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Matthias Glaubrecht

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Datei:Matthias Glaubrecht am Potomac River 03.jpg
Matthias Glaubrecht (2020)

Joachim Matthias Glaubrecht (* 8. Oktober 1962 in Hamburg) ist ein deutscher Evolutionsbiologe, Biosystematiker, Wissenschaftshistoriker<ref>Kiepenheuer & Witsch Verlag: Matthias Glaubrecht. Abgerufen am 28. April 2024.</ref> und Buchautor. Er war von 2014 bis 2021 Direktor des Centrums für Naturkunde in Hamburg.<ref name="Naturkundemuseum">Neues Naturkundemuseum in Hamburg: Präsidium der Universität Hamburg beschließt Gründung eines Centrums für Naturkunde. In: wissenschaftliche-sammlungen.de. 22. Oktober 2014, abgerufen am 16. Mai 2023.</ref> Seit Juni 2021 baut er als Wissenschaftlicher Projektleiter „Evolutioneum“ für das Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels das Naturkundemuseum in Hamburg auf.<ref>Auf dem Weg zum Evolutioneum. leibniz-lib.de, abgerufen am 25. März 2025.</ref>

Leben und Wirken

Glaubrecht studierte Biologie an der Universität Hamburg, wo er 1990 sein Diplom erlangte und 1994 promoviert wurde. Von 1994 bis 1995 arbeitete er dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Gastwissenschaftler am Zoologischen Institut. In der Zeit von 1996 bis 1997 war Glaubrecht zudem als Visiting Research Fellow zu Gast am Australian Museum in Sydney.<ref>Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels: Prof. Dr. Matthias Glaubrecht. In: Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels. Abgerufen am 25. März 2025.</ref> Von 1997 bis 2014 war er Mitarbeiter des Naturkundemuseums Berlin und dort Kurator der Mollusken-Sammlung. Zwischen 2006 und 2009 war Glaubrecht Leiter der Forschungsabteilung des Museums und Mitglied der Leitung des Museums. Im Jahr 2011 habilitierte er sich an der Humboldt-Universität Berlin. Im Jahr 2014 wurde Matthias Glaubrecht zum Direktor des Centrums für Naturkunde in Hamburg (seit 2021 Museum der Natur) ernannt<ref name="Naturkundemuseum" />, wo er auch an der Konzeption von diversen Ausstellungen mitwirkte<ref>Glaubrecht, Matthias. Abgerufen am 25. März 2025.</ref>. Seit 2014 ist er zudem Professor für Biodiversität der Tiere an der Universität Hamburg. Er forscht über evolutionäre Systematik, historische Biogeographie, Morphologie und Wissenschaftsgeschichte der Biologie.

Nach der Zusammenlegung des Museum Koenig in Bonn und des Centrum für Naturkunde Hamburg im Leibnitz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels im Jahr 2021 wurde Glaubrecht zum Wissenschaftlichen Projektleiter für den Bau eines neuen Naturkundemuseums in der Hamburger Hafencity, dem „Evolutioneum“, ernannt.<ref>Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels: Vom Naturhistorischen Museum zum Evolutioneum. In: https://hamburg.leibniz-lib.de/. Abgerufen am 25. März 2025.</ref>

Glaubrecht war als Wissenschaftspublizist unter anderem für die Zeitungen und Zeitschriften Zeit,<ref>Matthias Glaubrecht. In: Zeit Online. Abgerufen am 16. Mai 2023.</ref> Die Welt und die Frankfurter Allgemeine Zeitung tätig.<ref>Matthias Glaubrecht. In: Perlentaucher. Abgerufen am 16. Mai 2023.</ref><ref>Evolutionsbiologie at the University of Konstanz: Glaubrecht. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 6. Januar 2013; abgerufen am 15. Mai 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels: Biodiversität der Tiere, Hamburg. Abgerufen am 25. März 2025.</ref> Er schrieb außerdem für die Magazine Geo, P.M. und Spektrum der Wissenschaft, trat als Experte in Rundfunk und Fernsehen auf, zum Beispiel in Sendungen wie NDR Info (NDR) oder „Terra X“ (ZDF), und hat mehrere populärwissenschaftliche Bücher zu den Themen Artensterben, Biodiversität und Wissenschaftsgeschichte verfasst.<ref>Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels: Biodiversität der Tiere, Hamburg. Abgerufen am 25. März 2025.</ref> Darüber hinaus hält er regelmäßig öffentliche Vorträge.

