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Sphagnum balticum

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Sphagnum balticum
Datei:Sphagnum balticum 327727532.jpg

Sphagnum balticum

Systematik
Klasse: Sphagnopsida
Ordnung: Sphagnales
Familie: Sphagnaceae
Gattung: Torfmoose (Sphagnum)
Sektion: Cuspidata
Art: Sphagnum balticum
Wissenschaftlicher Name
Sphagnum balticum
(Russow) C.E.O.Jensen

Sphagnum balticum ist ein Torfmoos der Sektion Cuspidata aus der Abteilung der Laubmoose (Bryophyta). Es wird im deutschen Sprachraum Baltisches Torfmoos genannt.<ref name="moosde" />

Beschreibung

Erscheinungsbild, Blatt und mikroskopische Merkmale

Das Baltische Torfmoos ist ein klein- bis normalwüchsiges Torfmoos mit mehr oder weniger schwachen Stämmchen und fünfstrahligen, flachen Köpfchen. Es kann bei bräunlicher Grundfärbung braun-grüne, gelbgrüne, gelbliche bis goldbraune Farbtönungen aufweisen. Üblicherweise kommt es verstreut vor, gelegentlich bildet es auch kleine Polster.<ref name="britmoss" />

Die Stämmchen zeigen eine hellgrüne bis braune Färbung und sind bei den Astansätzen manchmal rötlich. Das Stammabschlussgewebe besteht aus zwei bis drei Schichten normal dünnwandiger und unterschiedlicher Zellen.

Die dreieckig-zungenförmigen bis zungenförmigen und konkaven Stammblättchen stehen mit einer Länge von 0,8 bis 1,1 Millimeter spreizend vom Stamm ab. Das obere Ende ist breit stumpfwinkelig. Die Hyalocyten sind in diesem Bereich fibrillös verstärkt.

Am Stamm setzen die zwei abstehenden Ästchen und meist ein hängender Ast in faszikel- oder wirtelähnlichen Astbüscheln stehend an. Sie sind schlank, verjüngend und oft fünfreihig beblättert, wobei die Blättchen am Ende etwas verlängert sind. Die Rinde des grünen Aststammes ist durch deutliche Retortenzellen vergrößert.

Die 1,0 bis 1,7 Millimeter langen Astblättchen sind eiförmig-lanzettlich, gerade, leicht gewellt und spreizend mit ganzrandigem Blattrand. Die Hyalocyten der konvexen Blattseite besitzen an den Zellenden ein bis fünf Schließzellen und sind am oberen Blattende schließzellenlos. An der konkaven Oberfläche gibt es an den Zellenden und den Zellecken runde, schließzellenähnliche Wandausdünnungen. Die Chlorocyten zeigen sich im Blattquerschnitt dreieckig und sind auf der konkaven Oberfläche eingeschlossen.

Geschlechtliche Merkmale

Die geschlechtliche Ausrichtung ist die diözische oder zweihäusige Form der Geschlechtsverteilung. Die Sporenkapseln des Baltischen Torfmooses reifen im Spätsommer. Die Sporen messen etwa 25 bis 33 Mikrometer und sind auf beiden Oberflächen glatt bis fein papillös.

Vorkommen

Das Baltische Torfmoos kommt in Nordamerika, Nordasien und Europa bei Schlenken in Hochmooren und nährstoffarmen Sümpfen vor. Das Verbreitungsgebiet in Nordamerika umfasst Grönland, den Großteil Kanadas und das US-amerikanische Alaska und Colorado. Der Schwerpunkt der europäischen Vorkommen liegt im nördlichen Europa.<ref name="gbif" /> In Deutschland ist das Baltische Torfmoos selten<ref name="moosde" /> und zerstreut im norddeutschen Flachland verbreitet. Sehr selten ist das Baltische Torfmoos im deutschen Alpengebiet anzutreffen. Weitere europäische Vorkommen gibt es beispielsweise in Österreich<ref name="TEMSCH" /> und der Schweiz.<ref name="NISM" />

Gefährdung und Schutz

Die Torfmoose insgesamt sind durch die Zerstörung ihrer Lebensräume stark gefährdet. Der Ansatz zur Erfassung der Gefährdung und die Schaffung von Schutzmaßnahmen findet daher auf Gattungsebene statt und inkludiert somit das Baltische Torfmoos.

Systematik

Sphagnum balticum wurde 1890 von Christian Erasmus Otterstrøm Jensen in Botaniske Forening i Kjøbenhavn, Festskrift. S. 100 erstbeschrieben. Synonyme sind Sphagnum boreale <templatestyles src="Person/styles.css" />Russow, Sphagnum recurvum subsp. balticum <templatestyles src="Person/styles.css" />Russow und Sphagnum ruppinense <templatestyles src="Person/styles.css" />Warnst.<ref name="Tropicos" />

Quellen

Literatur

  • Jan-Peter Frahm, Wolfgang Frey, J. Döring: Moosflora (= UTB für Wissenschaft. Band 1250). 4. Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart 2004, ISBN 3-8252-1250-5, S. 166–168.

Einzelnachweise

<references> <ref name="moosde"> Ludwig Meinunger, Wiebke Schröder: Baltisches Torfmoos (Sphagnum balticum). In: moose-deutschland.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 15. Juli 2016; abgerufen am 15. Juli 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.moose-deutschland.de </ref> <ref name="Tropicos"> Sphagnum balticum (Russow) C.E.O. Jensen - Synonyms. In: Tropicos. Missouri Botanical Garden, abgerufen am 5. Februar 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> <ref name="britmoss"> Andy Amphlett, Sandy Payne: Sphagnum balticum. Baltic Bog-moss. In: british mosses and liverworts – a field guide. British Bryological Society, 21. August 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. Januar 2012; abgerufen am 5. Februar 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Bild und Beschreibung).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bbsfieldguide.org.uk </ref> <ref name="TEMSCH"> Eva Maria Temsch: Torfmoose-für Anfänger und Profis. In: Homepage einer Botanikerin. Abgerufen am 5. Februar 2012 (Sphagnumarten in Österreich mit Sphagnum balticum).</ref> <ref name="NISM"> NISM-Nationales Inventar der Schweizer Moosflora. In: Website mit Sphagnum balticum. Institut für Systematische Botanik, Universität Zürich, abgerufen am 5. Februar 2012.</ref> <ref name="gbif"> GBIF Data Portal. In: Global Diversity Information Facility. European Environment Agency, abgerufen am 5. Februar 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> </references>

Weblinks

Commons: Sphagnum balticum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien