Rindtorf
Rindtorf Gemeinde Eichstedt (Altmark)
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(91)&title=Rindtorf 52° 41′ N, 11° 56′ O
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| Höhe: | 36 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 5,39 km²<ref name="HOB-12" /> | |||||
| Einwohner: | 91 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 17 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 20. Juli 1950 | |||||
| Eingemeindet nach: | Lindtorf | |||||
| Postleitzahl: | 39596 | |||||
| Vorwahl: | 039321 | |||||
Lage von Rindtorf in Sachsen-Anhalt
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Rindtorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Eichstedt (Altmark) im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt, (Deutschland).
Geographie
Rindtorf, ein Straßendorf mit Kirche,<ref name="HOB-12" /> liegt an der Kreisstraße K 1062 in der Altmark, im nördlichen Sachsen-Anhalt. Der Elbe-Uchte-Radwanderweg führt direkt durch das Dorf. Der Elberadweg ist vier Kilometer entfernt. In acht Kilometern Entfernung befindet sich Stendal, die Kreisstadt des Landkreises Stendal. Südlich des Dorfes liegt das Vogelschutzgehölz Rindtorf, ein Flächennaturdenkmal.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
Nachbarorte sind Lindtorf im Nordwesten, Beelitz im Nordosten, Bürs im Osten, Sanne im Südosten und Jarchau im Südwesten.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
Geschichte
Mittelalter bis Neuzeit
Im Jahre 1255 wurde ein Johannes de runtorp als Zeuge einer in Havelberg ausgestellten Urkunde genannt.<ref name="Riedel-22" /> Die erste schriftliche Erwähnung von Rindtorf stammt aus dem Jahre 1422 als Clauwes von runtorpe wonaftig to runtorpe als Zeuge genannt wurde.<ref name="Riedel-5" /> Weitere Nennungen sind 1334 Runtorp,<ref name="Riedel-25" /> 1540 Runtdorff<ref name="Abschiede Bd 1" />, 1687 Rintorff<ref name="HOB-12" /> 1775 Rintorf oder Rüntorf,<ref name="Büsching" /> und 1804 Dorf und Gut Rindtorf.<ref name="Bratring-1" /> Der Ort war Stammsitz der 1784 ausgestorbenen Familie von Rindtorf sowie der Familien von Möllenbecke, von Bodenhausen und von Mietzel.<ref name="SDL-Kirchen-1996" />
Bei der Bodenreform wurden 1945 ermittelt: 26 Besitzungen unter 100 Hektar hatten zusammen 480 Hektar, eine Kirchenbesitzung hatte 3 Hektar, eine Gemeindebesitzung hatte einen Hektar. Es meldeten sich 19 Bodenanwärter.<ref name="HOB-12" />
Eingemeindungen
Das Dorf gehörte bis 1807 zum Arneburgischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Danach lag es bis 1813 im Kanton Arneburg auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Ab 1816 gehörte die Gemeinde zum Kreis Stendal, dem späteren Landkreis Stendal.<ref name="HOB-12" /> Am 20. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Rindtorf nach Lindtorf eingemeindet.<ref name="2VO-LSA-1950" />
Bis zum 31. Dezember 2009 blieb Rindtorf ein Ortsteil der Gemeinde Lindtorf. Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschlossen die Gemeinderäte der Gemeinden Baben, Eichstedt (Altmark) und Lindtorf, dass ihre Gemeinden aufgelöst und zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen Eichstedt (Altmark) vereinigt werden. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.<ref name="AB-LK-SDL" />
