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Leyendecker

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Vorlage:Hinweisbaustein Leyendecker (auch Leiendecker) war eine frühere Bezeichnung für den Beruf des Schieferdeckers.

Die Berufsbezeichnung gab es auch als Leiendecker oder Leidecker. Der erste Bestandteil der Wörter ist mittelhochdeutsch lei(e) für „Schiefer“.<ref>Leyendecker. Datenbank Alte Berufsbezeichnungen aus Kirchenbüchern, abgerufen am 8. März 2021.</ref> Ursprünglich leitete sich das Wort wohl vom keltischen Wort lika, likka ab, das die Bedeutung Steinplatte hat.<ref>Keltische Wörter in unserer Alltagssprache. Keltische Sprachzeugnisse in der Region. In: www.uni-trier.de. Forum Celtic Studies, Universität Trier, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 25. Oktober 2016; abgerufen am 29. März 2026.</ref> Leyendecker waren also die Dachdecker, die sich auf die Arbeiten mit Schiefer spezialisiert hatten. Um 1100 gab es bereits Leyendecker-Zünfte im Raum Trier.<ref>Historische Bautechniken: Die Entwicklung des Schieferdachs – Das Graublaue Gold der Eifel. In: db, Nr. 09, 2013.</ref> Um 1300 tauchte die Berufsbezeichnung auch in Köln auf. Im Jahr 1363 gab es in Trier 24 Leyendecker, aber nur einen Strohdecker. Mit Leyen waren Hausdächer gemäß Anordnungen zur Brandverhütung des 18. Jahrhunderts im Kurfürstentum Trier zu decken.<ref>Franz-Josef Sehr: Brandschutz im Heimatgebiet vor 300 Jahren. In: Der Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg (Hrsg.): Jahrbuch für den Kreis Limburg-Weilburg 2022. Limburg 2021, ISBN 3-927006-59-9, S. 223–228.</ref> Aus der Bezeichnung entwickelte sich der heutige Familienname Leyendecker (auch Leiendecker oder Leydecker). Der nachweislich erste mit diesem Namen in Köln war eine Person mit dem Vornamen Franco.<ref>Adam Wrede: Neuer Kölnischer Sprachschatz. 3 Bände A – Z, 9. Auflage. Greven Verlag, Köln 1984, ISBN 3-7743-0155-7, Band II, S. 139.</ref>

Literatur

  • Wilfried Seibicke: Wie sagt man anderswo? Landschaftliche Unterschiede im deutschen Sprachgebrauch. 2. Auflage. Bibliographisches Institut, Mannheim/Wien/Zürich 1983, ISBN 3-411-01978-6, Seite 134: Artikel Schiefer (zu Lei, hochdeutsch „Schiefer“, und Leiendecker).

Weblinks

Wiktionary: Leiendecker – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references />