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Erste Stiftung

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DIE ERSTE österreichische Spar-Casse Privatstiftung
Datei:Erstestiftung Logo RGB.jpg
Rechtsform österreichische Sparkassen-Privatstiftung
Bestehen seit 2003
Stifter hervorgegangen aus der Ersten österreichischen Spar-Casse
Sitz Wien
Zweck gemeinnützig
Vorsitz Wolfgang Schopf (stellvertretender CEO)

Gudrun Egger Martin Wohlmuth<ref>https://www.erstestiftung.org/de/team/</ref>

Stiftungskapital Kernaktionärin der Erste Group
Mitarbeiterzahl circa 30
Website www.erstestiftung.org

DIE ERSTE österreichische Spar-Casse Privatstiftung (kurz: ERSTE Stiftung) ist die größte Sparkassen-Privatstiftung Österreichs. Sie ist im Jahr 2003 aus der Erste Österreichische Spar-Casse Anteilsverwaltungssparkasse hervorgegangen, die wiederum der direkte Rechtsnachfolger der Ersten österreichischen Sparkasse von 1819 war. Als Sparkassen-Privatstiftung ist sie zu gemeinnützigem Handeln verpflichtet und hat zugleich eine besondere Rolle als Kernaktionärin der Erste Group. Mit den Erträgen ihres Aktienbesitzes investiert sie in die gesellschaftliche Entwicklung in Österreich, in Zentral- und Südosteuropa.

Zweck und Ziele der Stiftung

Die Stiftung ist in Zentral- und Südosteuropa aktiv. Gemäß dem gemeinnützigen Sparkassengedanken unterstützt sie soziale Teilhabe und zivilgesellschaftliches Engagement, sie fördert soziale Innovation, zeitgenössische Kultur und die demokratische Zukunft Europas.<ref>http://www.erstestiftung.org/de/publication/erste-stiftung-geschaeftsbericht-2018/</ref>

Thematische Schwerpunkte

  • Finanzielle Gesundheit für alle: Die Stiftung eröffnet jungen und älteren Personen die Möglichkeit, sich im Bereich Finanzen fortzubilden und entwickelt Werkzeuge für jene, die in einer schwierigen finanziellen Lage sind, ihre Handlungsfähigkeit und damit ihre persönliche Freiheit zurückzugewinnen.
  • Erste Stiftung unterstützt diejenigen, die sich für einen Wandel der Gesellschaft zum Besseren engagieren. Sie investiert in die Entwicklung neuer digitaler Methoden, in Weiterbildung und Organisationsentwicklung von NGOs und in den Ausbau von Netzwerken nachhaltiger sozialer Unternehmen. Sie will Menschen stärken, die den sozialen Herausforderungen unserer Zeit aktiv begegnen.
  • Freiräume für zeitgenössische Kultur: Die Stiftung versteht Kultur als einen festen Bestandteil ihrer Identität. Der Kulturschwerpunkt der ERSTE Stiftung liegt bei bildender Kunst der Gegenwart und Unterstützung von Kunst- und Kulturschaffenden, die sich differenziert mit kritischen, gesellschaftlichen Entwicklungen auseinandersetzen. Die Vermittlung dieser Positionen an Akteure der Zivilgesellschaft ist ein weiteres Anliegen.
  • Für ein demokratisches Europa: Die Stiftung will das Bewusstsein für aktuelle Themen schärfen und mündigen, aktiven Bürgern Europas Wissen zur Verfügung stellen, indem sie Netzwerke zwischen den besten Köpfen und politischen Entscheidungsträgern herstellt, Qualitätsjournalismus für eine informierte Öffentlichkeit fördert und die Debatte über ein widerstandsfähiges, demokratisches, vereintes Europa mitgestaltet.

Langfristige Projekte (Auswahl)

Igor Zabel Award for Culture and Theory

Seit 2008 vergibt die Stiftung den Igor Zabel Award for Culture and Theory, der alle zwei Jahre an Kunsthistoriker und Theoretiker aus Zentral- und Osteuropa verliehen wird. Ausgezeichnet wird eine bedeutende Persönlichkeit des kulturellen Lebens, deren Werk dazu beigetragen hat, dass die visuelle Kultur in Zentral- und Südosteuropa und das Wissen über sie international bekannter geworden ist. Der Preisträger wird von einem internationalen Expertenkomitee ausgewählt. Benannt ist der Preis nach dem slowenischen Kurator, Kunstkritiker und Autor Igor Zabel (1958–2005), der als Chefkurator der Moderna galerija in Ljubljana als einer der ersten kulturelle Verbindungen zwischen Ost- und Westeuropa hergestellt hatte.

