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Hainan-Hase

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Hainan-Hase
Datei:Lepus hainanus.jpg

Hainan-Hase (Lepus hainanus)

Systematik
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Euarchontoglires
Ordnung: Hasenartige (Lagomorpha)
Familie: Hasen (Leporidae)
Gattung: Echte Hasen (Lepus)
Art: Hainan-Hase
Wissenschaftlicher Name
Lepus hainanus
Swinhoe, 1870

Der Hainan-Hase (Lepus hainanus) ist eine Säugetierart aus der Gattung der Echten Hasen innerhalb der Hasenartigen. Er ist auf der zu China gehörenden Insel Hainan endemisch.

Merkmale

Der Hainan-Hase ist eine vergleichsweise kleine Hasenart mit einer maximalen Körperlänge von 35 bis 40 Zentimetern und einem Körpergewicht von 1,3 bis 1,8 Kilogramm. Die Ohrlänge beträgt 80 bis 100 Millimeter und die Hinterfußlänge 76 bis 96 Millimeter.<ref name="HMW 2016" /> Das Fell ist weich und hell gefärbt. Die Rückenseite ist sandbraun mit dunkel-kastanienbraunen und schwarzen Einfärbungen, die Körperseiten sind kastanienbraun und der Bauch ist weiß.<ref name="Chapman & Flux" /><ref name="HMW 2016" /> Um die Augen besitzen die Tiere helle Augenringe, die sich nach hinten bis zum Ansatz der Ohren und nach vorn bis zur Schnauze fortsetzen. Der Schwanz hat an der Oberseite eine schwarze Streifung und ist an der Unterseite weiß. Die Füße sind hellbraun mit weißen Sprenkeln.<ref name="HMW 2016" />

Verglichen mit dem Chinesischen Hasen (L. sinensis) hat er einen kleineren und mehr rundlichen Kopf und ist heller gefärbt.<ref name="Chapman & Flux" /> Das Winterfell der Art ist zudem heller als das Sommerfell.<ref name="HMW 2016" />

Verbreitung

Datei:Hainan Hare area.png
Verbreitungsgebiet des Hainan-Hasen

Der Hainan-Hase ist ein Endemit der Insel Hainan in der gleichnamigen chinesischen Provinz Hainan.<ref name="Chapman & Flux" /> Die Art bewohnte ursprünglich wahrscheinlich das gesamte Flachland der Insel mit Ausnahme des Nordostens bis in Höhen von etwa 300 Metern, im Jahr 1995 wurde sie jedoch nur noch im Bereich einzelner Hirschfarmen im Bereich der zentralen Westküste nachgewiesen.<ref name="IUCN" /><ref name="HMW 2016" />

Lebensweise

Die Art kommt vor allem im trockenen Grasland im Nord- und Südwesten der Insel vor, während der Osten der Insel weniger geeignet ist. Optimal ist flaches, trockenes Farmland mit Sträuchern oder Plantagen, während sie in landwirtschaftlich bewirtschafteten Gebieten und in den Bergen nicht vorkommen.<ref name="Chapman & Flux" /><ref name="HMW 2016" />

Der Hainan-Hase ist nachtaktiv, wobei die Hauptaktivität nach Sonnenuntergang und am frühen Morgen besteht. Gelegentlich fressen diese Hasen auch am Tag. Wie alle Hasen ernähren sie sich vor allem von Gräsern und Kräutern. Sie graben keine Bauten und ruhen im Gras.<ref name="Chapman & Flux" />

Daten und Beobachtungen zur Fortpflanzung sind kaum vorhanden.<ref name="HMW 2016" />

Systematik

Der Hainan-Hase wird als eigenständige Art den Echten Hasen (Gattung Lepus) zugeordnet. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung stammt von Robert Swinhoe aus dem Jahr 1870, der ihn aus dem Umland der Hauptstadt Haikou beschrieb und bereits als eigenständige Art unter dem Namen Lepus hainanus einführte.<ref name="HMW 2016" /> Er wurde teilweise als Unterart des Burmesischen Hasen (L. peguensis) betrachtet. Je nach Analysemethode kann er sowohl als Unterart wie auch als eigenständig interpretiert werden.<ref name="HMW 2016" /> Die genetische Distanz und das phylogenetische Netzwerk stützen die Annahme, dass beide zur selben Art gehören und konspezifisch sind, das phylogenetische Artkonzept und die bayessche Artenabgrenzungsanalyse auf der Grundlage kombinierter mtDNA stützen dagegen die Annahme, dass es sich um verschiedene Arten handelt.<ref name="Kong et al. 2014" /> Gegenüber anderen Lepus-Arten in China grenzt sich der Hainan-Hase dagegen vollständig ab und es wurde auch keine Hybridisierung mit anderen Arten festgestellt.<ref name="Liu et al. 2011" />

