Zum Inhalt springen

Rosemary Kennedy

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 7. März 2026 um 10:22 Uhr durch imported>Grymbler.
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Rosemary Kennedy in 1931 (1).jpg
Rosemary Kennedy 1931

Rosemary Kennedy (* 13. September 1918 in Boston, Massachusetts, als Rose Marie Kennedy; † 7. Januar 2005 in Fort Atkinson, Wisconsin<ref>A Woman's Bridge Foundation: Rosemary Kennedy. Abgerufen am 23. Januar 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>) war eine Schwester von John F., Eunice, Robert F. und Edward Kennedy.

Leben

Datei:TheKennedyFamily1.jpg
Familienporträt (1931), Rosemary vorne ganz rechts

Rosemary Kennedy war das dritte Kind und die erste Tochter von Joseph und Rose Kennedy. Seit ihrer Geburt war sie sehr scheu und hatte Dyslexie. Sie lernte spät laufen, schwamm aber begeistert, tanzte gern und schrieb Tagebücher. Ein Intelligenztest hatte eine milde geistige Behinderung (Retardierung) gezeigt, jedoch ist dieser Befund umstritten. 1939 machte sie einen Abschluss in Montessoripädagogik. Sie nahm rege am sozialen Leben teil, besuchte leidenschaftlich gern Opernaufführungen, Sportveranstaltungen und andere gesellschaftliche Anlässe und wuchs zu einer lebenslustigen Erwachsenen heran.

Nachdem Rosemary das Erwachsenenalter erreicht hatte, wurde sie charakterlich häufiger als eigensinnig bis jähzornig und schwer zu bändigen beschrieben. Als ein denkbarer Grund wird Rosemarys Enttäuschung darüber, mit ihren älteren erfolgreichen Geschwistern nicht mithalten zu können, angesehen. Die Eltern befürchteten, dass Rosemary das Ansehen der Familie in Misskredit bringen und ungewollt schwanger werden könnte – eine Möglichkeit, die in der streng katholischen Familie Kennedy Unruhe auslöste.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Die verschwundene Kennedy-Schwester.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 6. Februar 2011.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Um den guten Ruf der Familie besorgt, ließ ihr Vater eine Lobotomie bei der 23-jährigen Rosemary vornehmen. Dieser Eingriff galt als eine Möglichkeit, Menschen mit ungesteuertem Triebleben zu „besänftigen“, war jedoch schon damals sehr umstritten. Die Operation durch seinen Freund Walter Freeman hatte katastrophale Folgen:<ref>Die Presse: Warum der Kennedy-Patriarch seine Tochter versteckte, vom 28. Oktober 2015, abgerufen am 1. Juni 2016</ref> Rosemarys Zustand verschlechterte sich so sehr, dass sie nur noch kindlich vor sich hinbrabbeln konnte, inkontinent wurde und teilweise auf einen Rollstuhl angewiesen war.

Joseph Kennedy, der sich seiner schwerbehinderten Tochter schämte, ließ sie in die St.-Coletta-Heilanstalt in Wisconsin einliefern, wo sie den Rest ihres Lebens verbrachte. Er besuchte sie nie und geriet in Rage, wenn man ihn auf sie ansprach. Die Operation hatte der Vater ohne Absprache und Kenntnis der Mutter veranlasst, und dies wird zusammen mit der anschließenden Einweisung als einer der Gründe für die emotionale Abkehr ihrer Mutter Rose Kennedy von ihrem Ehemann Joseph P. Kennedy angesehen. Rose nannte ihre Tochter ein „Geschenk Gottes“; sie habe die Menschen in ihrem Umfeld Respekt vor Behinderung gelehrt. Rosemarys älterer Bruder John F. Kennedy bekannte sich erst 1960 öffentlich zu ihr.

1946 riefen Kennedys Eltern die Joseph P. Kennedy Jr. Foundation (JPKF) ins Leben. Die Stiftung führt Programme durch, die Menschen mit geistigen Behinderungen, ihre Familien und Gemeinden fördern. Der Stiftungszweck steht mit Rosemary Kennedy in Verbindung.<ref>JPKF. Abgerufen am 24. Juli 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Stiftung unterstützte unter anderem die von Kennedys jüngerer Schwester Eunice Kennedy-Shriver gegründeten Special Olympics bereits in deren Anfängen Ende der 1960er Jahre.<ref>Daniel Bell: Encyclopedia of International Games. Mc Farland & Company, Jefferson, North Carolina, London 2003, ISBN 0-7864-1026-4, S. 364.</ref>

Als Rosemary Kennedy 2005 im Alter von 86 Jahren im Fort Atkinson Memorial Hospital starb, waren ihre noch lebenden Geschwister Eunice Kennedy-Shriver, Patricia, Jean und Edward Kennedy an ihrer Seite.

Literatur

  • John H. Davis: Siegen! Siegen um jeden Preis. Die Kennedys – ihre wahre Geschichte, Zürich 1987.
  • Kate Clifford Larson: Rosemary: The Hidden Kennedy Daughter. Boston: Houghton Mifflin Harcourt, 2015, ISBN 978-0-547-25025-0.
  • Elizabeth Koehler-Pentacoff: The Missing Kennedy: Rosemary Kennedy and the Secret Bonds of Four Women. Bancroft Press, Baltimore 2015, ISBN 978-1-61088-174-6.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein