Gustaf Retzius
Magnus Gustaf Retzius (* 17. Oktober 1842 in Stockholm; † 21. Juli 1919 ebenda) war ein schwedischer Anatom, insbesondere auf dem Gebiet der neuroanatomischen Histologie.
Leben
Gustaf Retzius entstammte einer berühmten schwedischen Ärztefamilie – sein Vater war der Anatom Anders Retzius, sein Großvater der Naturforscher und Chemiker Anders Jahan Retzius – und studierte, der Familientradition folgend, in Uppsala, Stockholm und Lund ebenfalls Medizin.
Retzius wurde 1871 promoviert. 1877 wurde er außerordentlicher Professor für das Fach Histologie am Karolinska-Institut in Stockholm. Da er sich neben seinen wissenschaftlichen Interessen auch mit sozialen und humanitären Fragen beschäftigte und er mit der Feministin Anna Hierta, der Tochter des Verlagsgründers Lars Johan Hierta, verheiratet war, übernahm er neben seinen universitären Aufgaben von 1884 bis 1887 die Herausgabe der großen Stockholmer Tageszeitung Aftonbladet.
Im Jahre 1889 wurde er ordentlicher Professor für Anatomie am Karolinska-Institut. Bereits 1890 gab er diese Professur wieder auf, um sich fortan ganz seinen wissenschaftlichen Forschungen hinzugeben, was er dank des Vermögens seiner Frau problemlos tun konnte.
Seine wissenschaftlichen Leistungen lagen vor allem auf den Gebieten der Histologie des Nervensystems und des Ohrlabyrinths. Darüber hinaus forschte er auf dem Gebiet der vergleichenden Anatomie und der Anthropologie. Insgesamt veröffentlichte er über 500 wissenschaftliche Arbeiten.
Retzius war seit 1870 Mitglied der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften. Im Jahr 1882 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt. 1886 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften gewählt.<ref>Holger Krahnke: Die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 1751–2001 (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Philologisch-Historische Klasse. Folge 3, Bd. 246 = Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Mathematisch-Physikalische Klasse. Folge 3, Bd. 50). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-82516-1, S. 200.</ref> Im Jahr 1892 erhielt er die Cothenius-Medaille der Leopoldina. 1893 wurde er korrespondierendes Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften<ref>Mitglieder – historisch: Gustaf Retzius. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 21. Dezember 2025.</ref> und 1895 der Russischen Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg sowie der Académie des sciences in Paris. Die Bayerische Akademie der Wissenschaften nahm ihn 1899 als korrespondierendes Mitglied auf.<ref>Mitgliedseintrag von Gustaf Retzius bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 22. Dezember 2025.</ref> 1901 wurde er in die Svenska Akademien aufgenommen und als Ehrenmitglied in die Kungliga Vitterhets Historie och Antikvitets Akademien gewählt. 1907 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences, die Royal Society sowie als Ehrenmitglied in die Royal Society of Edinburgh gewählt,<ref>Former Fellows of the Royal Society of Edinburgh, 1783–2002. (PDF) Biographical Index, Part Two. Royal Society of Edinburgh, abgerufen am 21. Dezember 2025.</ref> 1909 in die National Academy of Sciences. Für seine wissenschaftlichen Verdienste wurde er am 24. Januar 1911 in den preußischen Orden Pour le Mérite für Wissenschaft und Künste als ausländisches Mitglied aufgenommen.<ref>DER ORDEN POUR LE MERITE FÜR WISSENSCHAFT UND KÜNSTE, Die Mitglieder, Band II (1882–1952), Seite 246 mit Bild auf der gegenüberliegenden Seite, Gebr. Mann-Verlag, Berlin, 1978</ref>
Schriften (Auswahl)
- mit A. Key: Studier i nervsystemets anatomi. P. A. Nordstedt & S., Stockholm 1872.
Weblinks
- Eintrag zu Magnus Gustaf Retzius im Archiv der Royal Society, London
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Retzius, Gustaf |
| ALTERNATIVNAMEN | Retzius, Gustaf Magnus |
| KURZBESCHREIBUNG | schwedischer Histologe |
| GEBURTSDATUM | 17. Oktober 1842 |
| GEBURTSORT | Stockholm |
| STERBEDATUM | 21. Juli 1919 |
| STERBEORT | Stockholm |
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- Mediziner (19. Jahrhundert)
- Mediziner (20. Jahrhundert)
- Herausgeber
- Hochschullehrer (Karolinska-Institut)
- Träger des Pour le Mérite (Friedensklasse)
- Mitglied der Schwedischen Akademie
- Auswärtiges Mitglied der Royal Society
- Mitglied der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften
- Mitglied der Kungliga Vitterhets Historie och Antikvitets Akademien
- Mitglied der Königlichen Physiographischen Gesellschaft in Lund
- Mitglied der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften in Uppsala
- Mitglied der Kungliga Vetenskaps- och Vitterhetssamhället i Göteborg
- Mitglied der Royal Society of Edinburgh
- Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
- Mitglied der Leopoldina (19. Jahrhundert)
- Mitglied der American Academy of Arts and Sciences
- Korrespondierendes Mitglied der Académie des sciences
- Korrespondierendes Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften
- Mitglied der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
- Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften
- Schwede
- Geboren 1842
- Gestorben 1919
- Mann
- Mitglied der National Academy of Sciences