Innerhalb der Art werden keine Unterarten unterscheiden.<ref name="HMW 2016" />

Gefährdung und Schutz

Die Art wird von der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) seit 2016 aufgrund der Bestandsgröße als bedroht („endangered“), zuvor als gefährdet („vulnerable“), eingestuft.<ref name="IUCN" /> Die aktuelle Population wird auf 250 bis 500 Tiere geschätzt und es wird angenommen, dass auf der Insel nur noch etwa 2 km2 optimaler Lebensraum für diese Art verfügbar sind.<ref name="IUCN" />

Der Hainan-Hase wurde in der Vergangenheit aufgrund seines Fells und des Fleisches intensiv bejagt. Die Überjagung gemeinsam mit der Ausbreitung der landwirtschaftlichen Flächen führten zu einem starken Rückgang der Tiere bis in die 1990er Jahre, wo er teilweise nur noch sehr selten nachgewiesen werden konnte und lokal ausgestorben war.<ref name="IUCN" /><ref name="Chapman & Flux" /> Zudem wurden durch die landwirtschaftliche Nutzung sowie die Ausbreitung von Siedlungen etwa 90 % der Insel für die Art unbewohnbar und die Konkurrenz zum eingeführten Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus) stellt eine weitere Bedrohung für den Hainan-Hasen dar.<ref name="HMW 2016" /> Populationszählungen im Jahr 1995 schätzten die Anzahl der Tiere an dem Fundort Da Tien auf etwa 157 Tiere pro Quadratkilometer und in Bang Xi auf 62 Tiere pro Quadratkilometer.<ref name="IUCN" /> Am 25. Dezember 2024 wurde ein überfahrenes Individuum im Nordosten der Insel auf der Pulongxian-Autobahn etwa vier Kilometer nordöstlich von Fengpo in der Stadt Wenchang gefunden, etwa 200 Kilometer entfernt vom bekannten aktuellen Verbreitungsgebiet der Art.<ref name="Hui et al. 2026" />

Belege

<references> <ref name="IUCN"> [[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2018. Eingestellt von: A. T. Smith, Smith, C. Johnston, 2008. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Chapman & Flux"> Joseph A. Chapman, John E. C. Flux (Hrsg.): <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Rabbits, Hares and Pikas. Status Survey and Conservation Action Plan. (Memento vom 14. Januar 2009 im Internet Archive) (PDF; 11,3 MB) International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN), Gland 1990, ISBN 2-8317-0019-1. </ref> <ref name="HMW 2016"> Hainan Hare. In: Stéphanie Schai-Braun, Klaus Hackländer: Family Leporidae (Hares and Rabbits). In: Don E. Wilson, T.E. Lacher, Jr., Russell A. Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World: Lagomorphs and Rodents 1. (HMW, Band 6) Lynx Edicions, Barcelona 2016, ISBN 978-84-941892-3-4, S. 129. </ref> <ref name="Kong et al. 2014"> Lingming Kong, Wenquan Wang, Haiyan Cong, Truong son Nguyen, Qisen Yang, Yi Wu & Yuchun Li. Molecular evidence revealed Lepus hainanus and L. peguensis have a conspecific relationship. Mitochondrial DNA Part A,DNA Mapping, Sequencing, and Analysis 27 (1) S. 265–269, doi:10.3109/19401736.2014.888550. </ref> <ref name="Liu et al. 2011"> Jiang Liu, Li Yu, Michael L Arnold, Chun-Hua Wu, Shi-Fang Wu, Xin Lu, Ya-Ping Zhang: Reticulate evolution: frequent introgressive hybridization among chinese hares (genus lepus) revealed by analyses of multiple mitochondrial and nuclear DNA loci. BMC Evolution Biology 11 (#223), 2011, doi:10.1186/1471-2148-11-223. </ref> <ref name="Hui et al. 2026"> Michael Ka Yiu Hui, Ho Yuen Yeung, Xiaodong Rao, Nengwei Guo, Jianhuan Yang, Fei Li: Unexpected recent discovery of the endangered Hainan hare Lepus hainanus from northeastern Hainan Island, China. Mammalia 90 (1), 2026, S. 23–26, doi:10.1515/mammalia-2025-0095. </ref> </references>

Literatur

Weblinks

Commons: Hainan-Hase (Lepus hainanus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien