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Kloster Beuerberg

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Datei:Beuerberg, Kloster, Luftbild 2025-03.jpg
Schrägluftbild des Klosters Beuerberg aus Südwesten
Datei:Beuerberg (Eurasburg) Kloster 265.jpg
Kloster Beuerberg
Datei:Beuerberg Klosterhof-02 (retuschiert).jpg
Hof des Klosters Beuerberg
Datei:Kloster Beuerberg.jpg
Kloster Beuerberg

Das Kloster Beuerberg ist ein ehemaliges Augustiner-Chorherren-Stift und Kloster der Salesianerinnen in der Ortschaft Beuerberg, einem Gemeindeteil von Eurasburg im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen in der Erzdiözese München und Freising. Das Kloster ist vor allem durch seine ehemalige Klosterkirche St. Peter und Paul bekannt sowie seit 2016 durch wechselnde Ausstellungen zum Klosterleben.

Geschichte

Mittelalter und Frühe Neuzeit: Kloster der Augustiner-Chorherren

Das St. Peter und Paul geweihte Kloster wurde 1121 durch die Brüder Otto, Eberhard und Conrad, Grafen von Iringsburg (Eurasburg), als reguliertes Stift gegründet und mit Augustiner-Chorherren besetzt. Am 30. März dieses Jahres erhielt es die entsprechende päpstliche Bestätigungsbulle.

Als das Stift in drückende Schulden geraten war, wurden nach einer vom Herzog angeordneten Propstwahl am 23. November 1557 die Verantwortlichen an andere Orte versetzt. Das Kloster besaß bis vor dem Dreißigjährigen Krieg eine dreischiffige Basilika. Beim Versuch einer Umgestaltung stürzte am 13. November 1628 das ganze Gebäude mit Ausnahme des Hochaltars zusammen.

Nach dem Vorbild der Michaelskirche in München wurde die Stiftskirche dann von 1630 bis 1635 durch Baumeister Isaak Bader neu erbaut. Die oberen Teile des Turmes errichtete man nach 1659. 1729 folgte der Umbau der Klostergebäude.

Nach der Säkularisation: Kloster der Salesianerinnen

Das Augustiner-Chorherrenstift wurde 1803 im Zuge der Säkularisation aufgelöst. 539 Bücher und Handschriften kamen in die Bayerische Staatsbibliothek, 439 Bücher in die Universitätsbibliothek. Die Klosterkirche wurde Pfarrkirche.

Johann Karl von Arnhard, Kaufmann und Ratsherr zu München, ersteigerte die Klostergebäude einschließlich Maierhof und Spital. 1821 wurde Franz Freiherr von Maderny Alleinbesitzer. 1835 kamen Salesianerinnen (Schwestern von der Heimsuchung Mariä) nach Beuerberg. Zwischen 1846 und 1938 waren dort eine Mädchenschule und ein Müttergenesungsheim untergebracht, später ein Erholungsheim für Senioren. Eine frühe Schülerin der Mädchenschule war Elisabeth Winterhalter, die später Deutschlands erste Chirurgin werden sollte.

Das Kloster wurde aufgegeben, nachdem die letzte Oberin, Schwester M. Innocentia (Gertraud) Donius, am 22. Dezember 2013 gestorben war.<ref>Hannes Hintermeier: Für mich nichts, für Gott alles. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. Juni 2016, S. 12.</ref> Die zuletzt 14 dort noch lebenden Schwestern wurden am 5. Mai 2014 mit einem Gottesdienst verabschiedet und zogen in Altenheime der Franziskanerinnen und Barmherzigen Schwestern.<ref>Kloster der Heimsuchung Beuerberg: Gründung und Geschichte auf Heimsuchungsschwestern.de, abgerufen am 1. Januar 2016.</ref>

Nachnutzung

Umbau zum Seminar- und Kulturzentrum

Die Klosteranlage wurde vom Erzbistum München und Freising zum Oktober 2014 übernommen.<ref>Benjamin Engel: Salesianerinnen verlassen Beuerberg. In: Süddeutsche Zeitung, 13. Oktober 2014.</ref> In einem Teil der Klosteranlage, dem Josefsflügel, begann im November 2015 der Umbau. Nach der damaligen, später geänderten Planung sollte aus dem Trakt eine Flüchtlingsunterkunft werden. Weitere Gebäudeteile sollten durch kirchliche Organisationen und durch die Gemeinde genutzt werden.<ref>Eurasburg: Umbau des Josefstrakts beginnt. In: Süddeutsche Zeitung, 27. November 2015.</ref> 2025 war der Umbau zu einem kirchlichen Seminar- und Kulturzentrum fast abgeschlossen, ein Restaurant im einstigen Refektorium wurde bereits geöffnet.<ref>Stephanie Schwaderer: Der Wandel des Klosters Beuerberg. Wenn Kirchenräume zum Kulturzentrum werden. In: Süddeutsche Zeitung, 29. Mai 2025, abgerufen am 12. Juli 2025.</ref>

Ausstellungsort

Seit 2016 wird das Kloster vom Diözesanmuseum Freising für Sonderausstellungen genutzt.

Reihe der Pröpste

Quelle<ref>Michael Hartig: Die oberbayerischen Stifte, Band I: Die Benediktiner-, Cisterzienser- und Augustiner-Chorherrenstifte. Verlag vorm. G. J. Manz, München 1935, DNB 560552157, S. 176 f.</ref>

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  1. Heinrich, 1147
  2. Tageno (Tewin)
  3. Gewolf
  4. Eberhard I., 1213
  5. Berthold I., 1261
  6. Eberhard II. (unsicher)
  7. Friedrich I. (unsicher)
  8. Heinrich II., 1272
  9. Leutold, 1278
  10. Bernhard
  11. Conrad I. Glaner, 1301, † 1318
  12. Conrad II. Tegernseer, 1318–1328
  13. Genolf (Gelolf), † 1329
  14. Conrad III. Glaner, 1336, † 1349
  15. Ulrich I. Victor (Vector), 1349
  16. Walther, † 1353
  17. Conrad IV. Saxo, 1353–1398
  18. Berthold II., 1398–1412
  19. Wernher I. Potzenhauser, 1412–1420
  20. Wernher II. Stoeckl, 1420–1426
  21. Christian, 1426–1431
  22. Peter Stier, 1431–1440
  23. Heinrich III. Potzenhauser, 1440–1466
  24. Castulus Kall, 1466–1489
  25. Johann I. Alchinger, 1489–1502
  26. Ulrich II. Eisenhofer, Administrator (unsicher), 1502–1503
  27. Johann II. Taferner, 1503–1509
  28. Ulrich III. Welsch, 1509–1515
  29. Johann III. Mülecker, 1515–1527
  30. Leonhard Mochinger, 1527–1563
  31. Martin Kurz, 1563–1582
  32. Georg Schreiber, 1582–1600
  33. Vitus Nuzinger, 1600–1603
  34. Johann IV. Sanktjohanser, 1603–1615
  35. Balthasar Schropp, 1615–1619
  36. Eberhard III. Mayr, 1619–1634
  37. Simon Bauhofer, 1634–1653
  38. Christoph Sedlmayr, 1654–1659
  39. Ulrich IV. Pyrson, 1659–1674
  40. Paul Steinherr, 1674–1696
  41. Patriz Bartl, 1697–1712
  42. Cajetan I. Perner, 1712–1744; erhielt 1737 die Pontifikalien
  43. Cajetan II. Gerstlacher, 1744–1751
  44. Dominicus Lechner, 1751–1770
  45. Franz Prandtner, 1770–1794
  46. Otto Winhart, 1794–1802
  47. Paul Hupfauer, 1802–1803, † 13. Juni 1808<ref>Franz Besnard: Literaturzeitung für die katholische Geistlichkeit, 25. Jahrgang: Dritter Band: Juli, August, September. Druck und Verlag von Joseph Thomann, Landshut 1834, S. 126.</ref>

Trivia

In den 1960er Jahren diente das Kloster als einer der Hauptdrehorte für die Filmreihe Lausbubengeschichten.<ref>Gemeinde Eurasburg: Lausbubengeschichten. 26. September 2017, abgerufen am 21. August 2024.</ref>

Literatur

  • Wilhelm L. Steinberger: Dorf und Kloster Beuerberg. In: Alois Fink (Hrsg.): Unbekanntes Bayern. Entdeckungen und Wanderungen. Band 1. Süddeutscher Verlag, München 1955, S. 179–187. Auch: Fotomechanischer Nachdruck 1975, ISBN 3-7991-5839-1.
  • Christoph Kürzeder (Hrsg.): 1121. 900 Jahre Kloster Beuerberg (= Diözesanmuseum Freising/Kataloge und Schriften, Bd. 78). Volk Verlag, München 2022, ISBN 978-3-86222-402-9.

Weblinks

Commons: Kloster Beuerberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 47° 49′ 42,9″ N, 11° 24′ 44,7″ O

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