Museum Villa Rot
| Daten | |
|---|---|
| Ort | Rot (Burgrieden) |
| Art |
Museum für internationale zeitgenössische Kunst
|
| Eröffnung | 28. August 1992 |
| Leitung |
Sabine Heilig (künstlerische Leitung seit 2023)
|
| Website | |
| ISIL | [[[:Vorlage:ISIL-Link]] DE-MUS-492315] |
Das Museum Villa Rot ist ein Ausstellungshaus für internationale zeitgenössische Kunst im Ortsteil Rot der Gemeinde Burgrieden im Landkreis Biberach, Oberschwaben. Es befindet sich im Eigentum der Hoenes-Stiftung.
Geschichte
Die im Stilpluralismus erbaute Villa liegt am südlichen Ortsende von Rot über dem Tal der Rot, an der Landstraße 259, die über Orsenhausen und Großschafhausen nach Schwendi führt. Sie ist umgeben von einem Zaun, innerhalb dessen sich ein historisches Parkgelände befindet.
Erbaut wurde die Villa im Jahr 1912. Der Bauherr war Raymund Fugger (1870–1949), der einer Seitenlinie der Familie Fugger entstammte, weswegen sie auch „Villa Fugger“ genannt wird. Architekt war Balthasar von Hornstein-Grüningen. Im Jahr 1925 musste Raymund Fugger den Besitz jedoch wieder abgeben, da er in Geldnot geriet. Daraufhin erwarb Alexandra von Hornstein (1903–1932) das kleine Landschlösschen. Sie lebte dort bis zu ihrem Freitod. Sie pflegte eine enge Freundschaft zu ihrer Internatsfreundin Feodora Christ (1903–1983), die ihren Hauptwohnsitz in München hatte, allerdings oft länger Zeit zu Besuch in Burgrieden war. Ihr vererbte sie das gesamte Anwesen.
Im Jahr 1933 übernahm Feodora Christ die Villa und heiratete im selben Jahr den Musiker Herman Hoenes (1900–1978). Der Cellist Herman Hoenes war von 1932 bis 1935 stellvertretender Dirigent des „Reichs-Symphonie-Orchesters“. Das Ehepaar zog sich in die Villa nach Rot zurück und widmete sich der Sammlung von vornehmlich asiatischer Kunst<ref>Südwest Presse, 18. Juli 2012: Von Tragik und Erfüllung – Zum Hundertjährigen der Jugendstilvilla (5. März 2016)</ref>.
Die Kunstsammlung des Ehepaars Hoenes, das Anwesen mit Park einschließlich aller Vermögenswerte wurden von Feodora Hoenes in eine Museumsstiftung – die Hoenes-Stiftung – eingebracht. Ab 1989 war der Historiker Norbert Deuchert zunächst damit betraut die umfangreiche Sammlung des Stifterehepaares aufzuarbeiten und ein Konzept zur musealen Nutzung des Hauses zu konzipieren. 1992 wurde aus dem Fuggerschlösschen dann das Museum Villa Rot, das am 28. August des Jahres eröffnet wurde und dessen Leiter Deuchert bis 2007 war.
Heute ist das Museum Villa Rot ein Ausstellungshaus für internationale zeitgenössische Kunst mit interkultureller Programmatik. Gezeigt werden Ausstellungen, die sich mit den inhaltlichen und formalen Grenzbereichen von Kunst, Kultur und Gesellschaft auseinandersetzen.
Im Jahre 2014 erhielt das Museum einen Anbau, der sich in die Parklandschaft einfügt, und die Ausstellungsfläche erweitert. Als Gegenpol zu den intimen Kabinetträumen des historischen Bestandsgebäudes bietet der vom Böblinger Architekturbüro Hinrichsmeier & Bertsch entworfene Erweiterungsbau Platz für raumgreifende Skulpturen, Plastiken und Installationen. Der Bau erhielt im Jahre 2015 die Auszeichnung „Beispielhaftes Bauen“ durch die Architektenkammer Baden-Württemberg<ref>Beispielhaftes Bauen: AKBW Architektenkammer Baden-Württemberg. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 22. März 2018.</ref>. Ermöglicht wurde der Bau unter anderem durch die zweckgebundene Stiftung des Künstlers Willi Siber<ref>Stefanie Dathe: Zustiftung Willi Siber. In: Hoenes-Stiftung (Hrsg.): Geschichte des Museums Villa Rot. 2., überarbeitete Auflage. Museum Villa Rot, 2021, S. 88.</ref>, dem Partner und heutigem Ehemann der damaligen Leiterin Stefanie Dathe<ref>DIE FREIHEIT ZUM SCHÖNEN. Abgerufen am 8. Mai 2023.</ref>. Siber erhielt hierdurch einen dauerhaften Posten im Vorstand der Hoenes-Stiftung. Der Künstler übertrug einen repräsentativen Teil seiner Arbeiten der so genannten Kunsthalle Villa Rot, die dort verwahrt und regelmäßig dem Publikum zugänglich gemacht werden soll.
