Dreibrunnen
| Basisdaten | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Konfession | römisch-katholisch | |||||
| Ort | Bronschhofen, Schweiz | |||||
| Diözese | Bistum St. Gallen | |||||
| Patrozinium | Mariä Heimsuchung | |||||
| Baugeschichte | ||||||
| Bauherr | Grafen von Toggenburg | |||||
| Fertigstellung | um 1280 | |||||
| Baubeschreibung | ||||||
| Baustil | Rokoko | |||||
745640 / 261600
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Dreibrunnen ist eine Marienwallfahrtskirche im Seelsorgebereich der Katholischen Pfarr- und Kirchgemeinde Wil im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Bronschhofen im Ostschweizer Kanton St. Gallen und steht (als Kulturgut von nationaler Bedeutung) auf der Liste der Kulturgüter in Wil SG. 2011 wurde am Wallfahrtsort Maria Dreibrunnen eine Niederlassung der Schweizer Franziskaner gegründet.<ref>Ein Berner für St. Gallen. Wil SG: Franziskaner kommen nach Maria Dreibrunnen. In: www.kath.ch. Katholisches Medienzentrum, 9. Dezember 2010, abgerufen am 17. März 2026.</ref> Als Nachfolger von Pater Fidelis Schorer OFM ist seit 2014 der Franziskanerpater Raphael Fässler OFM Wallfahrtspriester in Maria Dreibrunnen.<ref>Ursula Ammann: «Zweifel sind nichts Schlechtes». In: www.tagblatt.ch. Tagblatt, 14. April 2015, abgerufen am 17. März 2026.</ref>
Geschichte
1275 wurde Dreibrunnen als «Tüffenbrunnen, Tiunbrunnen» erstmals erwähnt.<ref name="HLS" /> Der Name Dreibrunnen ergab sich aus den drei Wasserquellen, die in der Nähe entspringen.<ref name="Kirchgem" /> Gegründet wurde Dreibrunnen durch die Grafen von Toggenburg, welche die Kirche und den zugehörigen Hof 1289 dem Kloster Rüti schenkten. 1330 wurde Dreibrunnen als Pfarrkirche dem Kloster Rüti inkorporiert.<ref name="HLS" /> Die Marienkirche besass selbstständiges Recht, war Pfarrkirche für die damals zugeteilten Höfe Trungen Welt-Icon
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}} und dem Bistum Konstanz unterstellt.<ref name="Kirchgem" /> Ab dem 15. Jahrhundert wurde die Kirche durch einen Vikar aus Wil betreut.<ref name="HLS" />
Nach der Aufhebung des Klosters Rüti wurde Dreibrunnen 1526 von Zürich an das Spital von Wil verkauft. Vermutlich in dieser Zeit setzte die Wallfahrt ein, nachdem die spätgotische Marienstatue von Rüti nach Dreibrunnen überführt worden war. 1672 wurde die Kirche als Barockbau umgestaltet; dabei wurde das Gebäude um ein Joch nach Westen erweitert und der Chorraum neu gebaut. 1761–1763 wurde der Innenraum im Rokoko-Stil umgestaltet. 1763 übernahm die Kirchgemeinde Wil das Gebäude. 1884 erfolgte eine Innenrenovation, 1898–1899 der Bau der Säulenvorhalle (beides durch den Architekten August Hardegger) und die Umgestaltung des Dachreiters. 1932–1933 wurde eine Wallfahrtspfründe und ein Pfrundhaus gebaut. 1936 wurde der Innenraum renoviert und eine Kirchenheizung installiert; im gleichen Jahr baute Franz Gattringer (1887–1944) aus Rorschach eine neue Orgel mit 16 Registern auf zwei Manualen und Pedal. 1943 und 1955–1956 erfolgten Aussenrenovationen, und 1964–1965 eine Gesamtrestauration durch den Wiler Architekten Lukas Peterli (Sohn des Künstlers Karl Peterli), bei der die bis dahin vorhandene Kanzel mit Holztreppe an der Nordwand des Innenraumes entfernt und eine neue Orgelempore mit Treppenaufgang in Beton-Bauweise sowie in dunklem Schmiedeeisen ausgeführte Treppengeländer und Gittertür gebaut wurden. Seit der Restauration 1964–1965 steht die Kirche unter Denkmalschutz. 1984 erfolgte eine Aussenrenovation, 1986 eine Innenrenovation durch die Wiler Architekten Paul Holenstein und Willy Stieger, bei der ein neuer Zelebrationsaltar von Rudolf Gruber (Wil) hinzugefügt wurde.<ref name="HLS" /> 2019 fand eine weitere Innenrenovation statt, bei der das Gewölbe mit dem Deckengemälde restauriert und eine neue Warmluftheizung im Altarraum installiert wurde.<ref>Sara Petrillo: Renovierungsarbeiten in der Wallfahrtskirche Maria Dreibrunnen. St. Galler Tagblatt, 19. Dezember 2018, abgerufen am 17. März 2026.</ref> Im Vorfeld des Orgelneubaus 2024 wurden zwischen März und Mai 2024 der Emporenbereich saniert und die Orgelempore umgebaut und statisch verstärkt.
Seit 1646 besteht ein Beerdigungsrecht für die Bevölkerung von Trungen auf dem kleinen Friedhof an der Süd- und Ostseite der Kirche.<ref name="Kirchgem" /> Maria Dreibrunnen ist ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung<ref name="HLS" /> und wird als Wallfahrtskirche und Teil der katholischen Pfarr- und Kirchgemeinde Wil für liturgische Anlässe, Orgelkurse und Konzerte genutzt.<ref name="Kirchgem" />
Baubeschreibung und Ausstattung
Die Kirche ist (seit den Umgestaltungen 1672 und 1761–1763) ein langgezogener Rokokobau; die Innenausstattung stammt aus dem 18. Jahrhundert. Der Polygonalchor überragt das Kirchenschiff leicht. Achteckiger Dachreiter mit Zwiebelhelm. Loggiaartige Säulenvorhalle (1898–1899) über polygonalem Grundriss mit toskanischen Arkaden von August Hardegger. Niedriges Langhaus, gegliedert durch Lünettenfenster (Nordseite vier Fenster, Südseite fünf Fenster). Über dem Gesims ein Tonnengewölbe. Im Chor Rundbogenfenster und Stichkappengewölbe. Deckengemälde von Jakob Joseph Müller (1762): Darstellung der Seeschlacht von Lepanto 1571 und der Schlacht am Kahlenberg bei Wien 1683. Rahmende Medaillonsbilder aus dem Alten Testament. An den Wänden zehn Medaillons aus dem Leben Marias. Im Chorgewölbe Hagar in der Wüste und Maria als Mutter, Braut und Kind. Rokoko-Stukkaturen von Johann Melchior Modler. Über dem Chorbogen eine Kartusche mit Marienmonogramm. Altäre mit gedrehten Säulen, ca. 1672. Im Hochaltar spätgotisches Gnadenbild aus dem frühen 16. Jahrhundert. In der Sakristei Ziborium aus der Mitte des 17. Jahrhunderts von Josef Wieland, um 1730 von Anton Wieland und 1767–1769 von Josef Anton Seethaler.
Orgeln
Mathis-Orgel (2024)
2024 wurde eine neue Orgel von Mathis Orgelbau, Luchsingen, mit 19 Registern (Schleifladen, mechanische Spiel- und Registertraktur) auf zwei Manualen und Pedal eingeweiht. Das Instrument ist regelmässig in Liturgie und Konzerten zu hören und wird auch für Orgelkurse, in Kooperation mit der Diözesanen Kirchenmusikschule St. Gallen, genutzt.<ref>Martin Welzel | Konzertreihe «toccatawil». In: www.martinwelzel.ch. Abgerufen am 17. März 2026.</ref> Die Disposition:<ref>Kommission Orgel Maria Dreibrunnen (Hrsg.): Neue Orgel Maria Dreibrunnen: Orgelweihe und Festakt am 08. September 2024. Broschüre. Bronschhofen, 2024.</ref><ref name=":0">Wil SG/Bronschhofen, Wallfahrtskirche Maria Dreibrunnen. In: Organ index. Abgerufen am 17. März 2026.</ref><ref>Martin Welzel | Mathis-Orgel (2024), Wallfahrtskirche Maria Dreibrunnen. In: www.martinwelzel.ch. Abgerufen am 17. März 2026.</ref>
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- Koppeln (als Tritte): II/I, I/P, II/P. Suboktavkoppeln (als Tritte): II/I, II/II.
- Schwelltritt für II. Manual.
- Temperierung: Johann Georg Neidhardt – Für das Dorf 1732.<ref>Stimmung Neidhardt – Für das Dorf 1732. (PDF) Orgelbau Rohlf, abgerufen am 17. März 2026.</ref>
- Anmerkungen:
<references group="A" />
Graf-Orgel (1967–2024)
1967 erbaute Orgelbau Graf (Sursee) eine Orgel mit 12 Registern auf zwei Manualen und Pedal, unter Verwendung von Pfeifenmaterial aus dem Vorgängerinstrument von Franz Gattringer aus dem Jahre 1936. 1980 und 2004 erfolgten Revisionen des Instruments durch Mathis Orgelbau. Bedingt durch starken Schimmelbefall befand sich das Instrument zuletzt in einem schlechten technischen und klanglichen Zustand und wurde 2024 abgetragen. Die Disposition der Graf-Orgel:<ref>Bronschhofen, Maria Dreibrunnen. In: Orgelverzeichnis Schweiz und Liechtenstein. 2024, abgerufen am 17. März 2026.</ref><ref name=":0" />
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- Koppeln (mechanisch, als Tritte): II/I, I/P, II/P. Mechanische Drehknopfkombination. Zwei Tritte «Kombination an» und «Kombination ab».
- Anmerkungen:
<references group="A" />
Siehe auch
Einzelnachweise
<references>
<ref name="HLS">
Cornel Dora: Dreibrunnen. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
Diese Sätze und Abschnitte basieren weitestgehend auf dem Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS), der gemäss den Nutzungshinweisen des HLS unter der Lizenz Creative Commons – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) steht.
</ref>
<ref name="Kirchgem">
Maria Dreibrunnen. In: www.kathwil.ch. Katholische Kirchgemeinde Wil, abgerufen am 17. März 2026.
</ref>
</references>
Literatur
- Hansjörg Gerig: Zum Orgelbauer Franz Gattringer. In: Bulletin OFSG der St. Galler Orgelfreunde, 31. Jg., 2013, Nr. 5, S. 9–19 (Digitalisat; PDF; 5,5 MB).
- Johannes Huber: Wallfahrtskirche Maria Dreibrunnen bei Wil SG. Wallfahrtsrektorat Maria Dreibrunnen, Bronschhofen 1998.
- Kommission Orgel Maria Dreibrunnen (Hrsg.): Neue Orgel Maria Dreibrunnen: Orgelweihe und Festakt am 08. September 2024. Broschüre. Bronschhofen 2024.
Weblinks
- Maria Dreibrunnen auf der Website der Katholischen Kirchgemeinde Wil
- Wallfahrtsort Maria Dreibrunnen auf der Website der Franziskaner Schweiz – OFM Schweiz
- Mathis-Orgel (2024) Wallfahrtskirche Maria Dreibrunnen Eintrag auf www.martinwelzel.ch