Zum Inhalt springen

Sappenfeld

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 17. März 2026 um 17:24 Uhr durch imported>Mammut74 (--> eigener Artikel).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Sappenfeld
Gemeinde Schernfeld
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(527)&title=Sappenfeld 48° 55′ N, 11° 8′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(527) 48° 55′ 17″ N, 11° 7′ 33″ O
 {{#coordinates:48,9213|11,1258|primary
dim=10000 globe= name=Sappenfeld region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 550 m ü. NN
Einwohner: 527 (1. Sep. 2024)<ref>Einwohnerzahlen. Gemeinde Schernfeld, abgerufen am 17. März 2026.</ref>
Eingemeindung: 1. Januar 1971
Postleitzahl: 85132
Vorwahl: 08421

Sappenfeld ist ein Kirchdorf und Ortsteil der oberbayerischen Gemeinde Schernfeld im Landkreis Eichstätt.

Datei:Sappenfeld 2011-01 (1).JPG
Die Kirche von Sappenfeld

Geographische Lage

Das Straßendorf liegt nordwestlich der Kreisstadt Eichstätt auf der Hochfläche der Fränkischen Alb westlich der Bundesstraße 13 und nördlich der Staatsstraße 2047. Die Häuser reihen sich hauptsächlich an eine von Osten nach Westen zum nahen Weißenburger Forst verlaufende Dorfstraße.<ref>Eigler, S. 305</ref>

Ortsname

Der Ortsname leitet sich vom Personennamen „Sappo“ ab und lässt eine adelige Gründung erkennen.<ref>Eigler, S. 219</ref>

Geschichte

Zugehörigkeit im Alten Reich

Sappenfeld gehörte den Gaugrafen des Sualafeldgaues, die in Dollnstein saßen und später als Grafen von Hirschberg die Schutzvögte der Eichstätter Kirche waren.<ref>W. Bernecker: Urkunden zur Geschichte Dollnsteins. In: Historische Blätter für Stadt und Landkreis Eichstätt 2 (1953), Februar-Nr., S. 5</ref> 1130 ist der Ort erstmals genannt, und zwar im Zusammenhang mit einem Ablassbrief für die St. Anna-Kapelle, die dadurch zur Wallfahrtskapelle wurde.<ref>Innenrenovierung der Kirche in Sappenfeld bald beendet. In: Eichstätter Kurier vom 30. Oktober 1981</ref> In der Auseinandersetzung um das „Hirschberger Erbe“ nach dem Aussterben der Hirschberger Vögte mit Graf Gebhard VII. wurde 1305 „Sappenuelde“ dem Bischof von Eichstätt zugesprochen, wobei nur das Dorfgericht gemeint sein kann, wie spätere Besitzverhältnisse zeigen:<ref name="ReferenceB">Eigler, S. 302; Eichstätter Raum, S. 277</ref> 1347 verkauften die Grafen von Oettingen ihr Gut zu „Sappenvelt“, das ihnen wohl als Reichsministerialen zugegangen ist, an den Eichstätter Bischof Albrecht I. von Hohenfels, und 1443 veräußerte Johann von Heideck zwei Güter zu „Sappenfelt“, darunter den Meierhof, an den Eichstätter Bischof Albrecht II. von Hohenrechberg.<ref>Historischer Atlas, S. 29f.</ref> Außerdem tauschte Bischof Wilhelm von Reichenau 1486 vom Kloster Rebdorf Güter zu Sappenfeld ein.<ref name="ReferenceB"/> Gegen Ende des Alten Reiches hatten grundherrlichen Besitz in Sappenfeld das Hochstift Eichstätt mit Zinsern an das bischöfliche Kastenamt Mörnsheim (darunter die ehemals Heidecker Güter) und an das Hofkastenamt Eichstätt, das Domkapitel Eichstätt, das Kloster Rebdorf (mindestens seit 1452), die Gemeinde (Schmiede und Hirtenhaus) und ein „eigen“-Bauer.<ref>Eigler, S. 302</ref> Insgesamt umfasste die Sappenfelder Flur circa 120 Hektar Ackerfläche. Weiderechte bestanden für den Schernfelder Forst.<ref>Eigler, S. 337</ref>

Bis ins 18. Jahrhundert versorgten Bauern aus Sappenfeld das Fürstbischöfliche Eisen- und Hüttenwerk Obereichstätt zweimal in der Woche mit dem für den Kunstguss erforderlichen roten Sand.<ref>Josef Ettle: Fünf Jahrhunderte Hütte Obereichstätt. In: Historische Blätter für Stadt und Landkreis Eichstätt, 26 (1976), Nr. 3, S. 11</ref>

Am Ende des Alten Reiches waren 34 Höfe und Güter von Sappenfeld dem bischöflichen Kastenamt Mörnsheim abgabenpflichtig, 2 Güter dem Hofkastenamt und 1 Gut dem Domkapitel. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das Kastenamt Mörnsheim aus. Hochgerichtlich unterstand das Dorf dem Pflegamt Dollnstein.<ref>Historischer Atlas, S. 139</ref>

Seit dem 19. Jahrhundert

1802 fiel Sappenfeld infolge der Säkularisation des Hochstiftes Eichstätt an das Großherzogtum Toskana und 1806 an das Königreich Bayern und dort an das Landgericht und Rentamt Eichstätt. 1808 wurde das Dorf mit der Einöde Birkhof dem Steuerdistrikt Schernfeld zugeschlagen. Durch das zweite Gemeindeedikt von 1818 wurde Sappenfeld unter Anschluss des Birkhofs eine eigenständige Gemeinde. 1830 hatte das Kirchdorf bei 40 Anwesen 160 Einwohner.<ref name="ReferenceA">Historischer Atlas, S. 198</ref>

1950 wurden bei 51 Anwesen 338 Einwohner gezählt.<ref name="ReferenceA"/> Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Sappenfeld am 1. Januar 1971 nach Schernfeld eingemeindet.<ref></ref> 1983 gab es im Dorf bei 316 Einwohnern 19 bäuerliche Vollerwerbs- und 15 Nebenerwerbsbetriebe.<ref>Eichstätter Raum, S. 278</ref>

Baudenkmäler

Unter Denkmalschutz stehen:

  • Filialkirche St. Sebastian und Anna
  • Wegkreuz, bezeichnet mit dem Jahr 1888
  • Wohnhaus Dorfstraße 19 von 1837
  • Wegkreuz im Hoffeld, 19. Jahrhundert, bezeichnet mit dem Jahr 1946
  • Wegkapelle an der Straße nach Eichstätt, 19. Jahrhundert.

Siehe: Liste der Baudenkmäler in Sappenfeld

Einwohnerzahlen

Literatur

  • Gerhard Hirschmann: Historischer Atlas von Bayern. Teil Franken, Reihe I, Heft 6 (Eichstätt). München 1959. Digitalisat
  • Innenrenovierung der Kirche in Sappenfeld bald beendet. In: Eichstätter Kurier vom 30. Oktober 1981.
  • Der Eichstätter Raum in Geschichte und Gegenwart. 2. Auflage, Eichstätt: Sparkasse 1984.
  • Friedrich Eigler: Die früh- und hochmittelalterliche Besiedelung des Altmühl-Rezat-Rednitz-Raums. Wien: Profil 2000.

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

Commons: Sappenfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende