschlinge.<ref name="bergsteiger">Die Nordwand der großen Zinne. In: bergsteiger.de. Februar 2008, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. Februar 2013; abgerufen am 6. August 2024 (Artikel aus Zeitschrift Bergsteiger 02/08, S. 88).</ref> Heute gehört die Parëi de Ciampac zum 1995 eingerichteten Klettergarten Busc dl Preve, der Emilio Comici gewidmet ist. Ein dort aufgestelltes geschnitztes Holzmonument<ref name="denkmal" /> erinnert an ihn.

Datei:Rifugio Zsigmondy-Comici Hutte 2.JPG
Rifugio Zsigmondy-Comici

Nach Comici wurden der Rifugio Zsigmondy-Comici (siehe auch Emil Zsigmondy) in den Sextner Dolomiten, die Emilio-Comici-Hütte und der Campanile Comici, beide in der Langkofelgruppe, benannt.

Erstbegehungen

Datei:Routes Cima Grande North.jpg
Bekannte Routen an der Nordwand der Großen Zinne: 1=Dibonakante, 2=Via Camillotto Pellesier, 3=Das Phantom der Zinne, 4=Hasse/Brandler (Direttissima), 5=Sachsenweg (Superdirettissima), 6=Comici/Dimai

In seiner Zeit als Bergsteiger gelangen Emilio Comici nahezu 100 Erstbegehungen.<ref name="ivo" />

Nordwand der Großen Zinne

Vom 12. bis 14. August 1933 durchstieg Comici mit den Brüdern Angelo und Giuseppe Dimai die Nordwand (550 m) der Großen Zinne und eröffneten damit die nach ihnen benannte Comici-Dimai-Route. Bei dieser Durchsteigung verwendeten sie 400 m Seil, 150 m Reepschnur, 90 Haken, Steigschlingen und 40 Karabiner.<ref name="rm">Reinhold Messner: Vertical - 150 Jahre Kletterkunst. 2. Auflage. BLV Buchverlag, München 2008, ISBN 978-3-8354-0380-2.</ref> Mit dieser Tour war nun die wohl begehrteste Wand in den Dolomiten durchstiegen. Doch löste diese reine hakentechnische Kletterei<ref name="rm" /> in der damaligen Bergsteigerszene auch eine Stil-Diskussion aus.<ref name="ivo" /> Im Sommer 1937 wiederholte Comici seine Route als Alleingeher in nur 3,5 Stunden.<ref name="rm" /> Die Route wurde damals mit dem Schwierigkeitsgrad VI bewertet. Heute ist die Wertung VI/A0 (UIAA) bzw. in freier Kletterei VII (UIAA).<ref name="ivo" />

Weitere Erstbegehungen

Literatur

  • Mario Barsali: Comici, Leonardo Emilio. In: Alberto M. Ghisalberti (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 27: Collenuccio–Confortini. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1982.
  • David Smart: Emilio Comici: Angel of the Dolomites: Passion, Pitons, Politics and the First Big Walls. Rocky Mountain Books, Calgary 2020, ISBN 978-1-771604-56-7.

Weblinks

Commons: Emilio Comici – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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