Zum Inhalt springen

Dryopithecini

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 20. März 2025 um 23:56 Uhr durch imported>DagdaMor (angep).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Dryopithecini
Datei:Dryopithecus Fontani jaw.jpg

Kiefer von Dryopithecus fontani

Zeitliches Auftreten
mittleres Miozän
20 bis 10 Mio. Jahre
Fundorte
Systematik
Affen (Anthropoidea)
Altweltaffen (Catarrhini)
Menschenartige (Hominoidea)
Menschenaffen (Hominidae)
Dryopithecinae
Dryopithecini
Wissenschaftlicher Name
Dryopithecini
Gregory & Hellman, 1939
Gattungen

Als Dryopithecini wird eine ausgestorbene Tribus in der Überfamilie der Menschenartigen (Hominoidea) bezeichnet. Die Tribus wurde 1939 von William King Gregory und Milo Hellman eingeführt.<ref>William King Gregory und Milo Hellman: The dentition of the extinct South African man-ape Australopithecus (Plesianthropus) transvaalensis Broom. A comparative and phylogenetic study. In: Annals of the Transvaal Museum, Band 19, 1939, S. 339–373.</ref> Aufgrund der geringen Anzahl bislang entdeckter, aussagekräftiger Fossilien ist es umstritten (incertae sedis), ob die Dryopithecini als Tribus der Unterfamilie Homininae innerhalb der Menschenaffen (Hominidae) zuzurechnen sind oder als eigenständige Unterfamilie (Dryopithecinae).<ref> Isaac Casanovas-Vilara et al.: An updated chronology for the Miocene hominoid radiation in Western Eurasia. Anhang zu: Isaac Casanovas-Vilara et al.: Updated chronology for the Miocene hominoid radiation in Western Eurasia. In: PNAS. Band 108, Nr. 14, 2011, S. 5554–5559, doi: 10.1073/pnas.1018562108, Volltext (PDF; 312 kB).</ref> Aktuell werden ihre Mitglieder meist nur noch als Stammgruppenvertreter der Menschenaffen betrachtet<ref>Terry Harrison: Apes Among the Tangled Branches of Human Origins. In: Science. Band 327, 2010, S. 532–534, doi:10.1126/science.1184703, Volltext.</ref> und damit außerhalb von diesen zu den Hominoidea gerechnet.

Merkmale

David R. Begun zufolge handelte es sich bei den Arten der Dryopithecini um mittelgroße bis große Primaten, deren Körpergewicht 20 bis 45 kg betrug.<ref name="Begun2009" />

Da aufgrund der bescheidenen Fundlage auch die Verwandtschaftsverhältnisse zwischen den rund 20 bis 10 Millionen Jahre alten, menschenaffenähnlichen Fossilien aus dem Miozän nicht gesichert sind, gibt es bislang auch – abhängig vom jeweiligen Forscher – unterschiedliche Auffassungen über die Anzahl der zugehörigen Arten.

Beispielsweise ordnete David Begun 2009 die drei Gattungen Dryopithecus, Rudapithecus und Hispanopithecus – vor allem aufgrund ihrer auf vorwiegend frugivore Ernährung verweisenden dünnen Zahnschmelz-Schichten – in der Subtribus Dryopithecina (Gregory und Hellman, 1939) sowie die beiden Gattungen Ouranopithecus und Graecopithecus aufgrund ihres robusteren Kauapparates und extrem dicker Zahnschmelzschichten – in der von ihm neu eingeführten Subtribus Ouranopithecina der Tribus Dryopithecini ein (das heißt, ausschließlich Fossilienfunde aus Europa).<ref name="Begun2009"> David R. Begun: Dryopithecins, de Bonis, and the European origin of the African apes and human clade. In: Geodiversitas, Band 31, Nr. 4, 2009, S. 789–816, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Volltext (PDF; 3,0 MB) (Memento vom 11. September 2015 im Internet Archive)</ref> Eric Delson hingegen hatte 1977 neben Dryopithecus auch Limnopithecus legetet der Subtribus Dryopithecina und zusätzlich Gigantopithecus der Schwester-Subtribus Gigantopithecina zugeordnet, das heißt, auch Fossilienfunde aus Asien und Afrika.<ref>Eric Delson: Catarrhine phylogeny and classification: Principles, methods and comments. In: Journal of Human Evolution, Band 6, Nr. 5, 1977, S. 433–459, doi:10.1016/S0047-2484(77)80057-2, Volltext (PDF; 393 kB).</ref> Andere Autoren ordneten zudem Pierolapithecus und Anoiapithecus – zwei weitere Fossilienfunde aus Europa – in die Tribus.

Belege

<references />