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Wilhelm Lambrecht

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Datei:Wilh lambrecht.jpg
Wilhelm Lambrecht

Wilhelm Lambrecht (* 25. Juli 1833 in Wolbrechtshausen<ref>Gerd Tamke, Rainer Driever: Göttinger Straßennamen. 3. neu überarbeitete, wesentlich erweiterte Auflage, Göttingen 2012 (= Veröffentlichung des Stadtarchivs Göttingen, 2) Digitalisat (PDF) auf stadtarchiv.goettingen.de, abgerufen am 27. Juli 2023]; im Internet ohne Seitenzählung, PDF-Seite 217 f., Kapitel „Wilhelm-Lambrecht-Straße“. – Der Artikel in der Neuen Deutschen Biographie von 1982 gibt irrtümlich das über ein Jahr spätere Geburtsdatum „3. August 1834“ an.</ref>; † 17. Juni 1904 in Göttingen) war ein deutscher Mechaniker und Unternehmer im Bereich der meteorologischen Messtechnik.

Leben und Wirken

Datei:Göttingen Stadtfriedhof Grab Wilhelm Lambrecht.jpg
Grab Wilhelm Lambrechts auf dem Göttinger Stadtfriedhof

Nach seinem Schulabschluss absolvierte Lambrecht eine fünfjährige Lehre als Mechaniker in der Mechanischen Werkstatt von Ferdinand Dannert in Einbeck.<ref name=":0">E. M.: Wilhelm Lambrecht. In: Illustrierte Zeitung, 25. Juli 1903 (Digitalisat des Zeitungsartikels zum 70. Geburtstag auf picclick.de, abgerufen am 27. Juli 2023).</ref> Bereits in dieser Zeit interessierte er sich für den Bau von Messinstrumenten. Auf die Ausbildung folgte eine mehrjährige Gesellenwanderung, die ihn zuerst nach Paris und anschließend nach Berlin zu Siemens & Halske führte.<ref name=":0" /> 1859 gründete er in Einbeck eine Werkstatt, die er 1864 nach Göttingen verlagerte. Dort trat er in Kontakt mit mehreren bekannten Göttinger Naturwissenschaftlern wie Friedrich Wöhler, Wilhelm Eduard Weber und Wilhelm Klinkerfues.

In Zusammenarbeit mit Klinkerfues erfand er einen Zünder für Gaslaternen. Als die Vermarktung desselben aufgrund der schweren Börsenkrise von 1873 fehlschlug,<ref name="Wetterfreunde" /> wandte Lambrecht sich wieder den Messinstrumenten, insbesondere im meteorologischen Bereich zu.<ref name="NDB" /> Hierbei entwickelte er ein zuerst von Klinkerfues entworfenes Haarhygrometer weiter. Nach einem Streit trennten sich die beiden und Lambrecht produzierte von nun an eigene Messgeräte, die der Wetterbeobachtung und -prognose dienten, so beispielsweise Regenmesser, Anemometer (Windmessgeräte), Hygrometer (Luftfeuchtigkeitsmessgeräte), selbstregistrierende Thermometer, Höhenmesser und Apparate zur täglichen Registrierung des Sonnenscheins her.<ref>Rudolf Engelhardt: Wilhelm Lambrecht – ein Pionier der Göttinger Mechanik. In: Göttinger Monatsblätter (Beilage zum Göttinger Tageblatt), Ausgabe September 1976, S. 12 f.</ref> Dabei gelangen ihm ab 1873 die Entwicklung eines Taupunktspiegelhygrometers, eines Polymeters, eines Aspirations-Psychrometers und mehrerer Wettertelegrafen. Seine meteorologischen Produkte waren auch im Hausgebrauch (Tischhygrometer) weit verbreitet und fanden in den von ihm ebenfalls vertriebenen, schmucken Wettersäulen als Stadtmöbel in vielen großen Städten und Kurorten Verwendung. Sie wurden von Künstlern und Architekten wie Hans Grisebach<ref>Otto Behrendsen: Die mechanischen Werkstätten der Stadt Göttingen. Ihre Geschichte und ihre gegenwärtige Einrichtung. Denkschrift hrsg. bei Gelegenheit der im Jahre 1900 zu Paris stattfindenden Weltausstellung von den vereinigten Mechanikern Göttingens. F. E. Haag, Melle in Hannover 1900, S. 85 f. mit Abbildung des Modells „Gauss-Weber“.</ref> entworfen und sind vereinzelt bis heute erhalten.<ref>Paul Bächtiger: Historische Wettersäulen. In: baechtigerhorgen.ch. Abgerufen am 29. Juli 2023.</ref>

Neben der Entwicklung meteorologischer Messinstrumente entwickelte Lambrecht auch eine Bauart des Minimumthermometers zur medizinischen Verwendung.<ref name="NDB" />

Wilhelm Lambrecht starb nach längerer Krankheit<ref name=":0" /> 1904 im 71. Lebensjahr; sein Grabmal befindet sich auf dem alten Göttinger Stadtfriedhof an der Kasseler Landstraße.

