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Spitzbergenvertrag

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Datei:Deutsches Reichsgesetzblatt 25T2 037 0763.jpg
Gesetz über den Beitritt Deutschlands zum Spitzbergenvertrag vom 24. Juli 1925
Datei:Sv-map-de.png
Karte Spitzbergens
Datei:Svalbard signatories.png
Staaten, die den Spitzbergenvertrag unterzeichnet haben

Durch den am 9. Februar 1920 in Paris unterzeichneten Spitzbergenvertrag ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) erhielt Norwegen die Souveränität über den Archipel Spitzbergen inklusive aller Inseln und Felsen zwischen 74 und 81 Grad nördlicher Breite sowie zwischen 10 und 35 Grad östlicher Länge. Das umfasst Hopen, etwa 100 km südöstlich der Insel Spitzbergen, die rund 240 km südlich von Spitzbergen liegende Bäreninsel (Bjørnøya) sowie die etwa 100 km nordöstlich von Nordostland (Nordaustlandet) in der Barentssee gelegene Insel Kvitøya. Der Vertrag trat am 14. August 1925 in Kraft.

Hintergrund

Der bis dahin unbewohnte Archipel wurde 1596 von dem Niederländer Willem Barents entdeckt. In der Folgezeit war Spitzbergen ein staatenloses Gebiet, in dem Menschen unterschiedlicher Nationalitäten insbesondere in den Bereichen Fischerei, Walfang, Bergbau, Forschung und später Tourismus wirtschafteten. Wegen der Staatenlosigkeit war das Gebiet lange Zeit nicht durch Gesetze und andere Ordnungsvorschriften reguliert. So kam es in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts zu Konflikten hinsichtlich des Walfangs zwischen England, den Niederlanden und Dänemark-Norwegen. Funde von Bodenschätzen zu Beginn des 20. Jahrhunderts verursachten anhaltende Konflikte zwischen Minenarbeitern und Minenbesitzern, was das Erfordernis einer staatlichen Autorität weckte.

Mit dem Spitzbergenvertrag sollte die Entwicklung und friedliche Nutzung Spitzbergens sichergestellt werden. Norwegen ist durch den Vertrag verpflichtet zu gewährleisten, dass Bürger und Unternehmen aller Staaten, die den Spitzbergenvertrag unterzeichnet haben, auf den Inseln Spitzbergens gleichberechtigt wirtschaftlich tätig sein dürfen. Die Fischereirechte innerhalb der 200-Meilen-Zone werden von Norwegen beansprucht. Dem widerspricht vor allem Russland, aber auch die Europäische Union und Island sind der Ansicht, dass der Spitzbergenvertrag auch außerhalb der Hoheitsgewässer und auf dem Festlandsockel gilt.<ref>Ragnhild Grønning: Op-Ed: Need debate on the Svalbard Treaty. In: High North News, 10. November 2017 (letzte Änderung: 24. Oktober 2018), abgerufen am 30. November 2019 (englisch).</ref>

Vertragsinhalt

Nach Artikel 8 des Spitzbergenvertrags müssen Einkommen durch Steuern auf den Inseln verbleiben, was zur Folge hat, dass die Steuersätze niedrig sind.

Spitzbergen ist eine entmilitarisierte Zone, sodass kein Vertragsstaat dauerhaft Militär auf der Insel stationieren darf. Die Insel wurde in den 1950er Jahren durch die norwegische Regierung zum neutralen Gebiet erklärt, wobei es jedoch der NATO erlaubt ist, einzugreifen, sollte die Entmilitarisierung in irgendeiner Form verletzt werden. Die Wahrung der norwegischen Hoheit über Spitzbergen wird von der Norwegischen Küstenwache kontrolliert, die ein Teil der Norwegischen Seestreitkräfte ist.

Der Spitzbergenvertrag garantiert allen Bürgern der Vertragsstaaten gleiche Rechte auf Arbeit, Handel und Schifffahrt im Gebiet Spitzbergens. Das heißt insbesondere, dass dort jeder Bürger eines Vertragsstaates ohne weitere Bedingungen eine Arbeit annehmen oder eine Firma eröffnen kann. Das erklärt auch den relativ hohen Anteil von Bewohnern nicht-norwegischer Nationalität in Spitzbergen. In Longyearbyen und Ny-Ålesund erreicht sie 23 %. Insgesamt den größten Anteil an Ausländern stellt neben Russland – dessen Bewohner hauptsächlich in der Bergarbeitersiedlung Barentsburg leben – Thailand,<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Einwohnerstatistik Svalbards 2015.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 6. Juni 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> das allerdings kein Vertragsstaat des Spitzbergenvertrags ist. Die Ein- und Ausfuhr von Waren in die jeweiligen Länder darf durch Norwegen nicht weiter eingeschränkt werden, als es das für seine eigenen Bürger auch tut. Dadurch gilt Spitzbergen heute als Zollfreigebiet. Auch Reisende auf das norwegische Festland müssen dort bei der Einreise Waren gegebenenfalls verzollen.

Vertragsstaaten

Die ursprünglichen Unterzeichnerstaaten neben Norwegen waren Dänemark, Frankreich, Italien, Japan, die Niederlande, Schweden, die Vereinigten Staaten von Amerika und das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Irland (das den Vertrag ebenso für die Dominions Australien, Kanada, Neuseeland, Südafrika sowie für Britisch-Indien unterzeichnete). Während Deutschland und die Schweiz bereits wenige Monate nach den ursprünglichen Unterzeichnerstaaten beigetreten sind, folgte Österreich erst 1930.

