Albrecht Becker (Architekt)
Albrecht Becker (* 22. Februar 1840 in Rostock; † 11. Oktober 1911 in Mallenzin bei Groß Schwirsen, Pommern; vollständiger Name: Johann Albrecht Becker)<ref name="fh"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Grab von Becker ( vom 4. März 2016 im Internet Archive) auf den Seiten des Frankfurter Hauptfriedhofs, abgerufen am 12. März 2012.</ref> war ein deutscher Architekt.
Leben
Becker wurde in Rostock geboren und wuchs auf einem Gut in der Umgebung Rostocks auf. In Rostock besuchte er das Gymnasium. Aus familiären Gründen musste er zeitweise in Wismar die Mittelschule besuchen, bevor er zurück aufs Gymnasium wechseln konnte. Daneben absolvierte er in Wismar eine Maurerlehre. Weiterhin arbeitete er bei der Eisenbahnverwaltung in Bromberg und beim Rostocker Bauinspektor Saniter, dem Stiefbruder seiner Mutter. Von 1862 bis 1865 studierte er an der Berliner Bauakademie. 1873 bestand er die Baumeisterprüfung, im gleichen Jahr heiratete er. Bis 1876 war er zusammen mit Saniter in Rostock als Privatarchitekt tätig. Richard Lucae, den er bereits während seiner Ausbildung kennengelernt hatte, bot ihm eine Anstellung als Bauleiter für den Bau der Alten Oper in Frankfurt am Main an. Nach Lucaes frühem Tod 1877 vollendete Becker dieses Bauwerk<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Alte Oper ( vom 15. Juni 2013 im Internet Archive) auf Deutschlands Architektur, abgerufen am 12. März 2011.</ref> zusammen mit Edgar Giesenberg. Nach der Einweihung des Opernhauses im Jahre 1880 und dem frühen Tod seiner Frau ging er wieder für kurze Zeit zurück nach Rostock, bevor er sich dann in Berlin niederließ. Er wirkte im Baubüro für den Bau des Berliner Reichstagsgebäudes und betrieb ab 1886 gemeinsam mit Emil Schlüter ein privates Architekturbüro. In dieser Zeit entstanden eine Reihe von Bauten in Berlin. 1911 starb er auf dem pommerschen Gut seines jüngsten Sohnes, Mallenzin. Er liegt auf dem Frankfurter Hauptfriedhof begraben.<ref name="fh" />
Bauten (Auswahl)
- 1873: Schloss Kaarz (zusammen mit Saniter)
- 1873–1874: Geschäfts- und Wohnhaus, Berlin, Werderstraße 9–12 (mit Schlüter; Sitz des Gerson & Co. Mode-Bazar)<ref>Ute Laur-Ernst: Die Stadt Berlin in der Druckgrafik 1570–1870, Bd. 2. 1. Auflage. Lukas-Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-86732-055-9, S. 162.</ref>
- 1888–1890: Jerusalem-Stift, Berlin, Zeughofstraße 12–15 (mit Schlüter)<ref>Architekten-Verein zu Berlin (Hrsg.): Berlin und seine Bauten, Bände 2 und 3. Wilhelm Ernst & Sohn, Berlin 1896, S. 477. (Volltext in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>
- 1889–1890: Villa Hildebrand (heute Literaturhaus Berlin) in Berlin, Fasanenstraße 23 (mit Schlüter)<ref>Baudenkmal Fasanenstraße 23, Villa, 1889/90 von Becker & Schlüter</ref>
- 1889–1891: Erziehungsanstalt / Haushaltungsschule „Tanneck“ für Lucie Crain in Charlottenburg-Westend, Kaiserdamm 38 (mit Schlüter; im Zweiten Weltkrieg zerstört)<ref>Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin e.V. (Hrsg.): Schulen. (= Berlin und seine Bauten, Teil V, Band C.) Ernst & Sohn, Berlin 1991, ISBN 3-433-02205-4, S. 370.</ref>
- 1896–1898: Pestalozzi-Fröbel-Haus (Henriettenhaus) in Schöneberg (mit Schlüter)<ref>Karl-Schrader-Straße 7/8, Pestalozzi-Fröbel-Haus, 1896–98, 1914 von Becker & Schlüter, 1927 von Hans Jessen</ref>
- 1897–1898: Bismarck-Gymnasium (spätere Marcel-Grateau-Oberschule) in Wilmersdorf, Pfalzburger Straße 30/31 (nach Kriegsschäden vereinfacht wiederhergestellt)<ref>Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin e.V. (Hrsg.): Schulen. (= Berlin und seine Bauten, Teil V, Band C.) Ernst & Sohn, Berlin 1991, ISBN 3-433-02205-4, S. 376.</ref>
- 1897–1898: Gemeindeschule in Wilmersdorf, Gieselerstraße 1–7<ref>Baudenkmal Gemeindeschule Wilmersdorf, Gieselerstraße 1–7, 1897/98 von Becker</ref>
- 1898: Verwaltungsgebäude für die Tiefbau-Berufsgenossenschaft in Wilmersdorf (mit Schlüter)<ref>Baudenkmal Waghäuseler Straße 11/12, ehem. Tiefbau-Berufsgenossenschaft, 1898, 1911 von Becker & Schlüter, (spätere Umbauten 1920-23)</ref>
- 1901–1902: Villa Vanselow in Nikolassee (mit Schlüter)<ref>Baudenkmal An der Rehwiese 14, Villa Vanselow, 1901/02 von Becker & Schlüter</ref>
- Beteiligung an späteren Ergänzungsbauten des Hauptgebäudes für das Garnison-Lazarett in Berlin-Mitte<ref>Baudenkmal Scharnhorststraße 13–14, Garnison-Lazarett I, Hauptgebäude, 1850–53 von Ferdinand Fleischinger, Karl Wilhelm Drewitz und Johann Albrecht Becker</ref>
Literatur
- Knoblauch: Albrecht Becker †. In: Zentralblatt der Bauverwaltung, 31. Jahrgang 1911, Nr. 89 (vom 4. November 1911), S. 551.
- Uwe Kieling: Berliner Privatarchitekten und Eisenbahnbaumeister im 19. Jahrhundert. (= Miniaturen zur Geschichte, Kultur und Denkmalpflege Berlins, Nr. 26.) Kulturbund der DDR, Berlin 1988, S. 7.
Weblinks
- Literatur über Albrecht Becker in der Landesbibliographie MV
- Entwürfe (Monatskonkurrenz) für eine Wohnbebauung auf abfallendem Gelände im Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Becker, Albrecht |
| ALTERNATIVNAMEN | Becker, Johann Albrecht (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Architekt |
| GEBURTSDATUM | 22. Februar 1840 |
| GEBURTSORT | Rostock |
| STERBEDATUM | 11. Oktober 1911 |
| STERBEORT | Mallenzin bei Groß Schwirsen, Pommern |