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Le Cellier

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Le Cellier
Datei:Blason ville fr Le Cellier (Loire-Atlantique).svg
Staat FrankreichDatei:Flag of France.svg Frankreich
Region Pays de la Loire
Département (Nr.) Loire-Atlantique (44)
Arrondissement Châteaubriant-Ancenis
Kanton Nort-sur-Erdre
Gemeindeverband Pays d’Ancenis
Koordinaten 47° 19′ N, 1° 21′ WKoordinaten: 47° 19′ N, 1° 21′ W
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Höhe 2–95 m
Fläche
Einwohner 4.051 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte – Einw./km²
Postleitzahl 44850
INSEE-Code 44028
Website https://www.lecellier.fr/
Datei:ChapelleSaintMeenLeCellier.jpg
Kapelle Saint-Méen

Vorlage:Infobox Gemeinde in Frankreich/Wartung/abweichendes Wappen in Wikidata

Le Cellier ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist eine französische Gemeinde mit 4051 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Loire-Atlantique in der Region Pays de la Loire. Sie gehört zum Kanton Nort-sur-Erdre im Arrondissement Châteaubriant-Ancenis.

Geografie

Die westfranzösische Gemeinde liegt am nördlichen Ufer der Loire 27 Kilometer östlich von Nantes. Sie ist sehr ländlich geprägt. Nachbargemeinden von Le Cellier sind Ligné im Norden, Couffé im Nordosten, Oudon im Osten, Orée d’Anjou im Süden, Mauves-sur-Loire im Westen sowie Saint-Mars-du-Désert im Nordwesten.

Geschichte

Der Ursprung des Namens Le Cellier leitet sich vermutlich aus dem Lateinischen Cellarium (‚Keller‘) ab und bezieht sich wohl auf einen Weinkeller, den es früher vor Ort gab.

Der Legende nach tötete der bretonische heilige Méen bei seiner Rückkehr aus Rom im 7. Jahrhundert in Le Cellier einen Drachen und gründete darauf eine Abtei. Die Existenz des Priorats ist verbrieft. Die dazugehörige Abtei wurde von den Wikingern zerstört, später im 12. Jahrhundert aber wieder aufgebaut. Vermutlich profitierte Le Cellier seit dem 9. Jahrhundert von einer Maut, welche die Schiffer der Loire zu entrichten hatten. An der Stelle, an der sich heute der Park Folies-Siffait ausbreitet, bestand eines Festung, die Château-Guy hieß und nach dem Namen des Grafen Guido von Nantes benannt war. Ende des 14. Jahrhunderts wurde die Erhebung der Maut nach Champtoceaux verlegt und die Burg Château-Guy verlor ihre Bedeutung.

Im 17. Jahrhundert herrschte die Familie Chenu de Clermont, die mit den Fürsten von Condé verbunden war, über die Städte und Burgen von Champotoceaux und Oudon. Einer ihrer Vertreter ließ das Schloss Clermont errichten. Dieses ging im 18. Jahrhundert zuerst an die Familie De Claye und anschließend an die Familie De La Bourdonnaye von Liré. Unter König Ludwig XVI. wurde das Anwesen zu einer königlichen Merinoschafzucht. Diese existierte noch bis zur Restauration, ihr Leiter Jean-François Le Masne wurde 1820 Bürgermeister der Kommune. 1793 ging das Anwesen an die Familie Juchault des Jamonières.

Während des Aufstandes der Vendée gegen die Französische Revolution wurde das Anwesen von der republikanischen Armee besetzt und zum Überwachungsposten der Loire. 1816 kaufte der aus der Somme kommende Maximilien Siffait (* 1780; † 1861) den Ortsteil La Gérardière, der auch die Burg Château-Guy umfasst. Unter seiner Führung entstand bis zum Jahre 1830 der Park Les Folies Siffait. Maximilien Siffait war zwischen 1822 und 1830 auch Bürgermeister der Kommune. Er verließ dann Le Cellier, aber sein Sohn Oswald kehrte später zurück und war Bürgermeister von 1841 bis 1847. Nachzureichen ist, dass Maximilien Siffait während seiner Amtszeit im Streit mit Baron des Jamonières, der das Schloss Château de Clermont weiterhin für sich reklamierte, im Streit stand. In der übernächsten Generation kam es aber zur großen Versöhnung: 1870 heiratete Arthur Antonin Juchault des Jamonières Anna Siffait, die Tochter von Oswald.

Noch bis zum Eintreffen der Eisenbahn Ende der 1840er-Jahre war Le Cellier ein bedeutender Flusshafen. Die Bahnstrecke Tours–Saint-Nazaire wurde auf dem Treidelpfad errichtet und auf der Höhe des Anwesens von Siffait erfolgte ein Tunneldurchstich für die Bahn.

Wappen

Blasonierung: In Rot eine güldene Weintraube beflankt von zwei silbernen Pilgerstäben, darunter ein Wellenband derselben Farbe. Im Schildhaupt Hermelin.

Die Pilgerstäbe symbolisieren die beiden Priorate, welche in der früher Wein produzierenden Gemeinde existiert haben. Hermelin ist typisch für das Herzogtum Bretagne, zu welchem Le Cellier einst gehörte.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2014 2022
Einwohner 1836 1844 2035 2681 3139 3449 3558 3684 4011
Quellen: Cassini und INSEE

Sehenswürdigkeiten

  • Les Folies Siffait nennt sich ein architektonischer Garten über der Loire. Es handelt sich dabei um ein Labyrinth von in der Landschaft angelegten Treppen und Terrassen, das zwischen 1820 und 1830 von den Amateuren Maximilien Siffait und seinem Sohn Oswald angelegt wurde. Die Anlage, die seit 1992 als ein französisches Kulturdenkmal gilt<ref>Eintrag Nr. PA00108851 in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)</ref>, ist zwischenzeitlich überwuchert und befindet sich heute in Restauration.<ref>Folies Siffait in der französischsprachigen Wikipedia</ref>
  • Die Villa Roy ist eine repräsentative Villa am Ufer der Loire, die Mitte des 19. Jahrhunderts für die Familie Pichery erbaut wurde. Letzte Nachkomme der Familie war Augustine Roy, die Haus und Park ihrer Nichte vererbte, welche die Anlage ihrerseits an die Gemeinde verkaufte. Gebäude und Garten sollen nach der Renovierung öffentlich genutzt werden.
  • Die Kirche L’Église Saint-Martin ist seit 2008 ein französisches Kulturdenkmal.<ref>Eintrag Nr. PA44000042 in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)</ref>

Gemeindepartnerschaft

Seit 1989 besteht eine Gemeindepartnerschaft zu Langförden.<ref>Le Cellier auf stadt-vechta.de, abgerufen am 16. Juni 2023</ref>

Persönlichkeiten

  • Überregionale Bekanntheit erlangte die Gemeinde durch das dort gelegene Grab des französischen Schauspielers Louis de Funès (1914–1983).
  • Claude Évin (* 1949), Politiker

Literatur

  • Le Patrimoine des Communes de la Loire-Atlantique. Flohic Editions, Band 1, Charenton-le-Pont 1999, ISBN 2-84234-040-X, S. 503–509.

Weblinks

Commons: Le Cellier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references/>

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