Die Vertragsstaaten umfassen (einschließlich nicht mehr existierender Staaten):<ref>Text des Spitzbergenvertrags</ref><ref>Detailansicht Staatsvertrag auf www.eda.admin.ch, abgerufen am 11. November 2016.</ref>

Vertragsstaat Datum des Inkrafttretens des Vertrages Bemerkung
Afghanistan Emirat 1921Datei:Flag of Afghanistan (1921-1928).svg Afghanistan 23. November 1925
Agypten 1922Datei:Flag of Egypt (1922–1953).svg Ägypten 13. September 1925
Albanien 1928Datei:Flag Kingdom Of Albania.svg Albanien 29. April 1930
ArgentinienDatei:Flag of Argentina.svg Argentinien 6. Mai 1927
AustralienDatei:Flag of Australia (converted).svg Australien 14. August 1925
BelgienDatei:Flag of Belgium (civil).svg Belgien 14. August 1925
Bulgarien 1908Datei:Flag of Bulgaria.svg Bulgarien 20. Oktober 1925
ChileDatei:Flag of Chile.svg Chile 17. Dezember 1928
Republik China 1912–1949Datei:Flag of the Republic of China (1912-1928).svg Republik China 14. August 1925
DanemarkDatei:Flag of Denmark.svg Dänemark 14. August 1925
Deutsches ReichDatei:Flag of Germany (3-2).svg Deutschland 16. November 1925
Deutschland Demokratische Republik 1949Datei:Flag of East Germany.svg DDR 7. August 1974
Dominikanische RepublikDatei:Flag of the Dominican Republic.svg Dominikanische Republik 3. Februar 1927
EstlandDatei:Flag of Estonia.svg Estland 7. April 1930
FinnlandDatei:Flag of Finland icon.svg Finnland 14. August 1925
Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Frankreich 14. August 1925
Zweite Hellenische RepublikDatei:Flag of Greece (1822-1978).svg Griechenland 21. Oktober 1925
Britisch-IndienDatei:British Raj Red Ensign.svg Indien 14. August 1925
Irland 1922Datei:Flag of Ireland.svg Irland 14. August 1925
IslandDatei:Flag of Iceland.svg Island 31. Mai 1994
Italien 1861Datei:Flag of Italy (1861-1946).svg Königreich Italien 14. August 1925
Japan 1870Japan Japan 14. August 1925
Jugoslawien Konigreich 1918Datei:Flag of Yugoslavia (1918–1943).svg Königreich Jugoslawien 14. August 1925 Vertrag wurde von den Nachfolgestaaten bisher nicht bestätigt
Kanada 1921Datei:Canadian Red Ensign (1921-1957).svg Kanada 14. August 1925
Korea NordDatei:Flag of North Korea.svg Korea, Nord- 16. März 2016
Korea SudDatei:Flag of South Korea.svg Korea, Süd- 7. September 2012
LettlandDatei:Flag of Latvia.svg Lettland 13. Juni 2016
LitauenDatei:Flag of Lithuania.svg Litauen 17. Januar 2013
MonacoDatei:Flag of Monaco.svg Monaco 14. August 1925
NeuseelandDatei:Flag of New Zealand.svg Neuseeland 14. August 1925
NiederlandeDatei:Flag of the Netherlands.svg Niederlande 14. August 1925
NorwegenDatei:Flag of Norway.svg Norwegen 14. August 1925
OsterreichDatei:Flag of Austria.svg Österreich 12. März 1930
Polen 1928Datei:Flag of Poland (1928-1980).svg Polen 2. September 1931
PortugalDatei:Flag of Portugal.svg Portugal 24. Oktober 1927
Rumänien KonigreichDatei:Flag of Romania.svg Rumänien 14. August 1925
Russland 1991Datei:Flag of Russia (1991-1993).svg Russland 21. Dezember 1991 als Rechtsnachfolger der Sowjetunion ab ihrer Auflösung
Vorlage:NJD 14. August 1925 als Vorgängerstaat Saudi-Arabiens
SchwedenDatei:Flag of Sweden.svg Schweden 14. August 1925
SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz 14. August 1925
SerbienDatei:Flag of Serbia.svg Serbien 5. September 2022 Weitergeltung
SlowakeiDatei:Flag of Slovakia.svg Slowakei 1. Januar 1993 als Rechtsnachfolger der Tschechoslowakei ab ihrer Auflösung
Sowjetunion 1923Datei:Flag of the Soviet Union (1936–1955).svg Sowjetunion 7. Mai 1935
Spanien 1875Datei:Flag of Spain (1785-1873 and 1875-1931).svg Spanien 12. November 1925
Sudafrika 1928Datei:Flag of South Africa (1928-1982).svg Südafrika 14. August 1925
TschechienDatei:Flag of the Czech Republic.svg Tschechien 1. Januar 1993 als Rechtsnachfolger der Tschechoslowakei ab ihrer Auflösung
TurkeiDatei:Flag of Turkey.svg Türkei 11. April 2024
Tschechoslowakei 1920Datei:Flag of the Czech Republic.svg Tschechoslowakei 9. Juni 1930
Ungarn 1918Datei:Flag of Hungary (1915-1918, 1919-1946).svg Ungarn 29. Oktober 1927
Venezuela 1905Datei:Flag of Venezuela (1905-1930).svg Venezuela 8. Februar 1928
Vereinigtes KonigreichDatei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich 9. Juni 1930
Vereinigte Staaten 48Datei:Flag of the United States (1912-1959).svg Vereinigte Staaten 14. August 1925

Weblinks

Einzelnachweise

<references/>