Preisträger:

Mitarbeit in internationalen Stiftungskooperationen

Die ERSTE Stiftung ist an mehreren sektorübergreifenden Gemeinschaftsprojekten und -fonds beteiligt:

Tipping Point Magazin

Seit 2018 publiziert die ERSTE Stiftung ein zweisprachiges (Englisch/Deutsch) Online-Magazin mit Originalbeiträgen (Text, Bild, Video, Podcast) sowie mit aus zentral- und osteuropäischen Sprachen übersetzten Artikeln aus renommierten Medien der Region (u. a. Dennik N, Political Critique, Gazeta Wyborcza). Das Magazin versteht sich als Sprachrohr der Zivilgesellschaft in Zentral- und Osteuropa.<ref>http://www.erstestiftung.org/de/magazin/</ref>

Geschichte

Die Anfänge der Stiftung liegen im 19. Jahrhundert. Im Jahr 1819 wurde die Erste österreichische Spar-Casse gegründet.<ref>C. Rapp, N. Rapp-Wimberger: Arbeite, Sammle, Vermehre. Von der ersten Oesterreichischen Spar-Casse zur Erste Bank. Christian Brandstätter Verlag, Wien 2005, ISBN 3-85498-404-9, S. 7 ff.</ref> Aus Anlass des geänderten österreichischen Sparkassengesetzes erfolgte 1993 die Trennung der Ersten österreichischen Spar-Casse in eine operative Bank (Erste Bank AG) und einen Eigner (DIE ERSTE österreichische Spar-Casse Anteilsverwaltungssparkasse, kurz: AVS). 1997 wurde die AVS durch den Börsengang der inzwischen mit der GiroCredit Bank fusionierten Erste Bank zum Hauptaktionär des nunmehr dauerhaft börsennotierten Unternehmens. 2003 kam es zur formalen Umwandlung der AVS in DIE ERSTE österreichische Spar-Casse Privatstiftung, kurz: ERSTE Stiftung, 2 Jahre später nahm diese ihre operative Arbeit als gemeinnützig tätige Stiftung auf.

Organisation

Die Stiftung ist eine Sparkassen-Privatstiftung nach dem österreichischen Sparkassengesetz.

Gremien

Organe der Stiftung sind der Vorstand, der Aufsichtsrat und der Verein. Der seit 1819 bestehende private Sparkassenverein mit über 100 Mitgliedern entsendet die Mitglieder des Aufsichtsrates und designiert dessen Präsidenten. Der Aufsichtsrat ernennt die Mitglieder des Stiftungsvorstandes und kontrolliert die Geschäftsführung. Der Vorstand führt die Geschäfte und beschließt die Projekte.

Mitglieder des Aufsichtsrates

  • Andreas Treichl (Aufsichtsratsvorsitzender)
  • Manfred Wimmer (Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender)
  • Bettina Breiteneder
  • Eva Höltl
  • Johanna Mair
  • Barbara Pichler
  • Philipp Thurn und Taxis
  • Markus Trauttmansdorff
  • Kurt Zangerle

Mitglieder des Vorstandes

  • Wolfgang Schopf (stv. CEO)
  • Gudrun Egger
  • Martin Wohlmuth

Mitarbeiter, Budget und Projekte

Die Stiftung beschäftigte im Jahr 2023 rund 30 Mitarbeiter. Seit 2005 wurden über 2.200 Projekte umgesetzt oder unterstützt. Gesamtausgaben der ERSTE Stiftung für Projekte im Zeitraum von 2005 bis 2023 betrug mehr als EUR 148 Mio.<ref>siehe Geschäftsberichte und Datenblatt auf der Website: http://www.erstestiftung.org/inside-the-foundation/facts-figures/</ref>

Mitgliedschaften in Verbänden

Die Stiftung ist Mitglied in folgenden nationalen und internationalen Dachorganisationen:

Bibliothek

Die im Jahr 2007 gegründete ERSTE Stiftung-Bibliothek fördert Wissen durch den Aufbau von Sammlungen und den freien Zugang zu Medien und Informationsressourcen, die die Themenfelder und Aufgaben der ERSTE Stiftung unterstützen und widerspiegeln. Der Medienbestand umfasst etwa 12.000 Medieneinheiten. Inhaltliche Schwerpunkte bilden zeitgenössische Kunst- und Medientheorie, Architektur und Städtebau, Mediengeschichte, Kulturtheorie und -politik, Feminismus, Gender und Queer-Theorie, Minderheiten- und Migrationsfragen, Roma-Studien, ökonomische und politische Entwicklungen, Social Banking, Finanzwissen, Stiftungswesen und Philanthropie, demografische Studien, Migration, Bildung, Informationskompetenz, Neue Medien und Journalismus, Gedächtnis und Erinnerung. Geografisch konzentriert sich die Sammlungstätigkeit auf Zentral- und Südosteuropa einschließlich Österreich. Die Bibliothek ist öffentlich zugänglich und kostenfrei nutzbar.

Weblinks

Einzelnachweise und Anmerkungen

<references />