Zum Inhalt springen

Borsten-Pippau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 14. April 2025 um 21:28 Uhr durch imported>SchlurcherBot (Bot: http → https).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Borsten-Pippau
Datei:Crepis setosa 1.jpg

Borsten-Pippau (Crepis setosa)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Cichorioideae
Tribus: Cichorieae
Gattung: Pippau (Crepis)
Art: Borsten-Pippau
Wissenschaftlicher Name
Crepis setosa
Haller f.

Der Borsten-Pippau (Crepis setosa) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Pippau (Crepis) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Beschreibung

Datei:Crepis setosa sl6.jpg
Die Korbhülle ist reichlich borstenhaarig.
Datei:Crepis setosa inflorescence (18).jpg
Blütenkörbchen während unterschiedlicher Stadien
Datei:Crepis setosa sl14.jpg
Fruchtstand
Datei:Crepis setosa plant (15).jpg
Illustration

Vegetative Merkmale

Der Borsten-Pippau ist eine einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 8 bis 80 Zentimetern. Der Stängel ist aufrecht.

Die Laubblätter sind eiförmig bis länglich, hellgrün, mindestens unterseits borstig behaart, am Rande bewimpert oder kahl. Bei den unteren Laubblättern ist die Blattspreite bis zu 30 Zentimeter lang sowie bis zu 8 Zentimeter breit, in den Blattstiel verschmälert und gezähnt bis fiederspaltig mit einem größeren Endlappen. Die Stängelblätter sind fiederspaltig und mit spießförmigem Grund sitzend.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juni bis September. In einem doldentraubigen Gesamtblütenstand befinden sich körbchenförmige Teilblütenstände. Die Blütenkörbe sitzen auf gelb oder fuchsrot borstig behaarten Korbschäften und weisen einen Durchmesser von 10 bis 14 Millimetern auf. Die Korbhülle ist 8 bis 10 Millimeter hoch und weist einen Durchmesser von 4 bis 10 Millimetern auf. Die Hüllblätter sind auffällig mit hellen borstigen Trichomen besetzt. Die Blüten sind hell zitronen-gelb. Der Griffel ist dunkel-grün.

Die Achänen sind 3 bis 5 Millimeter lang, gelb-braun, besitzen zehn Rippen und sind in einen Schnabel verschmälert. Der Pappus ist weiß.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 6 oder 8.

Ökologie

Auf dem Borsten-Pippau wurde der Pilz Puccinia crepidis nachgewiesen.<ref name="Hegi1987" />

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet des Borsten-Pippau reicht von Süd- und dem südlichen Mitteleuropa bis Polen, Russland, zum Kaukasusraum und nach Vorderasien. Es gibt ursprüngliche Vorkommen in Spanien, Frankreich, Italien, Osterreich, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, der Ukraine, Slowenien, Serbien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Albanien, Griechenland, Nordmazedonien, der Türkei und dem Kaukasusraum.<ref name="Euro+Med" /> In Deutschland und in Belgien ist die Art eingebürgert, in der Schweiz und in Schweden ist die Ursprünglichkeit zweifelhaft.<ref name="Euro+Med" /> Der Borsten-Pippau gedeiht auf sommerwarmen, mäßig trockenen, nährstoffreichen Böden an Wegen, auf Dämmen, an Ackerrändern und in Unkrautfluren. Er ist eine Pionierpflanze und ist Charakterart des Verbands Dauco-Melilotion, kommt aber auch in Gesellschaften der Ordnung Polygono-Chenopodietalia, in Klee- und Luzerneäckern vor.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1+ (trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental), Salztoleranz 1 (tolerant).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung von Crepis setosa erfolgte 1797 durch den Schweizer Botaniker Albrecht von Haller dem Jüngeren (1758–1823), in Archiv für die Botanik (Leipzig), Band 1, 2, S. 1.<ref name="Haller1797" />

Literatur

  • Peter Derek Sell: Crepis L. In:
  • Werner Greuter: Compositae (pro parte majore): Crepis setosa. In: Werner Greuter, Eckhard von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae. Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2006–2009.
  • David Aeschimann, Konrad Lauber, Daniel Martin Moser, Jean-Paul Theurillat: Flora Alpina. Ein Atlas sämtlicher 4500 Gefäßpflanzen der Alpen. Band 2. Haupt Verlag, Bern, Stuttgart, Wien 2004, ISBN 3-258-06600-0, S. 682.

Einzelnachweise

<references> <ref name="InfoFlora"> Crepis setosa Haller f. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Haller1797"> Albert von Haller: Tentamen Additamentorum et Observationum ad Historiam Stirpium Helveticarum Spectantium. In: Johann Jacob Römer (Hrsg.): Archiv für die Botanik. Band 1, Nr. 2, 1797, S. 1, Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Hegi1987"> Gerhard Wagenitz et al.: Familie Compositae II. S. 1171–1173. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage Band VI, Teil 3, Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg 1987, ISBN 3-489-86020-9. </ref> <ref name="Oberdorfer2001">Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001. ISBN 3-8001-3131-5. S. 996.</ref> <ref name="Euro+Med">Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). – In: W. Greuter & E. von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae. Datenblatt Crepis setosa In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Borsten-Pippau (Crepis setosa) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien