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Morten Messerschmidt

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Morten Messerschmidt (2026)
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Morten Messerschmidt (* 13. November 1980 in Frederikssund) ist ein dänischer Politiker der Dansk Folkeparti. Von 2005 bis 2009 und seit 2019 ist er Mitglied des Folketing. Zwischen 2009 und 2019 war er Abgeordneter im Europäischen Parlament. Seit 2022 ist er Vorsitzender seiner Partei.

Beruf

Nach dem Abitur 1999 studierte Messerschmidt Rechtswissenschaft an der Universität Kopenhagen. 2009 bestand er das Examen. Von 2003 bis 2005 arbeitete er für den DF-Europaparlamentarier Mogens Camre.

Politik

Im Jahr 2001 schaltete Messerschmidt gemeinsam mit Kenneth Kristensen Berth und anderen Mitgliedern des DF-Jugendverbands eine Zeitungsanzeige mit dem Slogan „Massenvergewaltigungen, grobe Gewalt, Unsicherheit, Zwangsehen, Unterdrückung von Frauen, Bandenkriminalität – das ist es, was eine multiethnische Gesellschaft uns bietet“. Dafür wurden die Nachwuchspolitiker im Oktober 2002 nach § 266 b des Strafgesetzbuches – der etwa dem deutschen Volksverhetzungstatbestand entspricht – zu 14 Tagen Gefängnis auf Bewährung verurteilt.<ref>Lars Trier Mogensen: Die Vergangenheit holt Messerschmidt ein (dän.) Politiken.dk, 8. Juli 2009, abgerufen am 13. Juli 2012</ref>

Messerschmidt wurde für die Dansk Folkeparti bei der Folketingswahl 2005 erstmals in das dänische Parlament gewählt und erhielt den Posten als europapolitischer Sprecher seiner Fraktion. 2007 konnte er sein persönliches Wahlergebnis erheblich verbessern und wurde mit dem zusätzlichen Posten des energiepolitischen Sprechers beauftragt. Zur Europawahl 2009 trat er als Spitzenkandidat der DF an. Er erzielte das zweitbeste persönliche Wahlergebnis bei dänischen Europawahlen und schloss sich der europaskeptischen Fraktion Europa der Freiheit und der direkten Demokratie (EFD) an. Bei der Europawahl 2014 erhielt er die meisten persönlichen Wählerstimmen, die je ein Kandidat bei dänischen Europawahlen erhalten hat; sie entsprachen einem Stimmanteil von 20,5 Prozent (DF 26,6 Prozent).<ref>Vorläufiges Endergebnis Danmarks Radio, 26. Mai 2014, abgerufen am 30. Juli 2014.</ref> Die von ihm geführte Parlamentsgruppe schloss sich der Fraktion Europäische Konservative und Reformer (EKR) an.

Von 2005 bis 2009 gehörte er der Parlamentarischen Versammlung des Europarats an. Von 2019 bis 2022 war er dort stellvertretendes Mitglied.<ref>MESSERSCHMIDT, MORTEN. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 20. Juni 2025; abgerufen am 8. November 2025.</ref>

Als Vorsitzender der europäischen Partei MELD musste er im Oktober 2015 rund 150.000 Euro missbräuchlich verwendete EU-Zuschüsse zurückzahlen. Wenig später wurde bekannt, dass Messerschmidt im Juli 2015 die Gründung einer weiteren europäischen Partei begonnen hatte („Alternative for Europe“), für die auch bereits EU-Gelder beantragt worden waren; am 28. Oktober 2015 zog sich die DF offiziell aus dem Projekt zurück.<ref>Messerschmidt stiftede nyt europæisk parti (dän.) Danmarks Radio, 28. Oktober 2015.</ref>

Zur Folketingswahl 2019 kehrte Messerschmidt in die nationale Politik zurück und trat im Nordsjællands Storkreds an. Er zählte zu den stimmenstärksten Kandidaten seiner Partei und erhielt somit wieder ein Folketingsmandat. In der Folketingsgruppe der Dansk Folkeparti war er EU- und Europaratssprecher als auch Sprecher für Energie und Klima. Von 2020 bis 2022 übernahm er auch die Sprecherschaft im Bereich Kultur und war stellvertretender Vorsitzender der Dansk Folkeparti. Im Januar 2022 setzte er sich auf dem Parteitag der Dansk Folkeparti gegen zwei Mitbewerber durch und wurde als Nachfolger von Kristian Thulesen Dahl zum Parteivorsitzenden gewählt.<ref>Morten Messerschmidt bliver ny formand for Dansk Folkeparti. In: altinget.dk. 23. Januar 2022, abgerufen am 13. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Bei der Folketingswahl 2022 sackte die Partei unter seiner Führung auf nur noch 2,6 % der Stimmen ab und war somit nur noch mit fünf Abgeordneten vertreten. Messerschmidt fungierte als Politischer Sprecher der Folketingsgruppe und war zudem anfangs umweltpolitischer Sprecher und Sprecher für Klima, Energie und Versorgung. Ab 2024 war er stattdessen Sprecher für Kirchenangelegenheiten, ab 2025 auch außenpolitischer Sprecher. Nach der Folketingswahl 2026 konnte die Dansk Folkeparti 16 Abgeordnete verzeichnen und war damit fünftgrößte Partei. Messerschmidt bestimmte sich anschließend selber zum Vertreter der Partei im Präsidium des Folketings.<ref>Aldrig set før: Messerschmidt vil give sig selv central post i Folketinget. In: dr.dk. 12. April 2026, abgerufen am 24. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Politische Positionen

Messerschmidt vertritt EU-kritische Positionen. Er hat mehrfach die Abschaffung des Europaparlaments gefordert und möchte alle Kompetenzen zurück auf die Nationalstaaten übertragen. Kontrollen an den Staatsgrenzen sollen wieder eingeführt werden. Die EU soll weniger Geld aus den nationalen Etats erhalten. Eine EU-Mitgliedschaft der Türkei gelte es zu verhindern.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hauptanliegen (dän.) (Memento vom 9. September 2012 im Internet Archive) Webseite der DF, abgerufen am 13. Juli 2012</ref>

Öffentliches Auftreten

Messerschmidt tritt – im Kontrast zu den ansonsten laxen Kleidungsregeln in der dänischen Politik – ausgesprochen adrett gekleidet auf. Er scheut keine populären Medienformate, um Aufmerksamkeit zu erhalten. 2003 nahm er an Big Brother VIP im dänischen Fernsehen teil; 2008 nahm er mit seiner Frau, der Sängerin Dot Wessmann, eine CD mit Weihnachtsliedern auf.

Am 27. April 2007 berichtete die Tageszeitung B.T., dass Morten Messerschmidt an Hitlers Geburtstag, dem 20. April, im Restaurant Grøften im Tivoli den Hitlergruß gezeigt und nazistische Lieder gesungen habe.<ref>Hitler im Tivoli verherrlicht (dän.) B.T. online, 27. April 2007, abgerufen am 13. Juli 2012</ref> Messerschmidt gab zu, betrunken gewesen zu sein und den ersten Vers der ersten Strophe des Deutschlandliedes gesungen zu haben. Damit Hitler verherrlicht haben zu wollen, bestritt Messerschmidt.<ref>Jakob Sorgenfri Kjær: Messerschmidt bestreitet, den Hitlergruß gezeigt zu haben (dän.) Politiken.dk, 22. Mai 2007, abgerufen am 13. Juli 2012</ref> Um Schaden von seiner Partei abzuwenden, trat er vorübergehend aus Partei und Fraktion aus. Nach zwei Jahren vor dänischen Gerichten wurde Messerschmidt von der Anschuldigung befreit, öffentlich den Hitlergruß gezeigt zu haben.<ref>Messerschmidt siegt gegen B.T. im Nazi-Prozess (dän.) Berlingske online, 26. Februar 2009, abgerufen am 13. Juli 2012</ref>

Weblinks

Commons: Morten Messerschmidt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references/>

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