Das von Wilhelm Lambrecht gegründete und nach ihm benannte Unternehmen existiert bis heute in Göttingen.<ref>Lambrecht meteo GmbH. In: lambrecht.net. Abgerufen am 27. Juli 2023 (ohne Informationen zu Wilhelm Lambrecht und zur Firmengeschichte).</ref> Seit 1964 ist eine Straße im Industriegebiet der Göttinger Weststadt nach ihm benannt.<ref>Gerd Tamke, Rainer Driever: Göttinger Straßennamen. 3. neu überarbeitete, wesentlich erweiterte Auflage, Göttingen 2012 (= Veröffentlichung des Stadtarchivs Göttingen, 2) Digitalisat (PDF) auf stadtarchiv.goettingen.de, abgerufen am 27. Juli 2023]; im Internet ohne Seitenzählung, PDF-Seite 217 f., Kapitel „Wilhelm-Lambrecht-Straße“.</ref>

Schriften

  • Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.(mit Wilhelm Klinkerfues): Kurze Beschreibung und Anleitung zum Gebrauch des Klinkerfues’schen Patent-Hygrometers für praktische Meteorologie und Freunde der Naturwissenschaft, construirt und fabricirt von Wilh. Lambrecht. Hofer, Göttingen 1877.
  • Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Ein Nimbus und sein Werth oder Klinkerfues und sein Wettercompass. Antwort auf fortgesetzte Herausforderungen. Spielmeyer, Göttingen 1881.
  • Wo und wie soll man Wettersäulen bauen. Eine Mahnung an Kur- und Städteverwaltungen, Verschönerungsvereine, Vereine zur Hebung des Fremdenverkehrs sowie ein Wink für Gönner der Wissenschaft. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1895.
  • Lambrecht's Polymeter. Eine Wetterwarte im Kleinen, die keine Vorkenntnisse erfordert. 35. verb. Auflage, 1903

Literatur

(chronologisch)

  • Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Wilhelm Klinkerfues: Für meine Freunde! Vertheidigung gegen einen mir von meinem bisherigen Fabrikanten W. Lambrecht gemachten Vorwurf eines in Wettersachen an seinem geistigen Eigenthum begangenen Diebstahls. Göttingen 1880. (Nachdruck in: Wilhelm Lambrecht: Ein Nimbus und sein Werth oder Klinkerfues und sein Wettercompass. Antwort auf fortgesetzte Herausforderungen. Spielmeyer, Göttingen 1881, S. 2–4.)
  • Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Otto Behrendsen: Die mechanischen Werkstätten der Stadt Göttingen. Ihre Geschichte und ihre gegenwärtige Einrichtung. Denkschrift hrsg. bei Gelegenheit der im Jahre 1900 zu Paris stattfindenden Weltausstellung von den vereinigten Mechanikern Göttingens. F. E. Haag, Melle in Hannover 1900, S. 26–28, S. 68–87. (online als PDF)
  • E. M.: Wilhelm Lambrecht. In: Illustrierte Zeitung, 25. Juli 1903 (Digitalisat des Zeitungsartikels zum 70. Geburtstag auf picclick.de, abgerufen am 27. Juli 2023). – Mit Foto von Wilhelm Lambrecht vor einer seiner Wettersäulen.
  • Rudolf Engelhardt: Wilhelm Lambrecht – ein Pionier der Göttinger Mechanik. In: Göttinger Monatsblätter (Beilage zum Göttinger Tageblatt), Ausgabe September 1976, S. 12–13.
  • Karl Keil: Lambrecht, Wilhelm. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 13. Duncker & Humblot, Berlin 1982, ISBN 3-428-00194-X, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).

Weblinks

Commons: Wilhelm Lambrecht – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Wilhelm Lambrecht, auf freunde-alter-wetterinstrumente.de (im Webarchiv)

Einzelnachweise

<references> <ref name="NDB">Karl Keil: Lambrecht, Wilhelm. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 13. Duncker & Humblot, Berlin 1982, ISBN 3-428-00194-X, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).</ref> <ref name="Wetterfreunde"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.freunde-alter-wetterinstrumente.de. Internetseite der Freunde alter Wetterinstrumente, abgerufen am 11. Februar 2012.</ref> </references>

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