Das historische Gebäude verfügt unter anderem über einen bauzeitlichen Linoleumfußboden der Deutschen Linoleum-Werke in Delmenhorst (damals Delmenhorster Linoleumwerke), der teilweise vom Architekten Bruno Paul entworfen wurde.
Neben den Ausstellungen realisiert das Museum Villa Rot Konzertreihen. Der nach dem ehemaligen Bewohner, Cellisten und Dirigenten benannte Hoenessaal der Villa Rot bietet hierfür den Rahmen für diese Veranstaltungen.
Leitung
Die bisherigen Leitungen des Museums waren:<ref>Die Geschichte der Villa Rot. In: villa-rot.de. Abgerufen am 22. Juli 2023.</ref>
- Norbert Deuchert (1992–2007)
- Dr. Stefanie Dathe (2008–2017)<ref>Michael Ruddigkeit: Eine neue Chefin fürs Ulmer Museum. Abgerufen am 29. August 2023.</ref>
- Marco Hompes (2017–2021)<ref>Marco Hompes löst Linnea Streit ab. 10. Februar 2017, abgerufen am 29. August 2023.</ref>
- Thomas Schmäschke (2021–2022)<ref>Simon Schwörer: Nach nur 16 Monaten: Neuer Museumsleiter verlässt Villa Rot wieder. 21. Juli 2022, abgerufen am 29. August 2023.</ref>
- Dr. Sophie Charlotte Opitz (künstlerische Leitung, 2022–2023)<ref>Florian L. Arnold: Neustart mit Kuratorin statt Direktorin: Die Villa Rot will Neues. Abgerufen am 29. August 2023.</ref>
- Dr. Sabine Heilig (künstlerische Leitung 2023–2024, Museumsleitung seit 2024)
Freundeskreis
Der „Freundeskreis Museum Villa Rot“ wurde 1994 ins Vereinsregister eingetragen. Seither unterstützt er das Museum in unterschiedlichen Belangen wie Anschaffung von Mobiliar, technischer Ausstattung sowie bei Veranstaltungen.<ref>Freundeskreis Museum Villa Rot. In: villa-rot.de. 12. März 2018, abgerufen am 9. April 2019.</ref>
Ausstellungen
- 1995: Kunst des Buddhismus entlang der Seidenstraße
- 1998: Erde und Erz
- 1999: Das alte Japan
- 2000: Quilt-Triennale ; Welt der Masken
- 2001: Historische Krippen ; Qi Yang
- 2002: Darshan – Blickkontakte
- 2003: Jakob Bräckle – Winterbilder
- 2004: Wolfgang Laib ; Albert Cüppers – Hemdenbilder
- 2005: Ekstasen der Figur ; Märchen aus 1001 Nacht
- 2006: Kunst Landschaft Oberschwaben ; Kunst Landschaft Oberschwaben II
- 2007: Pracht und Askese
- 2008: In voller Blüte ; Inszenierte Wirklichkeit – Ursprung und Gegenwart der japanischen Fotografie
- 2009: hautnah – Das Haar in Kunst und Kultur
- 2010: Buden – Jugendkultur in Oberschwaben
- 2011: Mit Feuer und Flamme – Keramik in der Gegenwartskunst
- 2014/15: Alles Maskerade! Fasnacht, Karneval und Mummenschanz
- 2015: Es liegt was in der Luft – Düfte aus der ganzen Welt
- 2015/16: Fleischeslust<ref>stuttgarter-zeitung.de, 15. Januar 2016, Robin Szuttor: Ungewöhnliche Ausstellung: Kunst aus Fleisch (21. August 2016)</ref>
- 2016: Paradise Lost – Die Vertreibung aus dem Garten Eden<ref>badische-zeitung.de, 18. August 2016, Dietrich Roeschmann: Kultur-Rush-Hour im Wohngebiet (21. August 2016)</ref>
- 2017: Das geheime Leben der Dinge (+Magnus Thierfelder)<ref>Schwäbische Zeitung, 10. Februar 2017: : Marco Hompes löst Linnea Streit ab (28. April 2017)</ref><ref>Südwest Presse, 3. April 2017: : Federleicht: Neue Ausstellung im Museum Villa Rot (28. April 2017)</ref>
- 2017: Die Sprachen des Textilen (+Anca Munteanu Rimnic)<ref>Neu-Ulmer Zeitung, 9. August 2017: Wenn Kleider erzählen könnten (10. August 2017)</ref>
- 2017/18: Helle Kindheit – Dunkle Kindheit (+Dejan Kaludjerovic)<ref>Neu-Ulmer Zeitung, 5. November 2017: Kinder an die Macht? Das Museum Villa Rot zeigt Bilder der Kindheit (19. Dezember 2017)</ref><ref>Südwest Presse, 4. November 2017: Spielplatz und Schlachtfeld: Das Kind ist Thema im Museum Villa Rot (28. April 2017)</ref>
- 2018: Formen der Natur (+Maximilian Prüfer: VIEH)<ref>Sarah Schleiblinger: Eine Ausstellung zwischen Natur und Kultur. Schwäbische Zeitung, 2. März 2018, abgerufen am 7. März 2018.</ref><ref>SWR Fernsehen: Video „Formen der Natur“ im Museum Villa Rot in Burgrieden" – Kunscht! 9. März 2018, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 10. März 2018.</ref>
- 2018: Zwischen Atelier und Labor (+Eckart Hahn)<ref>dpa: Die Ästhetik von Bakterien – Der neue junge Leiter mischt die Villa Rot in Burgrieden auf. Badische Zeitung, 28. Juni 2018, abgerufen am 28. Juni 2018.</ref>
- 2018/19: Magie und Ritual (+Benedikt Hipp)<ref>Magie und Ritual in der Villa Rot. In: Regio-TV. Abgerufen am 7. November 2018.</ref><ref>Südwest Presse: Mystisch: Die neue Ausstellung im Museum Villa Rot. swp.de, 5. November 2018, abgerufen am 7. November 2018.</ref>
- 2019: Inspiration Meisterwerk (+Pirating Presence)<ref>Südwest Presse Online-Dienste GmbH: Museum Villa Rot: Inspiration und Piraterie. 4. März 2019, abgerufen am 4. März 2019.</ref>
- 2019: Auf Herz und Nieren (+Malte Bruns)<ref>Ausstellung in Villa Rot blickt in den Körper. Abgerufen am 15. Oktober 2019.</ref><ref>Marcus Golling: Kunst in der Villa Rot: Körperwelten für Kenner. Abgerufen am 15. Oktober 2019.</ref>
- 2019/20: der weg – Willi Siber 1980–2020
- 2020: Wald.Wolf.Wildnis<ref>Wald Wolf Wildnis | Das Projekt. Abgerufen am 25. März 2020.</ref><ref>Veronika Lintner: Neue Ausstellung: Wald, Wolf und Wildnis in der Villa Rot. Abgerufen am 25. März 2020.</ref><ref>Neue Ausstellung: Der Wolf ist los in der Villa Rot. Abgerufen am 25. März 2020.</ref>
- 2020: #stayathome – Filme zum Innen und Außen (Onlineausstellung während der Corona-Pandemie)<ref>Info zur Ausstellung #stayathome. In: Villa Rot. 25. März 2020 (villa-rot.de [abgerufen am 25. März 2020]).</ref><ref>Kunst im Netz: Villa Rot konzipiert virtuelle Ausstellung. Abgerufen am 3. April 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Südwest Presse Online-Dienste GmbH: Digitale Ausstellung: Das Museum Villa Rot ist geöffnet – im Internet. 31. März 2020, abgerufen am 3. April 2020.</ref>
- 2020/21: Anderswelten: Malerei heute (+David Czupryn)<ref>Eintauchen in irrationale Bildwelten: Neue Ausstellung im Museum Villa Rot. Abgerufen am 29. Januar 2021.</ref><ref>Villa Rot zeigt Ausstellung jetzt digital. Abgerufen am 29. Januar 2021.</ref><ref>Dagmar Hub: Eintauchen in "Anderswelten": Die Villa Rot in Burgrieden öffnet wieder. Abgerufen am 10. März 2021.</ref>
- 2021: High End – Aktuelle bildhauerische Positionen (+Shaped Canvases 2021)<ref>Veronika Lintner: Geformte Leinwände und aktuelle Bildhauerei - Neues in der Villa Rot. Abgerufen am 9. August 2021.</ref>
- 2021/22: Lachen - was passiert, wenn wir uns freuen
- 2022: Mit den Füßen sehen. Der Teppich in der zeitgenössischen Kunst
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Einzelnachweise
<references />
Koordinaten: 48° 13′ 22,3″ N, 9° 57′ 32,3″ O
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