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Ceratizit

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Ceratizit

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Ceratizit 2020 logo.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft (S.A.)
Gründung 2002
Sitz Mamer, LuxemburgDatei:Flag of Luxembourg.svg Luxemburg
Mitarbeiterzahl 7200<ref name=":4" />
Umsatz 1,2 Mrd. Euro<ref name=":4" />
Branche Hartmetall
Website www.ceratizit.com
Stand: 31. Dezember 2020

Die Ceratizit Group ist eine Aktiengesellschaft (S.A.) sowie ein Unternehmensbereich der Plansee Group mit Sitz in Mamer, Luxemburg. Sie stellt pulvermetallurgische Sinterteile für Zerspanungswerkzeuge, Hartmetallstäbe für die Präzisionswerkzeugindustrie, Hartmetalle für den Verschleißschutz sowie für die Holz- und Gesteinsbearbeitung her. Das Unternehmen ist der viertgrößte Hartmetallhersteller weltweit und Weltmarktführer auf dem Gebiet der Industrieanwendungen Verschleiß, Holz- und Gesteinsbearbeitung.<ref name=":5">Manuela Rapp: Ausbau zum Kompetenzzentrum. In: Südwest Presse. 11. September 2018.</ref><ref name=":4">Plansee wächst durch Millionen-Deal mit Ceratizit. In: Tiroler Tageszeitung, S. 22. 25. Februar 2021.</ref>

Geschichte

Die Ceratizit S.A. entstand 2002 durch die Fusion der Unternehmen Plansee Tizit und Cerametal.<ref name=":0">Tiroler Plansee übernimmt Mehrheit an Ceratizit Group. In: APA Austria Presse Agentur. 24. Februar 2021.</ref> 1949 war bereits die erste Kooperation zwischen Cerametal und der damaligen Metallwerk Plansee GmbH erfolgt.<ref name=":7">Jean-Philippe Schmit: Ein neues Gebäude zum 85. In: Luxemburger Tageblatt. 9. Juli 2016.</ref>

Plansee Tizit

Die Plansee Tizit wurde 1921 von Paul Schwarzkopf in Österreich erstmals als Metallwerk Plansee GmbH gegründet.<ref name=":6">1921 / Paul Schwarzkopf gründet Plansee Tizit in Österreich. In: Luxemburger Tageblatt. 6. März 2017</ref><ref name=":8">Michael Schmid: Die härtesten Metallurgen. In: Trend, Nr. 2, S. 38–40. 27. April 2023.</ref><ref name=":9">Frank Haßmann: Mädchen wollen nicht. In: Neckar-Chronik. 27. Juni 2017.</ref> Sein Sohn Walter Schwarzkopf führte das Unternehmen anschließend weiter. Nach dessen Tod 1978 übernahm seine Witwe, Hilde Schwarzkopf, die Geschäftsleitung.<ref name=":8" /><ref name=":10">Daniel Pohselt: Loyal – Die Plansee-Story zum Tal. In: Industriemagazin, Nr. 6/2019, S. 46–55. 29. Mai 2019.</ref><ref name=":11">Gertraud Walch: „Geschäft hat viel mit Glück zu tun“. In: Kurier Österreich, S. 24. 10. März 2008.</ref> Von 1996 bis 2007 hatte deren Sohn Michael Schwarzkopf die Führung inne.<ref name=":10" /><ref name=":11" />

1996 wurde die Instrument AG in Bulgarien in die Plansee Tizit integriert, gleichzeitig startete die Kooperation mit Siel zur Siel Tizit Ltd. im indischen Kolkata.<ref name=":6" /> Im selben Jahr brannte die Fabrik von Plansee nieder, wurde anschließend jedoch wieder vollständig errichtet.<ref name=":10" /><ref name=":11" />

Cerametal

Cerametal wurde 1931 zuerst als „Luuchtefabrik“ in Bereldingen, Luxemburg, von Nicolas Lanners gegründet.<ref>Claude Lanners: The LANNERS carbide manufacturers. In: lannersnet.lu. 10. Mai 2011, abgerufen am 19. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Dort entstanden erst Wolframfäden für die Glühbirnenproduktion.<ref name=":6" /><ref name=":9" /><ref name=":12">1921: Paul Schwarzkopf gründet Plansee Tizit in Österreich. In: Luxemburger Tageblatt. 6. März 2017.</ref> 1949 wurde diese dann zu „Cerametal“. Paul Schwarzkopf, Nicolas Lanners und der Ingenieur Guillaume Kroll gehörten zu den Aktionären. 1962 verkauften Schwarzkopf und Kroll ihre Unternehmensanteile jedoch wieder.<ref name=":7" /><ref name=":12" />

1971 wurde der Firmenstandort nach Mamer, Luxemburg verlegt.<ref name=":6" /><ref name=":12" /> 1978 erfolgte der Produktionsstart von Cerametal in den USA.<ref name=":12" /> Im Folgejahr wurden erstmals Keramikteile hergestellt. 1998 expandierte das Unternehmen nach China.<ref name=":7" /><ref name=":6" /><ref name=":12" />

Fusion zu Ceratizit und Übernahmen

Nach der Fusion von Cerametal und der Plansee Tizit zur Ceratizit S.A. im Jahre 2002<ref name=":8" /><ref name=":9" /><ref name=":10" /> eröffnete das Unternehmen 2003 Verkaufsbüros in Brasilien, Polen, Ungarn und Tschechien. 2007 kamen neue Verwaltungsgebäude in Mamer und Reutte, die Tooling Academy (ein Prüf- und Schulungszentrum in Reutte), sowie Verkaufs- und Vertriebsbüros in der Volksrepublik China, Mexiko und Spanien dazu. 2007 übernahm Ceratizit das in Latrobe (Pennsylvania) ansässige Privatunternehmen Newcomer Products, Inc.<ref>CERATIZIT übernimmt US-Unternehmen Newcomer Products, 11. Juli 2007</ref>, 2008 folgte die Akquisition des amerikanischen Unternehmens Global Tungsten & Powders (GTP) durch die Plansee Group.<ref name=":8" /><ref>Michael Riedler: Plansee-Gruppe steigt in Chile ein. In: Wirtschaftsblatt, Nr. 3829, S. 7. 29. März 2011.</ref> Im Jahr 2010 bündelten Ceratizit und CB Carbide ihre asiatischen Aktivitäten im Joint-Venture CB Ceratizit, an dem Ceratizit und die Gesellschafter von CB Carbide zu je 50 % beteiligt sind.<ref name=":6" /><ref name=":12" /><ref>Michael Riedler: Ceratizit-Gruppe expandiert in Asien. In: Wirtschaftsblatt Archiv. 2. November 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 2. März 2016; abgerufen am 21. Juni 2022.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/wirtschaftsblatt.at</ref> 2011 folgte die Eröffnung einer zweiten Tooling Academy in Tianjin, China.

Im Zuge des Expansionskurses übernahm Ceratizit 2012 50 % am Vollhartmetall-Werkzeughersteller Günther Wirth, um die Wertschöpfungskette bei Rundwerkzeugen zu vervollständigen.<ref name=":5" /><ref name=":12" /> Die Expansion in den USA trieb Ceratizit 2014 mit der Übernahme von 80 % der Anteile am Vollhartmetall-Werkzeughersteller Promax Tools mit Sitz in Rancho Cordova (Kalifornien) voran.<ref name=":12" /> 2015 folgten die Übernahme des Vollhartmetall-Werkzeugherstellers Klenk aus Balzheim<ref>Ceratizit übernimmt Balzheimer Firma Klenk. In: Schwäbische Zeitung Biberach, S. 20. 10. Juni 2015.</ref> und von 67 % der Anteile an Cobra Carbide India.<ref name=":22">Ceratizit übernimmt Cobra Carbide Ltd. in Indien. In: Wirtschaftsblatt, Nr. 4935/2015, S. 5. 17. September 2015.</ref>

2016 übernahm Ceratizit Becker Diamantwerkzeuge aus Puchheim/München und 2017 den Spezialisten für Mikrowerkzeuge Best Carbide Cutting Tools aus Los Angeles.<ref name=":6" /><ref name=":12" /> Am 13. Oktober 2017 verkündete die Ceratizit Group die Übernahme der Komet Group.<ref>Ceratizit übernimmt die Komet Gruppe. In: produktion.de. 13. Oktober 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 8. November 2017; abgerufen am 7. November 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.produktion.de</ref> Ebenfalls zu den Marken von Ceratizit gehören WNT und Klenk.<ref>Eckfrässystem ermöglicht 90°-Profil am Werkstück. In: Maschinenmarkt, Nr. 019, S. 168. 10. September 2018.</ref>

Im Jahr 2019 übernahm Ceratizit 50 % der Anteile des deutschen Altmetallaufbereiters Stadler Metalle.<ref name=":3">Ceratizit-Deal in Deutschland. In: Tiroler Tageszeitung, S. 21. 1. März 2019.</ref> Zum 1. März 2022 übernahm das Unternehmen schließlich die übrigen 50 % und ist somit alleiniger Eigentümer von Stadler Metalle.<ref>Michael Hobohm: Ceratizit übernimmt verbliebene Anteile an Stadler Metalle. In: Umformtechnik.net. 7. März 2022, abgerufen am 7. September 2022.</ref>

Im März 2021 wurde die Plansee Group, die zuvor bereits 50 % der Anteile an Ceratizit gehalten hatte, zum Mehrheitseigentümer.<ref name=":0" /><ref name=":8" /> 2022 übernahm Plansee schließlich die restlichen Anteile an Ceratizit und ist seither alleiniger Eigentümer.<ref name=":8" />

Unternehmensstruktur

Datei:Hauptsitz Ceratizit in Mamer.png
Hauptsitz der Ceratizit S.A. in Mamer, Luxemburg

Hauptsitz der Ceratizit Group ist Mamer, Luxemburg.<ref>Georg Faigle: Es herrscht blanke Existenzangst. In: Neckar-Chronik. 18. März 2021.</ref> Im Jahr 2019 machte die Gruppe einen Umsatz von 1,2 Mrd. Euro und beschäftigte 2020 weltweit 7200 Mitarbeiter.<ref name=":4" /> Alleineigentümer der Ceratizit Group ist die Plansee Group, die 2021/2022 einen Umsatz von 2,02 Mrd. Euro machte.<ref>Plansee Group – Umsatz 2021/22. In: Statista. Abgerufen am 18. September 2024.</ref>

Die Ceratizit S.A. betreibt 30 Produktionsstandorte in Europa, Nord- und Mittelamerika und Asien und unterhält Vertriebsbüros in 42 Ländern.<ref name=":8" /><ref name=":1">Ceratizit baut 40 Stellen ab. In: Neckar-Chronik. 7. Juli 2020.</ref> Das Unternehmen hält weltweit über 1000 Patente<ref name=":4" /> und stellte 2010 über 10 Milliarden Sinterteile her. Jährlich investiert das Unternehmen knapp 10 % seines Umsatzes in die Entwicklung neuer Produkte und Technologien.

Ceratizit war bis Ende 2025 Hauptsponsor und 100 % Eigentümer des Radsport Teams Ceratizit-WNT Pro Cycling.<ref>Sponsoring – mit uns auf der Gewinnerroute: das Ceratizit-WNT Pro Cycling Team. In: Ceratizit. Abgerufen am 7. September 2022.</ref>

Produkte und Dienstleistungen

Datei:Ceratizit Fräser.jpg
Ein Ceratizit-Fräser der Reihe MaxiMill 270 bei der Aluminiumzerspanung.
Datei:Ceratizit Drehen.jpg
Einsatz einer Wendeschneidplatte von CERATIZIT bei der Stahldrehzerspanung

Ceratizit ist spezialisiert auf die Herstellung von Hartmetall-Sinterteilen für den industriellen Verschleißschutz sowie Werkzeuglösungen für die Zerspanung.<ref name=":0" />

Produkte und Werkzeuge für den Bereich Zerspanung

  • Bohrwerkzeuge
  • Fräswerkzeuge
  • Gewindeschneidewerkzeuge
  • Drehwerkzeuge
  • Stechwerkzeuge
  • Multifunktionswerkzeuge
  • Werkstückspannung
  • Aussteuerwerkzeuge
  • Individuelle Sonderwerkzeuge

Zerspanungslösungen von Ceratizit kommen bei der Radsatz-, Lager-, Turbinen- und Walzenbearbeitung zum Einsatz. Wichtige Branchen sind die Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt, Werkzeughersteller und die Petroindustrie. Hier werden Hartmetallteile von Ceratizit bei der Bearbeitung von Muffen und Rohren für die Öl- und Erdgasförderung eingesetzt.