Einwohnerentwicklung
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Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1946:<ref name="HOB-12" />
Religion
- Die evangelische Kirchengemeinde Rindtorf wird betreut vom Pfarrbereich Arneburg im Kirchenkreis Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" /> Früher gehörte sie als mater combinata zur Pfarrei Jarchau bei Eichstedt in der Altmark.<ref name="Almanach1903" /> Am 1. Juni 2007 wurden die Kirchengemeinden Lindtorf und Rindtorf zum Evangelischen Kirchspiel Lindtorf-Rindtorf zusammengeschlossen<ref name="AB-EKM-F" /> und dieses 2010 mit der Kirchengemeinde Arneburg verbunden.<ref name="HOB-12" />
- Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Rindtorf stammen aus dem Jahre 1726.<ref name="Machholz" />
- Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Anna in Stendal im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.<ref name="Bistum-MD" />
Politik
Verwaltungsrechtlich gehört Rindtorf zur Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck. Die Bürger aus Rindtorf sind seit dem Juli 2024 durch 2 Mitglieder der Wählergemeinschaft Rindtorf/Lindtorf im Gemeinderat Eichstedt vertreten.<ref name="Wahl-2024" />
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Die Dorfkirche Rindtorf ist ein romanisches Feldsteinbauwerk aus der Zeit um 1250, das mit einem Kanzelaltar aus der Zeit um 1650/1670 und mehreren Grabsteinen ausgestattet ist. Die Orgel ist ein Werk der Firma Hüfken von 1987.<ref name="SDL-Kirchen-1996" /><ref name="Altmarkkirchen" />
- Der Ortsfriedhof befindet sich auf dem Kirchhof. Er ist mit einer Feldsteinmauer umgeben.
- In Rindtorf stehen zwei Denkmale für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges, eine aufgerichtete Granitplatte auf dem Kirchhof,<ref name="Denkmalprojekt-1" /> sowie ein schlichter Findling mit einer Inschrift.<ref name="Denkmalprojekt-2" />
Wirtschaft und Infrastruktur
In Rindtorf gibt es ein Dorfgemeinschaftshaus und eine Freiwillige Feuerwehr,<ref name="KEK-2025" /> die seit 2019 von einem Förderverein unterstützt wird.<ref name="VR">Vereinsregister des Amtsgerichts Stendal auf handelsregister.de. Abgerufen am 11. Januar 2020.</ref>
Verkehr
Es verkehren Linienbusse und Rufbusse von stendalbus.<ref>Fahrplan der Linie 973. In: stendalbus. Abgerufen am 23. April 2021.</ref>
Persönlichkeiten
Der berühmteste Vertreter der Familie von Rintdorf (auch Rintorf, Rundorf), war der 1699 geborene und 1745 bei Kesselsdorf verstorbene Generalmajor Friedrich Christoph Christian von Rindtorf, der auch Kanonikus des St. Nicolai-Stifts in Magdeburg war.<ref name="Zahn-1928" />
Der 1889 geborene Lehrer Albert Linneke führte von 1919 bis zu seinem Tod 1954 ein sorgfältiges Tagebuch, das eine Schul- und Dorfchronik genannt werden kann und 1990 in dem 88-minütigen Dokumentarfilm Nationalität: deutsch von Karl Gass der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.
Literatur
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Vorlage:BibOCLC
- Vorlage:BibOCLC
Weblinks
- Eichstedt (Altmark) auf arneburg-goldbeck.de.
- Rindtorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
Einzelnachweise
<references> <ref name="2VO-LSA-1950">Zweite Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen zum 27. April 1950 (GuABl. S. 161). In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Nr. 18, 5. August 1950, ZDB-ID 511105-5, S. 279 (PDF).</ref>
<ref name="AB-EKM-F">Kirchenamt der Föderation Evangelischer Kirchen in Mitteldeutschland (Hrsg.): Amtsblatt der Föderation Evangelischer Kirchen in Mitteldeutschland. 3. Jahrgang, Nr. 6, 2007, ZDB-ID 2637008-6, S. 155.</ref>
<ref name="AB-LK-SDL">Gebietsänderungsvertrag – Bildung einer neuen Mitgliedsgemeinde einer Verbandsgemeinde aus den Gemeinden Baben, Eichstedt (Altmark) und Lindtorf zum 1. Januar 2010. In: Landkreis Stendal (Hrsg.): Amtsblatt für den Landkreis Stendal. 19. Jahrgang, Nr. 10, 20. Mai 2009, ZDB-ID 2665593-7, S. 104–106 (landkreis-stendal.de [PDF; 264 kB; abgerufen am 10. April 2020]).</ref>
<ref name="Abschiede Bd 1">Julius Müller und Adolf Parisius im Auftrag des Altmärkischen Geschichts-Vereins (Hrsg.): Die zu Stendal gehörigen und von dort aus visiterten Dörfer (= Die Abschiede der in den Jahren 1540 bis 1542 in der Altmark gehaltenen ersten General-Kirchen-Visitation mit Berücksichtigung der in den Jahren 1551, 1578-1579(81) und 1600 gehaltenen Visitationen. Band 1, Heft=3). Magdeburg und Salzwedel 1893, S. 245.</ref>
<ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref>
<ref name="Altmarkkirchen">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783981403954 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Bistum-MD">Bistum Magdeburg, Online-Bistumskarte. 2013, abgerufen am 23. April 2021.</ref>
<ref name="Bratring-1">Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 297 (Digitalisat).</ref>
<ref name="Büsching">Anton Friedrich Büsching: Vollständige Topographie der Mark Brandenburg. Berlin 1775, S. 230 (Digitalisat).</ref>
<ref name="Denkmalprojekt-1">Rindtorf (Denkmal), Gemeinde Eichstedt (Altmark), Landkreis Stendal. In: denkmalprojekt.org. Onlineprojekt Gefallenendenkmäler, 1. Juni 2020, abgerufen am 2. Oktober 2022.</ref>
<ref name="Denkmalprojekt-2">Rindtorf, Landkreis Stendal. In: denkmalprojekt.org. Onlineprojekt Gefallenendenkmäler, 7. Juli 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 11. Januar 2020; abgerufen am 23. April 2021.</ref>
<ref name="EW-2015">Doreen Schulze: Erstmals Zuwachs in Arneburg-Goldbeck. In: Volksstimme Stendal. 15. Januar 2016.</ref>
<ref name="EW-2018">Karina Hoppe: Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck verlor 2018 insgesamt 93 Einwohner. In: Volksstimme Stendal. 14. Februar 2019.</ref>
<ref name="EW-2021">Karina Hoppe: In die Einwohnerstatistik geschaut. In: Stendaler Volksstimme, Der Altmärker. 22. Januar 2022, DNB 1002381223, S. 21.</ref>
<ref name="EW-2022">Yulian Ide: Hurra! Wir wachsen wieder! In: Stendaler Volksstimme, Biese-Aland-Kurier. 21. Januar 2023, DNB 1047269554, S. 19–20.</ref>|}
<ref name="EW-2023">Karina Hoppe: Erneut mehr Zuzüge als Wegzüge. In: Osterburger Volksstimme, Biese-Aland-Kurier. 1. Februar 2024, DNB 1047269554, S. 18.</ref>
<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="KEK-2025">Landkreis Stendal – Der Landrat: Kreisentwicklungskonzept Landkreis Stendal 2025. 30. Oktober 2015, S. 291, abgerufen am 3. August 2019.</ref>
<ref name="Machholz">Vorlage:Kirchenbücher Provinz Sachsen 1925</ref>
<ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Arneburg. In: ekmd.de. Abgerufen am 13. Juli 2024.</ref>
<ref name="Riedel-22">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>
<ref name="Riedel-25">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>
<ref name="Riedel-5">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>
<ref name="SDL-Kirchen-1996">Landkreis Stendal – Amt für Wirtschaftsförderung (Hrsg.): Kirchen der Altmark. Region Stendal (= Kirchen der Altmark. Ausflüge zu steinernen Zeugen der Geschichte. Band 1). DBW-Verlag, Berkheim 1996, S. 58–59.</ref>
<ref name="Wahl-2024"> Öffentliche Bekanntmachung des endgültigen Wahlergebnisses für die Gemeinderatswahl Eichstedt (Altmark) vom 9. Juni 2024. Gemeinde Eichstedt (Altmark), 13. Juni 2024, abgerufen am 6. Juli 2024. </ref>
<ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref> </references>
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