In seinem Buch Das Ende der Evolution<ref>Das Ende der Evolution. In: https://www.penguin.de/. Abgerufen am 31. März 2025.</ref> befasst er sich ausführlich mit dem Artenschwund seit dem Aussterben der Dinosaurier.<ref>SWR1 Leute nach Datum. In: swr.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 16. Juni 2020; abgerufen am 15. Mai 2020.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.swr.de</ref> Mit der aktuellen Zerstörung der Lebensgrundlage vieler großer Säugetiere und dem globalen Vogel- und Insektensterben wird auch die Existenz der Menschen gefährdet. Glaubrecht warnt: „Wir verlieren wahrscheinlich vor allen Dingen uns selber, einen Großteil der Menschheit. Es wird das Ende der Evolution sein mit den Tieren und Pflanzen und die belebte Welt, wie wir sie kennen.“<ref name="Ende">Dieter Kassel: Evolutionsbiologe über die Zukunft der Erde – Das Ende der Welt ist näher, als gedacht: Matthias Glaubrecht im Gespräch. (mp3-Audio; 8,5 MB; 9:18 Minuten) In: Deutschlandfunk-Kultur-Sendung „Studio 9“. 2. Dezember 2019, abgerufen am 16. Mai 2023 (html).</ref> Eine geraffte englischsprachige Zusammenfassung von Glaubrechts Hauptthesen im "Spiegel"-Bestseller Das Ende der Evolution, die er zuvor anlässlich eines Symposiums im August 2022 in Oslo auf Einladung der Norwegian Academy of Science and Letters in einem Vortrag vorgestellt hatte, gehörte bis Februar 2025 zu den zehn am häufigsten heruntergeladenen Artikeln der Fachzeitschrift "Zoologica Scripta" aus den beiden Jahrgängen 2023 (issues 52) und 2024 (issues 53). Der Artikel ‘On the end of evolution – Humankind and the annihilation of species’ ist Teil einer virtuellen Ausgabe des Journals.<ref>Abrufbar über die Webseite unter: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/toc/10.1111/(ISSN)1463-6409.top-accessed-2023-2024</ref>

In seinem neusten Buch, Das stille Sterben der Natur – Wie wir die Artenvielfalt und uns selbst retten (April 2025)<ref>Das stille Sterben der Natur. In: https://www.penguin.de/. Abgerufen am 31. März 2025.</ref> beschreibt er Gründe, warum die Krise der Biodiversität zu wenig wahr- und zu wenig ernst genommen würde: Der Fokus läge zu sehr auf dem Klimawandel, hinzu kämen das Versagen des klassischen Naturschutzes sowie eine oft verfehlte Wissenschaftspolitik, die ökologische und biosystematische Forschung zu wenig fördere.<ref>Sachbuchautor Matthias Glaubrecht: „Artensterben ist, als ob ein Kleinkind mit der Delete-Taste spielt … erst sind nur ein paar Urlaubsfotos weg. Dann die Systemdatei.“ In: www.ardaudiothek.de. 28. April 2025, abgerufen am 2. Mai 2025.</ref><ref>Naturschutz „Mit Millionenaufwand einzelne Arten zu retten, ist der größte Unfug“. In: www.sueddeutsche.de. 29. April 2025, abgerufen am 2. Mai 2025.</ref>

Preise und Auszeichnungen

Tätigkeit in Gremien

Herausgebertätigkeit

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Das stille Sterben der Natur – Wie wir die Artenvielfalt und uns selbst retten. Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, München 2025, ISBN 978-3-570-10572-6.<ref>Saarländischer Rundfunk: Matthias Glaubrecht: Das stille Sterben der Natur. Wie wir die Artenvielfalt und uns selbst retten. 27. April 2025, abgerufen am 18. Juni 2025.</ref>
  • Dichter, Naturkundler, Welterforscher. Adelbert von Chamisso und die Suche nach der Nordostpassage. Galiani, Berlin 2023, ISBN 978-3-86971-224-6.
  • Die Rache des Pangolin. Wild gewordene Pandemien und der Schutz der Artenvielfalt. Ullstein, Berlin 2022, ISBN 978-3-550-20141-7.
  • Adelbert von Chamisso: Die Tagebücher der Weltreise 1815–1818: Edition der handschriftlichen Bücher aus dem Nachlass. Hrsg. von Matthias Glaubrecht u. a. V&R Unipress, Göttingen, 2019, ISBN 978-3-8470-1096-8.<ref>Joachim Scholl: Matthias Glaubrecht – Erforschung der Nordostpassage: Der reisende Dichter Adelbert von Chamisso. (mp3-Audio; 14,7 MB; 16:09 Minuten) In: Deutschlandradio-Kultur-Sendung „Lesart“. 16. Mai 2023, abgerufen am 16. Mai 2023.</ref>
  • Das Ende der Evolution. Der Mensch und die Vernichtung der Arten. Bertelsmann, München 2019, ISBN 978-3-570-10241-1.<ref name="Ende" />
  • Abenteuer am Amazonas und am Rio Negro. Alfred Russel Wallace. Galiani, Berlin 2014, ISBN 978-3-86971-085-3.
  • Am Ende des Archipels. Alfred Russel Wallace. Verlag Galiani, Berlin 2013, ISBN 978-3-86971-070-9.
  • mit Harald Schneider (Hrsg.): Evolution in action: case studies in adaptive radiation, speciation and the origin of biodiversity. Springer, Berlin, Heidelberg 2010, ISBN 978-3-642-12424-2.
  • Es ist, als ob man einen Mord gesteht. Ein Tag im Leben des Charles Darwin. Ein biografisches Porträt. Herder, Freiburg, Basel, Wien 2009, ISBN 978-3-451-29874-5.
  • Seitensprünge der Evolution. Machos und andere Mysterien der Biologie. Hirzel, Stuttgart 2005, ISBN 3-7776-1378-9.
  • Die ganze Welt ist eine Insel. Beobachtungen eines Evolutionsbiologen. Hirzel, Stuttgart, Leipzig 2002, ISBN 3-7776-1116-6.
  • Der lange Atem der Schöpfung. Rasch und Röhring, Hamburg 1995, ISBN 3-89136-547-0.
Essayistisches Nachwort

Videointerviews und -vorträge

Weblinks

Commons: Matthias Glaubrecht – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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