Produkte für den Verschleißschutz, die an Werkzeughersteller, Händler oder Endverbraucher verkauft werden, werden unter der Marke Hard Material Solutions zusammengefasst.<ref>Zerspanungspower auf der EMO Hannover 2019. In: Maschinenmarkt. 13. August 2019.</ref><ref>Norbert Stattler: Das Lieblingswerkzeug. In: NCFertigung. Heft Nr. 1–2/2020, S. 66–69.</ref><ref>Christopher Detke: „Wir wollen weiter Marktanteile gewinnen“. In: NCFertigung, Heft 09/2019, S. 292–294.</ref><ref>Leichtes Spiel mit harten Fasern. In: NCFertigung, Heft 2/2023, S. 48–50.</ref>

Produkte für die Bauindustrie

  • Holz- und Metallsägezähne für Kreissägen, Bandsägen und DIY-Sägen
  • Wendemesser für die Holzbearbeitung
  • Bohrerplatten für Stein und Mauerwerk

Metallverarbeitende Industrie

  • Walzen für die Stahlkaschierung und Rohrherstellung
  • Ziehwerkzeuge für die Drahtherstellung
  • Werkzeuge für die Kaltumformung
  • Rotierende Schmiedehämmer und -dorne

Produkte für die materialverarbeitende Industrie

  • Düsen für das Wasserstrahlschneiden
  • Erodierblöcke für Stanzwerkzeuge
  • Wälzfräser und Messer für die Zahnradherstellung
  • Düsen für das Sprühen
  • Messer für das Ultraschallschneiden

Produkte für die Öl-, Gas- und Bergbauindustrie

  • Ventilkomponenten
  • Rotary Steerable Systems (RSS)
  • Bohrkomponenten für Tricone, HPGR und DTH-Hämmer

Produkte für die allgemeine Maschinenbauindustrie

  • Schmuckerzeugnisse
  • Komponenten für die Schlossindustrie
  • Teile für die Glasverarbeitung
  • Kunststoff-Spritzgussdüsen

Verschiedene Komponenten für die Lebensmittel-, Medizin-, Automobil- und Verteidigungsindustrie

Dazu gehören beispielsweise Hartmetallsorten, die zertifiziert sind für den Kontakt mit Lebensmitteln,<ref>Härter als Stahl. In: Prozesstechnik Industrie. 22. September 2009, abgerufen am 18. September 2024.</ref> spezialisierte Werkzeuge für Bereiche wie E-Motoren sowie Verteidigung,<ref>Christian Muller: Der Weltraum-Abwehr-Spezialist / Wie Luxemburg Innovation im Verteidigungsbereich vorantreiben will. In: Tageblatt Letzebuerg. 6. März 2023, abgerufen am 18. September 2024.</ref><ref>Hochleistungswerkzeuge für E-Motoren-Produktion. In: Mav Maschinen Anlagen Verfahren, Heft 10, S. 104. 2019.</ref> und Komponenten für die Prothetik und Orthopädische Bauteile.<ref>Victoria Sonnenberg: Ceratizit Group. In: Device Med. 22. Dezember 2022, abgerufen am 18. September 2024.</ref>

Recycling

Als Dienstleistung bietet Ceratizit außerdem das Recycling von Altmetall an.<ref name=":8" /> Hierbei kauft die Unternehmensgruppe Hartmetall auf Grundlage des aktuellen Marktpreises zurück und stellt ebenso die Sammelbehälter sowie Transport bereit.<ref>Operative Sonderservices. In: Ceratizit. Abgerufen am 21. Juli 2022.</ref>

Auszeichnungen (Auszug)

Weblinks

Einzelnachweise

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